WochenendEinklang: Kúra

kristin · 20.07.2012 · Keine Kommentare

Noch ein nächstes großes Ding aus Dänemark/Island? Die Isländerin Fanney Ósk Þórisdóttir (lead vocals) und die beiden Dänen Brynjar Bjarnfoss (producer, vocals) und Rasmus Liebst (producer, guitar, vocals) mischen Electronica mit Trip Hop, Dub und Rock. Keine ganz neue Idee, im Fall von Kúra aber eine, die den aktuellen Elektropop-Nerv ganz gut zu treffen weiß. Auf den teils mächtigen Elektro-(Rock)-Klängen der beiden Jungs überzeugt Fanneys Stimme bei allem catchy-fragilen Kontrast vor allem durch ihre griffige Klarheit. Das und diese für nordische Musik so typische unwiderstehlich kühle, melancholische Stimmung spendieren Kúra einen häufig angesteuerten Platz in meiner derzeitigen Playlist.

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WochenendEinklang: Sakaris / Kiasmos / Imaginary War

kristin · 22.06.2012 · Keine Kommentare

Das Wochenende klingen heute drei Künstler ein, die derzeit an ihren Debütalben basteln bzw. damit gerade fertig geworden sind. Von Dänemark über die Färöer Inseln nach Island und Norwegen bis nach Jena hängt das alles irgendwie zusammen.

Sakaris, an dem ich beim SPOT Festival Interview geübt habe, hat gestern mit einem traurig-schönen Video „I Have Beautiful Eyes“, die erste Single seines kommenden Debütalbums veröffentlicht. Wie Sakaris im Mai schon angekündigte, ist dieser neue Song um einiges ernster und dramatischer als die Stücke auf seiner EP Darling und durch die Stimme von Greta Svabo Bech überraschend anders geworden. Am Mixing tobte sich Janus Rasmussen aus, gemastert hat … Nils Frahm.

 
Janus Rasmussen stammt wie Sakaris von den Färöer Inseln und lebt jetzt in Island. Neben seiner Hauptbeschäftigung Bloodgroup, den Mixingtätigkeiten und seinem Soloprojekt Djór ist er gemeinsam mit Ólafur Arnalds auch noch in der Minimal Techno-Formation Kiasmos unterwegs. Das Debütalbum soll Ende des Jahres erscheinen. weiterlesen…

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WochenendEinklang: Linkoban

kristin · 15.06.2012 · Keine Kommentare

Bevor Linkoban den Mut fand, Dänemarks Rapkönigin Lucy Love um fachkundige Unterstützung anzufragen, übte sie das Rappen lange Zeit für sich allein im stillen Kämmerchen. Mit Erfolg – Lucy Love und Produzent Yo Akim waren so begeistert, dass sie Linkobans erste Single „Like This“ auf ihrem Label Superbillion Records veröffentlichten.

Linkobans Auftritt auf dem SPOT Festival im Mai habe ich leider nicht gesehen; Rapmusik zählt auch nicht unbedingt zu den von mir bevorzugten Genres. Meine Begeisterung für „Like This“ hält sich allerdings ausdauernd. Trotzdem wagt sich Linkoban hoffentlich bald mit neuen Songs an die Öffentlichkeit, bevor mir ihr erster und bislang einziger anfängt, auf die Nerven zu gehen.

Mrs. Pepstein hat auf dem SPOT Festival mit Linkoban über „Like This“, die gustatorische und symbolische Bedeutung von Pomelos, die Zusammenarbeit mit Lucy Love und das Männerbusiness Rap gesprochen:

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Soundcheck: Hanne Kolstø

kristin · 06.06.2012 · Keine Kommentare

Hanne Kolstø hat schon gesungen, bevor sie sprechen konnte. Später, als sie etwas älter war, stellte sie erstaunt fest: Nicht für jeden ist Musik so ein natürliches Bedürfnis wie für sie selbst und nur wenige schreiben immerzu Songs. Heute fährt Hanne Kolstø nachts gern mit dem Fahrrad durch ihre Heimatstadt Kristiansand. Sie liebt es, mit sich allein zu sein, während sie all die schlafenden Menschen um sich weiß. Dieses Gefühl greift sie in ihrem Song „The City“ auf.

