Does Internet kill the Musik-Mittelschicht?

sebastian · 26.03.2012 · 4 Kommentare

Nachdem ich mich ja bereits zur aktuellen Diskussion um die Verdienstmöglichkeiten von Musikern im Netz geäußert hatte, wollte ich eigentlich auch noch einen Beitrag schreiben zum Thema „Das Ende der kreativen Mittelschicht“. Denn genau das ist derzeit größte Problem Phänomen. Es gibt nicht weniger Bands oder Musiker (eher mehr) und die großen Acts tragen sich in der Regel alleine durch Ansprüche aus Urheber- und Leistungsschutz gegenüber der GEMA und der GvL. Dafür sorgt alleine das Radio.

Was aber derzeit völlig den Bach runter geht ist die kreative Mittelschicht. Bands, die früher mal 10.000 bis 20.000 LPs oder CDs verkauften, krebsen heute bei Verkäufen um die 1.000 bis 2.000 und bekommen trotzdem nicht annähernd so viel mehr Live-Gage, um dieses fehlende Geld zu kompensieren. Und es kann nicht verleugnet werden, dass das Internet dem klassischen Geschäftsmodell der Indie-Labels den Garaus macht(e). Denn im Gegensatz zu Major-Labels arbeiteten Indies in 99% der Fälle ohne Künstlerexklusivverträge oder angeschlossene Verlage und verdienen somit ausschließlich am Verkauf von Tonträgern. Aus diesen Erlösen konnten sie immer wieder auch vielen Newcomer-Acts ordentliche Produktionen bezahlen (oder vorschiessen). Und diese Erlöse fehlen heute.

Ich will nicht darüber urteilen, ob das gut ist oder schlecht (oder egal)! Ich stelle zunächst mal fest, dass es so ist. Darüber sind sich ja auch eigentlich alle einig! Die Schlussfolgerungen sind aber eben ganz andere (siehe Regener versus Effenberger). Deswegen interessiert mich vor allem Eure Indiemeinung. Ihr seid sie Musiker, Labels und Fans, um die es geht!

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Böses Internet versus Wach mal auf: Unentschieden im Urheberrechtsstreit der Woche

sebastian · 23.03.2012 · 4 Kommentare

Sven Regener, hoch geschätzter Autor und Songwriter, regt sich auf. In einem Radio-Interview zum Thema Urheberrecht und Kostenlosgesellschaft im Internet geht der Gaul mit ihm durch. Dabei sagt er einiges richtiges, findet aber leider keinen roten Faden und verfällt daher teilweise in eine ziemlich platte „Böses Internet“ Nummer.

Eigentlich – so lese ich es jedenfalls zwischen den Zeilen – regt er sich vor allem darüber auf, dass es mittlerweile selbst in Underground-Kreisen schicker ist, einen milliardeschwerden Konzern (Youtube aka Google) zu supporten, als sich für eine faire Verwertung von Urheberrechten einzusetzen. Dabei driftet er aber völlig ab und verurteilt die Kostenloskultur im Internet als Keimzelle des kulturellen Untergangs. Das ist natürlich Unsinn! Und so war ich durchaus gespannt, als ich dann direkt abends über twitter auf den BeitragSven Regener, du erzählst Unsinn, und ich erklär dir, warum“ gestossen bin. Verfasst hat den Blogpost Fritz Effenberger, ehemaliger Indiemucker und Schreiber eines Fanzines meiner Jugend (Trust) und heutiger Tech-Journalist.

Leider (!) erklärt Fritz in seinem Beitrag eher wenig. Er sagt:

Das Internet ist kein Plattenladen. Sorry, aber da habense dich angelogen. Das Internet ist statt dessen so eine Art Radio- oder Fernsehsender. Merkt man schon daran, dass es Strom braucht. Du kannst da Sachen draus “aufnehmen”, wie beim Radio, aber nichts draus wegnehmen (“stehlen”).

Was Regener fordert:
Keine kostenlosen Downloads
Faire Vergütung für Streams

Was Radiosender tun:
Faire Vergütung für Streams [1 (Song) :n (Hörer)] / Minute (via GEMA)

Was Online Streaming-Dienste tun:
Bedingt faire Vergütung für Streams [n (Songs) : n (Hörer)] / Minute (Via GEMA und Vertrieb)

Wie ich Fritz Effenberger verstehe:

Musiktitel im Netz sollten möglichst immer und jedem kostenfrei zur Verfügung stehen. Jeder Nutzer sollte pauschal bezahlen und davon sollen dann die Künstler im Verhältnis ihres Anteils am Download- und Streamingvolumen bezahlt werden. Das ist aber blanke Theorie und bedürfte einer kompletten Urheberrechtsnovelle. Und zwar auch noch einer nur für die Sparte Musik. Und eine, bei der wir plötzlich alle den gleichen Beitrag zahlen, egal ob wir 1 Titel im Monat hören oder 10.000. Man kann das Flatrate nennen. Oder Musiksozialversicherung. Als Erklärung dafür, dass Regener Unsinn erzählt (was er an einigen Stellen durchaus tut) taugt es nicht. Aber weiter:

