MusicMatch: Beim „Reeperbahnfestival in klein“ trifft sich am Wochenende die sächsische Popkultur

sebastian · 20.04.2017 · Keine Kommentare

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MusicMatch ist der erste Ansatz seit Langem, Fragen der Musikszene in Sachsen, der Musikwirtschaft, der Politik, Verwaltung und des Publikums zu stellen und zu beantworten,“ heißt es auf der Website des Festivals mit angeschlossener Konferenz, die von heute bis Sonntag in der Dresdner Neustadt stattfindet.

Das stimmt: Seit dem Aus der „Leipzig (Pop Up“ im Jahr 2011 hat es ähnliches nicht gegeben. Mir fällt jedenfalls gerade nichts ein. Klar: So groß und überregional ausgelegt wie „Leipzig (Pop Up“ wird das/die (?) MusicMatch nicht. Vielmehr steht tatsächlich die sächsische Szene als solche im Mittelpunkt, zumindest beim begleitenden Festival, bei dem sich ausgewählte sächsische neben internationalen Acts präsentieren. Bei den Konferenzthemen geht es dagegen um Themen, die Solingen genauso betreffen wie Görlitz, Stuttgart genauso wie Leipzig. Darunter so spannende wie „Musik und Integration“, „Musik und Inklusion“ oder „Frauen in der Musikindustrie“, bei denen man sich eine große Zuhörerschar wünscht!

Der weite Bogen von popkulturpolitischen Themen über handfeste Workshops bis zum bunten musikalischen Programm in den drei Clubs scheune, GrooveStation und Ostpol lassen schnell an ein „Reeperbahnfestival in klein“ denken und schüren Bedenken ob des „Erfolgs“ (in Besucherzahlen gemessen). Aber eins gilt am Ende ja für jede Band, jedes Festival und überhaupt alles: Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Warum zum Auftakt eines Festivals, bei dem sich vor allem die sächsische Musikszene präsentiert, mit Kristin Amparo eine Latin/Soul-Combo mit reichlich TV-Erfahrung aus Stockholm im Ostpol aufspielt, erschließt sich mir zwar auch nach drei Böhmisch Brauhaus nicht, aber irgendwie ist es ja auch sinnbildlich für unsere bunte Neustadt. Und die ist bekanntlich noch (!) das Zentrum der sächsischen Musikszene (Geht ablümmeln Fickpieschen, ConneWitz und TorGau!).

Also, geht dahin! Redet miteinander, übereinander, betrinkt Euch und lasst uns wissen, welche Bands ihr geil fandet! Dankeschön.

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Does Internet kill the Musik-Mittelschicht?

sebastian · 26.03.2012 · 4 Kommentare

Nachdem ich mich ja bereits zur aktuellen Diskussion um die Verdienstmöglichkeiten von Musikern im Netz geäußert hatte, wollte ich eigentlich auch noch einen Beitrag schreiben zum Thema „Das Ende der kreativen Mittelschicht“. Denn genau das ist derzeit größte Problem Phänomen. Es gibt nicht weniger Bands oder Musiker (eher mehr) und die großen Acts tragen sich in der Regel alleine durch Ansprüche aus Urheber- und Leistungsschutz gegenüber der GEMA und der GvL. Dafür sorgt alleine das Radio.

Was aber derzeit völlig den Bach runter geht ist die kreative Mittelschicht. Bands, die früher mal 10.000 bis 20.000 LPs oder CDs verkauften, krebsen heute bei Verkäufen um die 1.000 bis 2.000 und bekommen trotzdem nicht annähernd so viel mehr Live-Gage, um dieses fehlende Geld zu kompensieren. Und es kann nicht verleugnet werden, dass das Internet dem klassischen Geschäftsmodell der Indie-Labels den Garaus macht(e). Denn im Gegensatz zu Major-Labels arbeiteten Indies in 99% der Fälle ohne Künstlerexklusivverträge oder angeschlossene Verlage und verdienen somit ausschließlich am Verkauf von Tonträgern. Aus diesen Erlösen konnten sie immer wieder auch vielen Newcomer-Acts ordentliche Produktionen bezahlen (oder vorschiessen). Und diese Erlöse fehlen heute.

Ich will nicht darüber urteilen, ob das gut ist oder schlecht (oder egal)! Ich stelle zunächst mal fest, dass es so ist. Darüber sind sich ja auch eigentlich alle einig! Die Schlussfolgerungen sind aber eben ganz andere (siehe Regener versus Effenberger). Deswegen interessiert mich vor allem Eure Indiemeinung. Ihr seid sie Musiker, Labels und Fans, um die es geht!

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Spotify, Gema, Youtube, Embedding-Gebühren für Blogger: Neues aus dem Rechte-Dschungel

sebastian · 12.03.2012 · Keine Kommentare

Streaming ist Streaming ist… Naja, eben nicht immer gleich Streaming!

Nahezu jeder Musiker, den ich kenne, fordert derzeit eine Beilegung des Streits zwischen GEMA und Youtube und ist dabei offenbar bereit, auf eventuelle Lizenzeinnahmen zu verzichten, hauptsache die Videos werden gezeigt. Deichkind findet klare Worte:

Ob Plattenfirma, Youtube oder GEMA, egal wer dafür verantwortlich ist. Wir wollen, dass unsere Videos zu sehen sind. Regelt euren Scheiß jetzt endlich mal und macht eure Hausaufgaben.Ihr seid Evolutionsbremsen und nervt uns alle gewaltig..

Anders sieht die Sache dagegen aus, wenn es um den Dienst Spotify geht. Morgen startet auch hier der weltbekannte  Streaming-Dienst und halb Musikerschland hasst den Dienst schon jetzt. „Ausbeuter, Abzocker, Verbrecher“ sind noch die nettesten Komplimente. Die Payouts je Stream sind halt wirklich nicht gerade üppig. Aber: Es gibt eben welche! Bodi Bill haben mal vorgerechnet, dass sie von jedem iTunes Download 0,19 Euro erhalten, während sie für jeden Stream bei Spotify 0,0013 Euro erhalten. Das heißt, user müssen einen Song bei Spotify über 100 Mal hören, bis das selbe Ergebnis rauskommt. Oder aber: 10 User hören je 15 Mal einen Song..

Diskussion 1: Was ist einfacher: 15 Leute zum Streamen zu bewegen oder einen zum Kauf einer MP3? Und ist Youtube wirklich keine Konkurrenz zur MP3-Sammlung, aber Spotify schon? Kann man sich streiten, tut man auch!

Gema-Gebühren für Youtube-Videos in Blogs? 
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