Reeperbahn Festival 2012: Die Musik spielt in Hamburg!

kristin · 27.09.2012 · 2 Kommentare

Mit insgesamt 25.000 Besuchern und 2.500 Vertretern der Musik- und Medienbranche (davon 40% nicht aus Deutschland) war das Reeperbahn Festival 2012 Samstagnacht schließlich ausverkauft. Und es war eines der tollsten Festivals überhaupt. Es fällt mir nichts ein, was besser oder auch nur anders hätte sein sollen. Noch nicht einmal die wegen der begrenzten Kapazitäten in den Clubs oft diskutierten Einlass-Stopps haben mich gestört. Bei einem so umfangreichen Programm (knapp 300 Acts in drei Tagen) auf dem so kompaktem Terrain des Hamburger Rotlichtviertels, braucht man für Alternativen oder das nächste Highlight nur von einem Club in den nächsten fallen.

Liebes Reeperbahn Festival-Team: Danke!
Aber stellt doch bitte im nächsten Jahr mehr Stunden für die drei Tage und Nächte auf der Reeperbahn zur Verfügung und verteilt mit jedem Bändchen eine extra Portion Aufnahme- und Durchhaltevermögen.

Es ist unmöglich, die Vielzahl an Eindrücken und Erlebnissen, all die Konzerte, die wunderschönen Venues, Vorträge, Diskussionen und Gespräche, die wilden Partys und Begegnungen zu einem lesbaren Rückblick aufzudrieseln. Darum gibt es an dieser Stelle nur eine Aufzählung der interessantesten musikalischen Neu- und Wieder-Entdeckungen, mit dem Wissen, mindestens 100 weitere verpasst zu haben. Für all die unausgeschrieben Erlebnisse, die das Reeperbahn Festival zusätzlich zu dessen enormen Aufgebot an Kreativität und Programm, zu etwas ganz Besonderen machen, sei jedem das Reeperbahn Festival 2013 (26. – 28 September) ans flammend‘ Herz gelegt. Tickets dafür gibt’s zum Early Bird Preis von 56 € hier. weiterlesen…

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Soundcheck: Hanne Kolstø

kristin · 06.06.2012 · Keine Kommentare

Hanne Kolstø hat schon gesungen, bevor sie sprechen konnte. Später, als sie etwas älter war, stellte sie erstaunt fest: Nicht für jeden ist Musik so ein natürliches Bedürfnis wie für sie selbst und nur wenige schreiben immerzu Songs. Heute fährt Hanne Kolstø nachts gern mit dem Fahrrad durch ihre Heimatstadt Kristiansand. Sie liebt es, mit sich allein zu sein, während sie all die schlafenden Menschen um sich weiß. Dieses Gefühl greift sie in ihrem Song „The City“ auf.

Allein sein, ohne sich einsam zu fühlen. Seid da und hört mir zu, aber kommt mir nicht zu nahe! Was ihre Texte andeuten, greift Hanne Kolstø in ihrer Musik auf. Wie ein Schutzschild halten unbewegte Melodien, synthetisch verspielte Sounds und Hannes kühle Stimme den Hörer an der Oberfläche. Darunter landen einzelne Textzeilen schmerzhafte Treffer.

»If you don’t like yourself
Then be someone else«

Hanne Kolstø ist ok, ihr geht’s gut. Sie hat sich mit einem blauen Auge davongestohlen.

»You just see what you wanna see«

Hanne Kolstø experimentiert viel und möchte jeder Idee die Chance geben, dass etwas daraus entsteht. Vieles auf ihrem Debütalbum „Riot Break“ bleibt angedeutet, über manches, wie den Song „I don’t want to be happy in the moment (I want it to last)“ möchte sie nicht sprechen. „Riot Break“ klingt nicht nach fröhlichem Mädchenpop, sondern auf ruhige Art trotzig, nach aufgeschürften Knien und abgesplitterten Nagellack. Da ist etwas an dieser Stimme, die an Imogen Heap und Annie Lennox erinnert, das Lust macht, wiederzukommen. Um herauszufinden, was nach der Ruhe vor dem Aufstand passiert. weiterlesen…

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