Berliner Sängerinnen vertreten Sachsen beim BuViSoCo mit Trude Herr Cover

sebastian · 05.06.2012 · 1 Kommentar

Der erstmals im Februar 2005 ausgetragene Bundesvision Song Contest (kurz: BuViSoCo) ist die deutsche Version des Eurovision Song Contest (neulich vom Sterman treffen als Paralympics des Pop bezeichnet). Jedes Bundesland schickt einen Vertreter ins Rennen, mindestens 50 Prozent des Beitrags muss deutsch gesungen sein. Die Bands werden in ihrem Bundesland von lokalen Radiosendern unterstützt und – soweit ich weiß – auch ausgewählt. In Sachsen, wie auch in Bremen, Hamburg, Berlin und Bayern, ist das Radio ENERGY. Wie die Auswahl der Sender ganz konkret erfolgt, ist nicht wirklich nachvollziehbar.

So startet 2012 für Sachsen „Laing“. Laut eigener Info treten mit ihnen „3 junge Berliner Sängerinnen gegen die deutsche Popmusik an.“

3 „Berliner Damen“ vertreten Sachsen mit einer Diskotauglichen Bearbeitung eines Trude Herr Songs, die zu allem Überfluss auch schon 2011 im Berliner Radio genudelt wurde… Man müssen wir schlechte Bands in Sachsen haben.

Die bisherigen Sieger (u.a. Seeed, Peter Fox, Tim Bendzko, Juli sind nicht unbedingt durch den BuViSoCo bekannt geworden, geschadet hat es aber bisher keinem. Schade also, dass da keine sächsischen Band der Weg geebnet wird. Mindestens eine der drei Damen wird sicher aus Sachsen kommen, aber leider kann ich dazu keine Info finden…Wird sich schon aufklären!

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Sachsen-Boulevard: Harry Bushh, Trettmann, Trains on Fire, Insect O, FMC

sebastian · 12.05.2012 · Keine Kommentare

F6/Chesterfield. Den Sieg beim Dresdner Vorrausscheid im F6 Award heimsten Harry Bushh ein. Sport frei, Jungs!

Obergräfenhain. Ronny läutet den Sommer ein und zeigt Puller:

isch bin Ronny Trettmann, und es ist KURZ VOR NACKSCH
der Dancehall- Nostradamus der moderne Ringelnatz
alle machen mit, wer fehlt kriegt paar geklatscht
isch sag es ist und ihr sagt: KURZ VOR NACKSCH

RONNY TRETTMANN – KURZ VOR NACKSCH by ronnytrettmann

Dresden. Insect O bleibt beim Traveltechno und schickt neue Beats auf Reisen. Am 18.05.2012 erscheint die 12″ „Birds Over Hong Kong“. Darauf auch Echoes Of Antarctica: deep & frozen and very far away from nacksch

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An der Grenze zur Verleumdung: Die Sächsische Staatskanzlei über Facebook

sebastian · 02.03.2012 · 4 Kommentare

Sachsen will sich offenbar zur Zeit auf Teufel komm raus im Netz blamieren? Da steige ich heute Nachmittag in Berlin in den Zug nach Dresden und will nur mal eben ganz kurz Mails und RSS Reader checken, um dann gemütlich über der neuen Brand1 ins Wochenende zu schlummern, als mich ein Artikel im Flurfunk trifft wie der Schlag. Die Sächsische Staatskanzlei, erfahre ich dort, hat heute einen eigenen Facebook-Auftritt gestartet. So wie es aussieht, einzig und allein, um in einer Pressemitteilung die Datenpolitik von Facebook zu kritisieren. Eine Pressemitteilung, die sich gewaschen hat und die ich zunächst für einen Fake hielt, da sie sogar Unwahrheiten enthält! Eine ganz neue Dimension der Facebook-Kritik an der Grenze zur Verleumdung. Nein nicht durch die BILD sondern die Staatskanzlei! Hier meine Lieblingssätze:

„Nutzerdaten werden dann zwingend in einer „Timeline“ angeordnet und ermöglichen so eine vermeintlich übersichtlichere Ansicht aller Aktivitäten der Nutzer von Geburt an. Durch diese neue Übersichtlichkeit steigt das Missbrauchsrisiko durch Dritte um ein Vielfaches.“

Wieso? Wieso steigt der Missbrauch von Nutzerdaten in einem neuen Layout (mehr ist es ja nicht!!!)? Kein Wort dazu: ist einfach so! Punkt. Aus. Pressemitteilung!