Allein sein, ohne sich einsam zu fühlen. Seid da und hört mir zu, aber kommt mir nicht zu nahe! Was ihre Texte andeuten, greift Hanne Kolstø in ihrer Musik auf. Wie ein Schutzschild halten unbewegte Melodien, synthetisch verspielte Sounds und Hannes kühle Stimme den Hörer an der Oberfläche. Darunter landen einzelne Textzeilen schmerzhafte Treffer.

»If you don’t like yourself
Then be someone else«

Hanne Kolstø ist ok, ihr geht’s gut. Sie hat sich mit einem blauen Auge davongestohlen.

»You just see what you wanna see«

Hanne Kolstø experimentiert viel und möchte jeder Idee die Chance geben, dass etwas daraus entsteht. Vieles auf ihrem Debütalbum „Riot Break“ bleibt angedeutet, über manches, wie den Song „I don’t want to be happy in the moment (I want it to last)“ möchte sie nicht sprechen. „Riot Break“ klingt nicht nach fröhlichem Mädchenpop, sondern auf ruhige Art trotzig, nach aufgeschürften Knien und abgesplitterten Nagellack. Da ist etwas an dieser Stimme, die an Imogen Heap und Annie Lennox erinnert, das Lust macht, wiederzukommen. Um herauszufinden, was nach der Ruhe vor dem Aufstand passiert. weiterlesen…

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Soundcheck: Rangleklods

kristin · 05.06.2012 · Keine Kommentare
29. Juni 2012
03:00 Uhr
Location siehe Text, auswärts
Fusion Festival, Lärz
Palast der Republik

Rangleklods klingt gut, heißt aber nichts. Nicht mal im Dänischen ist es ein richtiges Wort und deswegen spielt auch die Aussprache keine Rolle. Nur die Musik von Esben Andersen macht aus Rangleklods einen Namen und verbindet diesen mit einem speziellen Sound und Bedeutung.

Mit seinem Debüt „Beekeeper“ besetzt Rangleklods perfekt das Leergefühl zwischen einer Nacht im Club und neuem Tatendrang. In diesem Moment, der zwischen depressiver Katerstimmung und euphorisch aufflackernden Erinnerungsfetzen, immer viel zu lange dauert, führt Esben Andersen an seiner entrückten Stimme durch eine düstere Klanglandschaft. Analoge Gitarrenparts wabern auf großen Beats umher und verbinden sich mit synthetischen Sound-Details zu einer kühlen, klaren Atmosphäre.

In seiner dänischen Heimatstadt Århus hat Esben Andersen das Masterstudium im Fach Elektronische Musik absolviert und lebte in den letzten Jahren einige Zeit in Berlin, was den Sound von Rangleklods stark prägte. Inzwischen lebt Esben in Kopenhagen.

2011 veröffentlichte Rangleklods die EP Home, das im März 2012 erschienene Debütalbum „Beekeeper“ (A:larm) ist bislang ausschließlich in Dänemark erhältlich. weiterlesen…

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Asbjørn: The New Sound of Pop

kristin · 24.05.2012 · Keine Kommentare

Asbjørn Toftdahl aus Århus, Dänemark vereint auf den ersten Blick alles in sich, was einen Pop-Star ausmacht: Er hat Ausstrahlung, kann singen und weiß sich zu bewegen. Dabei sieht er so gut aus, dass er sogar Glitzer tragen kann. Das sollte aber niemanden davon abhalten, einen zweiten oder dritten Blick zu riskieren oder – noch viel besser – den jungen Mann im Auge zu behalten.

Mit seinem Debütalbum Sunken Ships beweist der gerade mal 19-jährige, dass Mainstream-kompatible Pop-Musik nicht nur Herz, sondern auch Seele und vor allem Verstand haben kann. Der Fokus ist auf Details gerichtet, die Arrangements sind vielschichtig. Sunken Ships besitzt eine Tiefe, die man in der Kategorie Pop nicht unbedingt erwartet.

Asbjørn selbst finde den Zugang zur Musik oft über das Tanzen, heißt es in der Presseinfo. Es liegt also nahe, dass man sich auch Sunken Ships ertanzen könnte. Tendenziell melancholischen, sehr persönlichen Texten und ergreifenden Streicher-Passagen setzt Asbjørn unbeschwerte Melodien und lockere Beats entgegen. Mit seiner hellen Stimme schafft er es, auch die dunkleren Facetten seiner Gedankenwelt auszufüllen. Asbjørns Stücken haftet eine verwirrende Fragilität an, die sein zartes Alter glaubwürdig reflektiert.