Es gibt kein Musikloch seit 15 Jahren, sondern geile neue Genres, die du aber wohl verpasst hast, weil du ja lieber Bekanntes hörst. Kein Problem damit, hör was du willst, aber beschwer dich nachher nicht, es gäbe nichts Neues, das so klingt wie das Alte. Ich hör inzwischen Dubstep, und hab auf dieser Grundlage ne neue Gitarrenband angefangen.

Was das jetzt erklären soll, weiß ich überhaupt nicht. Die meisten Beschwerden über freie Downloads im Netz höre ich von Techno-und Electro-Artists. Deren MP3s werden im „schlimmsten“ Fall weltweit in Clubs gespielt, aber sie bekommen eben nicht einen Cent dafür. Klar, die Reputation steigt und wer auch als DJ unterwegs ist, profitiert eindeutig, aber es gibt halt auch ne Menge reiner Producer. Jedenfalls dürfte es mehr kostenlose Downloads von Dubstep-Titeln geben als von deutschsprachigem Indierock. Als Erklärung dafür, dass Regener Unsinn erzählt (was er an einigen Stellen durchaus tut) taugt es nicht.
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Social Music Best Practise: My first Hardcore Song

sebastian · 19.01.2012 · Keine Kommentare

Kinder gehen im Internet fast so gut wie Katzen. Und Heavy Metal Kinder gehen sowieso immer! Heute hochgeladen und schon 61.165 Aufrufe. This is headbanging viral, baby! Oh, sorry. Did I say baby?

„The Australian Hardcore scene will never be the same!!“ heißt es unter dem Video der 8jährigen Juliet und ihrem Produzenten Rob Sharpe (Alter unbekannt). Kann was dran sein!

Besten Dank an Bob the Rockmeister fürs Finden!

PS: Und nicht vergessen: Wir verlosen Tickets für Das Pack!

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GEMA vs Youtube: A view to a kill! Fragen zur Thematik

sebastian · 09.12.2011 · 2 Kommentare

BITET UPDATE BEACHTEN:

Das Thema Youtube vs GEMA ist extrem komplex und voller Gerüchte, schmutziger PR-Tricks und undurchdachter Anschuldigungen.

Einen der besten Beiträge zum Thema hat Johnny auf Spreeblick geschrieben. So gut, dass ihn sogar die GEMA heute in ihrer Mitgliederzeitung „virtuos“ zitiert.

Aber auch in seinem sehr klugen Beitrag finde ich keine Antwort auf die Frage nach der territorialen Zuordnungen der diskutierten Auszahlung je View, aber vielleicht überlese ich das auch nur oder ihr wisst es? Das wäre prima.

Was ich mich frage:

In Frankreich und England haben die Verwertungsgesellschaften ja bereits Einigungen mit Youtube erzielt. Youtube zahlt einen pauschalen Betrag X je View an die Urheber. Nun ist die Frage: Geht es dabei um alle Views oder nur die aus den jeweiligen Ländern? Spielen wir das mal durch:

1. Jeder View zählt

Wenn es um alle Views weltweit geht, dann kann jeder Song urheberrechtlich nur einmal bei Youtube lizenziert und vergütet werden. Jede Verwendung des Titels „You´ll never walk alone“ (Musik Richard Rodgers und Text Oscar Hammerstein II) – von der Coverversion bis zur Untermalung im Hobbyfilmchen – würde das Konto des Songs um einen Betrag X (besser 0,0000X) erhöhen. Das Geld eintreiben würde die Verwertungsgesellschaft, die der Urheber des Titels damit beauftragt hätte, die Rechte gegenüber Youtube wahrzunehmen. „You´ll never walk alone“ z.B. ist bei WILLIAMSON-MUSIC INC verlegt. Sehr unwahrscheinlich, dass dieser Verlag die GEMA mit der Vertretung auf Youtube betraut hat.
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Videopremiere: KAKKMADDAFAKKA’s „Gangsta“

sebastian · 09.11.2011 · Keine Kommentare

Mit einem übelst brutalen Trailer haben unsere Lieblinge KAKKMADDAFAKKA gestern ihr heutiges Video-Release zu „Gangsta“ angekündigt. Gedreht hat den Clip Øyvind Svanes Lunde, der auf jeden Fall mal sehr geile Fotos macht! Im Widerspruch zu der dort eingefangenen Schönheit der Natur und kräftigen Farben, ist der Trailer eine düstere, blutrünstige Hommage an den norwegischen Splatterfilm der frühen 80er und so ist auch der Clip. NICHT :D

Die Enkel Michel von Lönnebergas werden nie echte Gangster – das reicht höchstens zum Paten von Saltkrokan.