„Das Zurücksetzen und die Löschung einzelner Abschnitte bzw. der gesamten „Timeline“ ist praktisch unmöglich“

Heer Beermann, das ist eine Lüge! Das geht so:

 
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Bewegung in der lokalen Kreativwirtschaft: Flying Music Circus und Wir Gestalten Dresden

sebastian · 22.02.2012 · Keine Kommentare

Eigentlich war die Gründung eines Branchenverbandes für Kreative und Kulturwirtschaft in Dresden ja bereits im Dezember geplant. Nachdem man sich damals aber noch beschnuppern und branchentypisch lange diskutieren musste, ist es am  29. Februar tatsächlich soweit.
Bereits heute online gegangen ist die Website vom Projekt „Flying Music Circus“, bei dem Akteure aus Leipzig, Chemnitz und Dresden versuchen wollen, unter Schirmherrschaft von Sebastian Krumbiegel die Vernetzung der Sächsischen Subkultur voranzubringen.

Wir gestalten Dresden – Aus Agenturbündnis wird Kreativwirtschaftsverband

Wir gestalten Dresden war bisher als Name des Dresdner Agenturbündnisses von über 70 Kreativagenturen bekannt. Dieses Bündnis stellt seine Arbeit ein und übergibt den Namen an einen gänzlich neuen, davon unabhängigen Branchenverband der Dresdner Kultur- und Kreativwirtschaft.

Der Branchenverband will vorhandene Strukturen der Branche sicht­bar machen und ein öffentliches Verständnis festigen, Leistungen der Akteure kommunizieren und seinen Mitgliedern direkte Un­terstützung bieten.

Er soll die interdisziplinäre Vernetzung stärken, den Trans­fer von kreativem Know-how zu Unternehmen und öffentlichen Institutionen konkret fördern und die Ei­gen­in­teressen seiner Mitglieder gegenüber Politik und Verwaltung wirksam vertreten. Die Mitglieder des Verbandes wollen aktiv Rahmenbedingungen mitgestalten und auf lokaler Ebene nachweisen, dass einfließende Wünsche und Anforderungen von Mittelständlern zum Großteil deckungsgleich mit jenen der wirtschaftlichen Kleinunternehmer ausfallen. Auf die in Dresden aktuell anstehende Gestaltung kommunalpolitischer Regulierungsmittel möchte der Verband konkret einwirken.

Die Gründungsversammlung: 29. Februar, 19 Uhr, GrooveStation/Lofthouse, Katharinenstraße 13

Flying Music Circus – Spitzenförderung für die Subkultur

Das Projekt Flying Music Circus ist Ergebnis einer Netzwerkarbeit zwischen Musikinitiativen in Leipzig, Chemnitz und Dresden und unterstützt sächsische Künstler in den drei wichtigsten Bereichen: öffentliche Wahrnehmung, Gigs in anderen Städten sowie Grundwissen zur Musikwirtschaft. 
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Dialog oder Propaganda? Wenn Antifaschismus nicht die richtige Antwort ist, was ist dann die Frage?

sebastian · 12.01.2012 · Keine Kommentare

Kaum ist die Dialog-Plattform des Freistaats Sachsen online, da gibt es auch schon den ersten Ärger. Aber es sind nicht technische Schwierigkeiten, die für Unmut sorgen, sondern inhaltliche Holpersteine.

Die Idee hinter der Plattform ist folgende: Der Freistaat veröffentlicht zu einem Thema eine Videobotschaft und die Bürger können mittels Kommentaren oder eigener Videobotschaften ihre Meinung kundtun. Das haben die Bürger zwar auch bisher schon getan (in Netzwerken, Kneipen oder am Handy). Neu ist, dass der Freistaat dieses Mal offiziell mitliest zuhört den Dialog sucht. Oder was man halt so unter Dialog versteht.