»Ich bin immer noch ein Junge und vieles von dem, was in meiner Musik passiert, sind Fragmente des gelegentlichen Chaos im Kopf eines ehrgeizigen Teenagers« wird er in der Presseinfo zitiert.

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Believe The Hype! Bottled In England

kristin · 18.05.2012 · Keine Kommentare
16. Juni 2012
21:30 Uhr
Location siehe Text, auswärts
Smash Your Attitudes Festival,
Chemnitz
Eintritt frei!
30. Juni 2012
00:30 Uhr
Location siehe Text, auswärts
Fusion, Lärz
Bassline Circus

»Aaaaaaaaaah!« Brüllen Daniel Vognstrup und August Dyrborg, krachen los und haben dich im selben Augenblick da, wo du sein willst. Es ist dunkel und groß, es riecht nach Bewegung, nach Kontrollverlust und Schweiß. Ganz klar: Ohne Glücksgefühle gehst du hier nicht wieder raus.

»Handgemachter Drum’n’Bass, der technische Raffinesse mit der Attitüde von Punk vereint« kündigt das SPOT Programmheft Bottled In England an und behauptet weiter, dass es nur zwei braucht für eine Party.

Zum SPOT Festival blieben August am Schlagzeug und Daniel an Bassgitarre, Electronics und Vocals aber nicht unter sich, sondern feierten ihre Party mit 8 Gastmusikern. Bottled In England verzichteten darauf, nur Samples von Streichern einzuspielen und ließen sich außer von Tobias Kvæde an der E-Violine bei einigen Stücken von Øresunds Kvartetten, einem klassischen Streichquartett, begleiten. Sängerin Katrine Brocks vereinnahmte nicht nur durch ihre starke Stimme und charismatische Ausstrahlung – nach ihren Gesangparts schob sie sich, mit ein paar Bierdosen in der Hand, durchs Publikum und tanzte vor der Bühne im Kreis ihrer Freunde weiter. Der Auftritt der Sängerin Maria Mortensen von Scarlet Chives, fügte der gewaltigen Musik eine weitere Klangfarbe hinzu, bevor Rapper Manky die brodelnde Stimmung in wieder eine andere Richtung schickte. »Extra extra extra extra!« weiterlesen…

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SPOT Festival: Chorus Grant im Interview

kristin · 18.05.2012 · Keine Kommentare

Chorus Grant ist das Solo-Projekt des River Phoenix Leadsängers Kristian Finne Kristensen.»From computer-grunge pop, to 50’s do-do run run and Dylan’esqe folk« sind es vor allem die eingängigen Melodien, die seine Songs zu dauerhaften Wegbegleitern machen. Sei es, weil man sie tatsächlich immer wieder hört oder weil sie einem nicht mehr aus dem Kopf gehen.

Das Debütalbum And The Villa Nova erschien gerade auf dem dänischen Label Speed Of Sound und ist in Deutschland als Download z.B. über den iTunes Store erhältlich. Um mehr über Chorus Grant zu erfahren, traf ich mich beim SPOT Festival mit Kristian, der so viel zu erzählen hatte, dass ich vollkommen vergaß, sinnvolle Fragen zu stellen.

Vergessen oder gar nicht erst aufgenommen habe ich dann leider auch alle erwähnenswerten Details zum – sehr späten – Auftritt von Chorus Grant. Nach zwei vollgepackten Festivaltagen waren alle Kapazitäten erschöpft und bei jedem Versuch, mich an diese Show zu erinnern, leuchtet außer einer positiven Grundstimmung nur noch ein grünes Licht auf.

Musik an

 
Interview los

Ich habe nicht viel über dich rausgefunden, aber deine Songs auf Soundcloud gehört … und bin an den Melodien hängen geblieben …
Das ist ein gutes Zeichen. weiterlesen…

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SPOT Festival: Schultz And Forever

kristin · 14.05.2012 · Keine Kommentare

Zwischen all den pulsierenden Elektropop-Acts des SPOT Festivals habe ich die zurückhaltenden, zarten Töne von Schultz And Forever bei meiner Vorbereitung vollkommen überhört. Wie gut, dass Andrea die Festivalvorwoche mit Falling ausklingen ließ und mir damit einen Anlass gab, die Show des 17jährigen Dänen doch auf meinen Timetable zu setzen. Und das gleich zwei Mal. Aus Gründen.

