Videopremiere: Blitzen Trapper – Taking It Easy Too Long

sebastian · 13.01.2012 · Keine Kommentare


Das Video zum 3 Minuten Roadtrip „Taking It Easy Too Long“ haben die Alternative-Country-Dudes Blitzen Trapper aus Portland, Oregon mehr oder weniger ein Eigenregie gedreht. Das sieht man aber nicht wirklich! Der Song ist vom 2011er Album (ihrem sechsten!!!) American Goldwing (Sub Pop).

Wie sagt Bandleader Eric Early:

I’m seeking to invoke the unseen, the spirit that beckons you to saddle up that old 1980 Honda Goldwing, or your uncle’s beat up Ford Bronco, or that Jeep you somehow, and only barely, keep running and leave this lonely town behind, „cause that wind’s always blowing. I’m calling you to ride, to take those curves at speed and head for someplace better where love is true, whether that be into the depths of the galaxy or just to the next truck stop where the neon shines, and where the “company of strangers / and the close and the present dangers” are all that really matters.

http://www.youtube.com/watch?v=fgZ0qFYWMdI
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Besser spät als nie und besser denn je: Goldner Anker veröffentlichen Debütalbum

sebastian · 06.10.2011 · Keine Kommentare
22. Oktober 2011
21:30 Uhr
Groovestation, Dresden

Man mag es kaum glauben, aber bei dem in diesem Monat erscheinenden Longplayer des Dresdner Indie-Trios Goldner Anker handelt es sich tatsächlich um ein Debüt-Album. Schon längst haben Goldner Anker dank leidenschaftlicher Livepräsenz, einer viel beachteten Split-Single mit den gefeierten Dyse und langjährigen Tätigkeiten in anderen Bands den Status eines Geheimtipps hinter sich gelassen.

Jetzt also endlich ein Album in voller Länge, von dem bisher zwar nur vier Titel im Netz zu hören sind. Diese aber machen wirklich Lust und würden es unter Garantie auf diverse Indie-Mixtapes schaffen, wenn es diese denn noch gäbe. Unaufgeräumte Jungszimmer mit viel Vinyl, Musikmagazinen und leeren Weinflaschen, an denen der Wachs heruntertropft: Goldner Anker wecken wunderbare Erinnerungen an die frühen 90er. Sub Pop hatte damals mit Spinanes, Velocity Girl, Hazel und den Fastbacks eine ganzer Reihe von Bands unter Vertrag, die man als Referenz für den Anker heranziehen könnte. Alles Bands, die den großen Sprung eher verpasst haben und wahrscheinlich wird auch der Goldene Anker keine goldene Schallplatte einspielen, aber mit „Wir hams so gemeint“ hat die Band einen echten Indie-Hit im Repertoire, der mit etwas mehr Mut zum Mainstream auch radiotauglich produziert hätte werden können, um dann vielleicht nicht ganz in einer Liga mit Kantes „Die Summe der einzelnen Teile“ zu spielen, aber auch nicht sehr weit drunter.

03 WIR HAMS SO GEMEINT by goldner anker
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Album der Woche: J Mascis – Several Shades of Why

sebastian · 18.03.2011 · 1 Kommentar

Immer gegen den norddeutschen Wind und immer durch den Regen. Das grobe Holzfällerhemd passt nicht so wirklich zum jugendlichen Körperbau und den Pickeln im Gesicht. Die Tüte mit dem Dosenbier fällt auf dem Weg zur Party vom Gepäckträger. Die grünen Chucks sind hinten löchrig und voll Brackwasser gelaufen…

Es sind Bilder wie diese, die vor mir erscheinen, wenn auf dem Soundtrack meines Lebens Dinosaur Jr laufen. Und damit dürfte ich nicht alleine sein!

Und trotz dieser nasskalten Erinnerungen bin ich nicht wirklich überrascht, dass Dinosaur Frontmann – und Indierockpräsident auf Lebenszeit – J Mascis auf seinem heute auf Vinyl erscheinenden ersten Studio-Solo-Album „Several Shades of Why“ so sanfte, ja sonnige Töne anschlägt, als wäre er der personifizierte Frühling. Das ist das Album, auf das ich warte, seit Waistin (auf J Mascis & the Fog – More Light) einen Sommer lang in Dauerrotation lief.

Several Shades of Why erscheint auf Sub Pop und wurde eingespielt u.a. mit Sophie Trudeau (A Silver Mount Zion), Kevin Drew (Broken Social Scene), Ben Bridwell (Band of Horses) und Pall Jenkins (Black Heart Procession), deren Anwesenheit wahrscheinlich vor allem dem inspirierenden Kreativ-Sparring und dem ganz persönlichen Wohlfühlfaktor dienten. Und das haben sie vorzüglich hinbekommen!

Several Shades of Why hat das Zeug zur Inselplatte. Eine berührende, milde 70er Brise, die Tjames Madison nicht umsonst „in den Gefilden von Crosby, Stills and Nash und anderen West Coast Poprockern der 70er Troubadour-Ära“ ansiedelt und es braucht wirklich nicht viel, um zu erkennen, wie viel Einfluss Mascis Held Neil Young auf diese Platte hatte.

J Mascis, selber ein absolut fantastischer Drummer, übt Verzicht: Alle 10 Stücke kommen ohne Schlagzeug aus und erzeugen so eine flirrende, nie greifbare Dimension. Das meine ich nicht im Sinne esoterischer Spielerei sondern im puren Sinne von Pop! Ein Pop, getragen von Mascis unvergleichlicher Stimme, magischen sechs Saiten und perfekt dosierten Überraschungsmomenten. Ich möchte mich Christian Preußer anschließen:

Man kann das zu weich und flauschig finden, doch ist eines fest in Stein gemeißelt: Das hier ist nichts weniger, als ein fantastisches Album.“

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