Dialog oder Propaganda – „Antifaschismus ist nicht die richtige Antwort“

Im ersten Video spricht Innenminister Ulbig über den Umgang mit Rechtsradikalismus in Sachsen und fordert die Bürgerinnen und Bürger auf, sich mit Ideen einzubringen. Und untersagt es Ihnen im Grunde im selbem Atemzug. Denn ist nicht jede Idee, die dazu beiträgt, dass faschistisches Gedankengut sich nicht verbreitet, per se antifaschistisch? Ulbig aber sagt: „Antifaschismus ist nicht die richtige Antwort, sondern Demokratie.“
http://www.youtube.com/watch?v=AXij74X0dA8
Da es objektiv betrachtet absolut keine Notwendigkeit für diese Aussage gibt, darf man davon ausgehen, dass er diesen Satz sehr bewusst sagt. Ist das noch eine Aufforderung zum Dialog? Oder pure Propaganda mit der unterschwelligen Aussage: „Wer sich Antifaschist nennt, ist ein Linksextremist“?
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Artist-Matching: Input und umsetzende Agentur für Website Flying Circus gesucht

sebastian · 10.11.2011 · Keine Kommentare

Am vergangenen Samstag (05.11.2011) fand in Leipzig die Auftaktberatung zum NonProfit-Musikprojekt FLYING CIRCUS statt. Das Projekt wird vom Kreatives Leipzig eV gemeinsam mit Popoolär! Die Leipziger Musikinitiative, der Scheune-Akademie Dresden und dem Bandbüro Chemnitz durchführt und wird – so bescheuert das klingt – eine Art „Spitzenförderung der Subkultur“. Das Projekt will sich nicht vorrangig um Nachwuchskünstler kümmern sondern da ansetzen, wo der klassische Bandwettbewerb aufhört.

Im Mittelpunkt des Projekts steht eine Website, die Musiker aller Genres mit anderen Musikern, Kreativen, Unternehmen, Förderern und Publikum zusammen bringen soll. Um nicht den nächsten Band-Datenbank-Friedhof aufzubauen, sollen bestehende Profile (Facebook, Soundcloud, Bandcamp etc.) integriert werden. Außerdem wird es einen neuen Ansatz der Selbstkatalogisierung geben. Neben klassischen Genres stehen Parameter im Mittelpunkt, die das Lebensgefühl einer Band vermitteln (Sommer, Winter, Fußball, Cabrio, Bier, Wein, Champagner, Technik, Natur, Politik, Professionalität, Kunst etc) und nach denen potentielle Partner (aber auch das Publikum) suchen können. Veranstalter, die eine Band für ein Extremsport-Event suchen, sollen dort genauso die optimale Band finden, wie Filmer, die eine Doku über Eisbären drehen. Aber auch beim Matching der Bands untereinander oder mit Produzenten gilt doch, dass zwei Bands aus dem Genre „Punk“ sich viel mehr unterscheiden können (A: Politik, B Party) als eine Punkrockband und eine HipHop-Crew (Beide politisch oder beide Party). Und auch als reiner Konsument: Wer sucht schon gerne nach Genres, wenn er neue Musik entdecken will?

Offene Ausschreibung weiterlesen…

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We like to jump but we don´t like JUMP – Die Biss.FM Geschichte in Links (1)

sebastian · 12.01.2011 · Keine Kommentare

Anfang 2009 starteten einige Musiker, Labelmacher, Politikinteressierte und Radiofans eine Initiative „für ein besseres Radio in Sachsen“. Der Name der Initiative: Biss.FM. Einer von ihnen war ich und ich wurde mittlerweile mehrfach gebeten, noch einmal einen Rückblick zu geben. Was war Biss.FM, was ist da gelaufen und warum ist die Initiative „gestorben“?

Ganz ehrlich? Ich habe eigentlich weder Zeit noch richtig Lust dazu, das ganze Thema noch einmal aufzurollen, sondern brauche eher mal ne ausführliche Pause davon. Zu frustrierend waren letztlich die Ereignisse. Am Ende ist es nicht besser sondern sogar noch schlechter geworden.

Die Ausgangssituation

Für „junge Hörer“ gab (und gibt) es in Sachsen genau zwei Programme. Das private NRJ und den öffentlich-rechtlichen Sender MDR JUMP. Beide haben sich weder im redaktionellen Anspruch noch in der Häufigkeit der Werbung unterschieden. Nur war NRJ eher auf Black Music ausgerichtet und JUMP auf Mainstreamrock. Beide Sender hatten eine extreme Rotation (Wiederholung gleicher Titel). Beide haben weder lokale Produktionen noch Newcomer im Allgemeinen gesendet. Beide hatten im Grunde keine redaktionelle Berichterstattung. Themen waren Klatsch und Tratsch und Staumeldungen. Und so ist es auch heute noch.

