Alleingänge: Benjamin Gibbard und Tim Burgess zwischen Weltschmerz und Sommer-Pop

sebastian · 11.10.2012 · Keine Kommentare

Mit Benjamin Gibbard (Death Cab For Cutie) und Tim Burgess (The Charlatans) bringen zwei reelle Popstars zum Herbstbeginn ihre Soloalben auf den Markt. Beide haben die ganz große Effekthascherei nicht mehr nötig und liefern somit sehr persönliche Werke ab, bei denen kommerzieller Erfolg zur Motivation eher zweitrangig gewesen sein dürfte.

Der 19. Oktober ist ein interessanter Erscheinungs-Termin für das Soloalbum „Former Lives“ von Death Cab For Cutie Frontsmoothie Benjamin Gibbard. Die Platte hat eigentlich eher was sehr frühsommerliches. Mehr Soundtrack für eine romantische Fahrradtour durch blühende Wiesen als für regnerische Abende. Da hat seine Zeit in Kalifornien eindeutig mehr Spuren hinterlassen als Stationen in Seattle und der Ostküste. Alleine diese calexischen Gitarren und Bläser in Something´s Rattlingcute cutiesk. Angesammelt haben sich die Songs über den Zeitraum der letzten acht Jahre, was für ein vergangenes Leben eine kurze Zeit ist (geschweige denn mehrere), aber beim Stöbern im abgewetzten Notizbuch durchaus sehr, sehr lange erscheinen kann. Eigene Erfahrung! Erst gestern hatte ich ein Mix-Tape in der Hand gehalten, das gerade mal 10 Jahre alt war, aber wie aus einem Land vor unserer Zeit anmutete. So blickt Gibbard auf vergangene Leben zurück, in sich hinein, von oben auf die Welt oder ins Leere und erzählt kleine Geschichten über Wolkenkratzer, zerkratze Haut und angekratzte Gefühle.

Mit seiner Mischung aus Beatles-Pop, Folk und Amerikana hat er eine Tom Petty Platte gemacht, der der obligatorische Hit fehlt, was sie mir wohl so sympathisch macht.


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