Auf dem SPOT Festival ließ Jonathan Schultz die Songs seines Solo-Projekts von ganz wunderbaren Musikern an Schlagzeug, E-Gitarre, Bass und Violine begleiten. Sein Auftritt am Abend des ersten Festivaltags bewegte ganz ohne große Hits und wilde Beats auf stille, aber um so eindringlichere Art.

»Her name was Marsha and she died when she was ten.
Raped by her father until the very end.«

In seinem Zimmer schreibt der – man kann es gar nicht oft genug betonen – gerade mal 17jährige Jonathan Schultz seine Songs. Allein. Die Band ist mehr so eine Idee, er betrachtet Schultz And Forever als Solo-Projekt. Die abgelegene, ländliche Umgebung, in der er mit seinen Eltern wohnt, findet er inspirierend, erzählte er am Tag nach seinem Auftritt in einem Interview, zu dem ich Carsten vom uMag begleiten durfte.

Dem Gespräch ging ein weiterer Auftritt von Schultz And Forever voraus – auf einem Hinterhof abseits des offiziellen Festival-Geschehens kämpften Jonathan und seine Band gegen Soundprobleme und Windböen. Die sonnige Vormittagsstimmung raubte den zerbrechlichen Songs ihre verstörende Atmosphäre. Schultz And Forever ist eben kein Frühschoppen-Act und vielleicht fehlt es Jonathan Schultz auch noch ein wenig an Erfahrung, um seine Songs live in ihrer ganzen Größe auszufüllen. Die wird er sich erspielen. Nicht nur ich bin überzeugt davon, dass wir von Schultz And Forever noch hören werden. Für’s Erste die Debüt-EP Odd Stories, die es in dieser Woche zum kostenlosen Download gibt.

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SPOT Festival: Nils Frahm im Interview

kristin · 11.05.2012 · 1 Kommentar

Vor nicht ganz zwei Monaten verzauberte Nils Frahm das Dresdner Publikum im ausverkauften Societaetstheater mit seiner Musik, charmanter Bühnenpräsenz und einer spontanen Improvisation mit Linda von Rookfly. Wer dabei war, wird gern an diesen großartigen Abend zurückdenken. Juliane Hanka hat dafür in ihrer Rezension für die DNN die passenden Worte gefunden und sie uns zum Nachlesen zur Verfügung gestellt. Danke!

In der Zwischenzeit ist Nils durch Süd- und Nordamerika getourt, hat in Zusammenarbeit mit Ólafur Arnalds die EP Stare veröffentlicht und trat letztes Wochenende gemeinsam mit der dänischen Band Marybell Katastrophy auf dem SPOT Festival in Århus auf.

Insgesamt fünf Songs aus dem Repertoire beider Acts sollten für das Konzept InterSPOT gemeinsam auf der Bühne interpretiert werden. Im Store Sal des Musikhuset, der ausgestattet mit ca. 1600 Sitzplätzen nicht nur groß sondern riesig wirkte, wollte sich die für Nils‘ Konzerte typische intime und entrückende Atmosphäre nicht einstellen. Zu den ersten Pianotönen waren gegenseitige ’schön!‘-Bekundungen und Gänsehautschauer dennoch eindeutig nicht zu unterdrücken. Diesem ersten Stück von Nils Frahm verlieh Sängerin Marie Højlund einen Text und ihre Stimme. Der Saal rückte ein wenig enger zusammen, als alle Bandmitglieder von Marybell Katastrophy einem weiteren Stück von Nils Frahm ihre Parts am und sogar im Klavier behutsam hinzufügten. Dennoch wurde die Genialität der Frahm’schen Stücke durch die eingängigen Elektropop-Songs von Marybell Katastrophy ein wenig überrollt.

   

Am Morgen vor dem Auftritt nahm sich Nils zwischen Frühstück und Probe etwas Zeit, um mit mir im Hotelfoyer trotz leicht angekratzter Stimme (dänisches Bier!) über seine Tasche, die Zusammenarbeit mit Marybell Katastrophy und Ólafur Arnalds und einiges andere mehr zu sprechen:

Am brennendsten interessiert es mich ja, was es mit deiner Tasche auf sich hat. Ist das ein Ritual, dass du die auf der Bühne abstellen musst, um spielen zu können?
Naja, ich bin ein Gewohnheitstier. Ich hab da irgendwann mit angefangen und jetzt mach ich das halt so. Oder vielleicht krieg ich ja mal ’n Freitag Sponsorship. Das wär‘ nett, eigentlich. … weiterlesen…

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