Gleichzeitig gab und gibt es beim MDR den insbesondere in konservativen Kreisen sehr unbeliebten DT64 Nachfolger MDR SPUTNIK, der seit seiner Gründung verschiedene Phasen durchlief, aber immer Nischenradio und Experimentierstube war und im gesamten MDR-Gebiet nicht auf UKW gesendet wurde, da das jeweils festgelegte Kontingent öffentlich-rechtlicher Sender bereits ausgeschöpft war (und ist). 1997 erteilte Sachsen-Anhalt dann SPUTNIK plötzlich eine UKW-Lizenz. Eine Klage Sachsens, dies widerspräche dem MDR-Staatsvertrag, wurde vom Bundesverwaltungsgericht zurückgewiesen.

Nachzulesen ist das auf Wikipedia!

In Sachsen wurden Ende 2008 in einigen Metropolregionen durch die Aufgabe vom Konglomerat BBC/Radio France Frequenzen frei. Hoffnungen wurden formuliert. MOTOR.FM bekundete ebenso Interesse wie SPUTNIK-Fans. SPUTNIK selbst war mittlerweile unter der Führung des Programmchefs Eric Markuse zu einem der besten Jugendradios Deutschlands herangewachsen.

Aber: SPUTNIK ging nicht, weil es sich bei der freigewordenen Frequenz um eine für private Sender handelte. Und eine Ausschreibung (auf die sich der private Sender MOTOR.FM hätte bewerben können) gab es es nicht, da Sachsen bereits gesetzlich die Einführung von Digitalradio beschlossen hatte. Ebenfalls gesetzlich vorgeschrieben ist, dass die Vergabe einer Frequenz für 5 Jahre erfolgt. Niemand kann für 5 Jahre eine UKW-Frequenz vergeben, wenn es in drei Jahren kein UKW mehr gibt/geben soll..

An die Einführung von Digitalradio in Sachsen in den nächsten Jahren glaubt zwar keine Sau mehr und der Termin wurde auch schon einmal verlängert, aber es steht eben im Gesetz.

Die Initiative und die Petition

Das alles wollten wir nicht einfach hinnehmen und gemeinsam eine Petition im Sächsischen Landtag einreichen. In dieser haben wir außerdem ein Förderprogramm zur Gründung von Internetradios gefordert, damit sich auf diese Weise mehr Interessierte aktiv als Radiomacher betätigen können, um so der Radiolandschaft in Sachsen wenigstens im Netz neue Konturen zu verleihen. Über 3.500 Unterzeichnern haben wir dafür gesammelt. Leider ohne auch nur ansatzweise das Gefühl zu haben, das hätte dort jemanden ernsthaft interessiert (siehe unten).

Trotzdem gab es es immer noch Hoffnung und Motivation, irgendwie dafür zu sorgen, dass SPUTNIK auch in Sachsen über UKW ausgestrahlt werden könne, um wenigstens einen Sender zu haben, der regionalen Musikern ebenso eine Plattform bietet wie Themen aus Politik und Gesellschaft, die über Szenenews hinausgehen.

Bis dann die MDR-Führung plötzlich meinte, man müsse noch mehr junge Menschen auf den UKW-Frequenzen in Sachsen-Anhalt erreichen und müsse dies tun, indem man auf mehr Hits, mehr Rotation und weniger Inhalte setzt. SPUTNIK begann also der MDR eigenen Cashcow JUMP Konkurrenz zu machen und wir waren vor den Kopf geschlagen. Als dann auch Programmchef Markuse dieses Konzept nicht mehr mittragen wollte, sahen wir einfach keinen Grund mehr, uns für dieses SPUTNIK einzusetzen.

Hier finden sich einige Links zu Artikeln von mir aus der Zeit. Den Wortlaut der eigentlichen Petition muss ich noch nachtragen, da diese nicht mehr online ist.

Am 17.02.2009 geht das Blog zur Petition online

Am 23.02.2009 wurden wir gefragt, wie viele Unterschrift wir erreichen wollen

Ein Artikel über die Media Analyse 2009, nach der SPUTNIK und JUMP nahezu gleichauf waren.

Am 22.03.2009 steht fest, das MOTOR.FM nicht in Sachsen senden wird.

06.04.2009: Digitalradio soll Vielfalt nach Sachsen bringen. Aber jetzt wird Vielfalt verhindert?!?

18.07.2009: erscheint ein Beitrag über „Politik, Gesetze und Radio“

Am 24.03.2010 ist die ernüchternde Antwort vom Petitionsausschuss da

Am 19.08.2010 wird deutlich, dass SPUTNIK sein Programm klammheimlich verändert hat

Wir reagieren darauf mit einem offenen Brief am 27.08.2010

Auch dieser bleibt ohne Wirkung. Die Hoffnung stirbt zuletzt.



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