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Social Music Best Practice: 288.000 Geleebohnen

sebastian · 04.11.2011 · Keine Kommentare

22 Monate Produktionszeit, 1.357 Stunden Arbeit, 30 Helfer, 288.000 Geleebohnen. Wie geil ist das denn bitte?

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Sechs Songs auf sechs Saiten zum Sonntag, der ein Montag ist.

sebastian · 13.06.2011 · Keine Kommentare

Pfingstmontage sind ja in der Regel geprägt von körperlicher Totalerschöpfung. Drei harte aber wunderbare Tage liegen hinter uns: Fußballturniere, Festivals, Ausfahrten, Wanderungen: Irgendwo habt Ihr Euch doch auch rumgetrieben.

An solchen Tagen muss man einfach mal im Bett bleiben und Krimis lesen, vielleicht zwischendurch einen Bud Spencer Film gucken oder sich auf Youtube treiben lassen. Heute habe ich ausschließlich Songs auf der akkustischen Gitarre gehört und die schönsten sechs des Tages gibt es hier:

Der Inbegriff von „Ein Mann, eine Gitarre“ – Justin Vernon aka Bon Iver

„While My Guitar Gently Weeps“ ist sowieso eines meiner absoluten Beatles-Favoriten. In der puristischen Version von George Harrison schluchzt die Gitarre im wahrsten Sinne des Wortes.


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Social Music Best Practice: User generierte Webroulette-Collagen

sebastian · 27.05.2011 · Keine Kommentare

Das virtuelle Netzwerk unserer globalen Welt erlaubt viele lustige Spielereien.

Eins der ersten viralen Youtube-Videos, an die ich mich erinnere, ist Lips 2 da floor von Dubbledge, eine wilde Collage von Auf-die-Fresse-flieg-Szenen. Schön ist das nicht. Aber na schön:

Ein absoluter Klassiker des Fan-Generated-Music-Videos ist „Hibi no Neiro’ (Tone of everyday) der japanischen Band SOUR. Mittlerweile 3.627.613 Mal geklickt. Kann ich immer noch ganz gut bei abprusten: weiterlesen…

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Social Music Best Practise: OK GO – The Lords of Youtube

sebastian · 11.05.2011 · 1 Kommentar

Vielleicht hatten OK GO einfach Schwein! Vor allem aber ein schweinetalent für die richtigen Moves zur richtigen Zeit. Bereits ihr erstes „offizielles“ Video kostete gerade Mal 10 Dollar und wurde – ohne Wissen des Labels – im Internet rasend schnell zum Erfolg und der aufgeführte Tanz im Hinterhof zum Markenzeichen der Band

Seitdem haut die Band immer wieder sensationelle Videos raus, die ihr wahrscheinlich alle kennt.
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Social Music Best Practice: They Might Be Giants Video-Podcast for Kids

sebastian · 09.05.2011 · Keine Kommentare

In loser Reihenfolge sollen künftig an dieser Stelle einige Beispiele gezeigt werden, wie Bands, DJs, Clubs oder Labels mit originellen Ideen im Social Web Aufmerksamkeit erzielt haben.  Beginnen will ich mit einem meiner Lieblingsprojekte: Den Video-Podcasts für Kids der Band They Might Be Giants.

They Might Be Giants aus Brooklyn sind John Flansburgh und John Linnel (auch bekannt als John and John) und sowas wie die Nerd-Urgesteine der amerikanischen Indieszene. Mittlerweile haben die beiden singenden Quatschköppe mindestens ein Dutzend Studioalben draußen (fünf davon haben es immerhin sogar in die deutschen Top 100 geschafft), diverse Filmmusiken geschrieben und vor allem mit einigen sehr innovativen Ideen auf sich aufmerksam gemacht. Fakt ist: TMBG haben das Internet kapiert!

Als Website dient ein stets aktuell gehaltenes Weblog, TMBG nutzen flickr (Tickets, Flyer, Fotos), myspace und facebook und sogar ein eigenes Wiki. Vor allem haben TMBG vor drei Jahren mit einem extrem lustigen wöchentlichen Video-Podcast für Kids von sich Reden gemacht. Das folgende 14. Album der Band war dann folgerichtig eine Art Was-ist-Was-Album für Kids und wurde für einen Grammy nominiert. Mittlerweile spielt die Band regelmäßig Family-Shows am Nachmittag. Als zweifacher Papa finde ich diese Idee verdammt genial!


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