Berlin Music Week 2012: Da geht noch was

kristin · 13.09.2012 · Keine Kommentare

Noch nie habe ich auf einer Musikveranstaltung so wenig Livemusik erlebt, wie auf der Berlin Music Week. Das lag ganz bestimmt auch daran, dass ich mit Donnerstag und Freitag genau die beiden Abende arbeitsbedingt verpasst habe, die bis oben hin mit den interessantesten Showcases vollgepackt waren. Die Entscheidung für eine der Veranstaltung wäre mir an diesen beiden Tagen sicher nicht leicht gefallen. Und entscheiden musste man sich aufgrund der Entfernungen zwischen den teilnehmenden Locations oft gründlich. Von Club zu Club ziehen und überall mal reinschauen oder -lauschen erfordert in Berlin oft einiges an Aufwand.

Word On Sound
Mit Word On Sound richtete sich die Berlin Music Week mit einem Programm aus Workshops, Vorträgen und Diskussionen an Musiker und andere Professionelle aus dem Musikbereich. Von Mittwoch bis Freitag trafen sich die Teilnehmer – in einer viel entspannteren Anzahl als erwartet – ab morgens im Spreespeicher, direkt neben dem Gebäude von Universal Music. Die räumliche Nähe zum Major strahlte jedoch nicht auf die Veranstaltung aus, die sich auf den Independent-Bereich konzentrierte.

Vom Vergleich verschiedener Philosophien bei der Veranstaltung von Festivals (Distortion, Kopenhagen/Öresundsfestival, Malmö) über Social-Media Nachhilfe für ein Label (City Slang) bis hin zu Finanzierungsmöglichkeiten in der Musikkultur – innerhalb der gesamten Bandbreite an angerissenen Themen, die von internationalen Sprechern erläutert und kommentiert wurden, standen immer wieder dieselben großen Fragen im Raum:

– Wie kann ein Künstler mit seiner Musik so viel Geld verdienen, dass er davon leben kann?

– Wer darf daran mitverdienen und wie?

– Was ist Musik – und Kultur – überhaupt wert?
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With Us Until You’re Dead. Dave Pen im Interview zum neuen Album von Archive

kristin · 12.08.2012 · Keine Kommentare
24. Oktober 2012
20:00 Uhr
Alter Schlachthof, Dresden
VVK ab 22,70 €
Verlosung

>> English version (PDF)

Archive und Dresden verbindet eine ganz besondere Geschichte. Über die britische Crowdfunding-Plattform Pledge Music haben zwei Fans aus Dresden gleich dreimal Gutes getan: Einen großen Beitrag zur Realisierung der DVD Live in Athens geleistet, damit indirekt ein von Archive ausgewähltes Hilfsprojekt (eine Musikschule für Kinder in Ghana) unterstützt und Pollard Berrier und Danny Griffiths im Februar 2011 für ein DJ-Set ins Alte Wettbüro geholt.

Im Oktober kommen Archive wieder nach Dresden; Mit neuem Album, einer neuen Sängerin und der zugehörigen Live-Show. Und vielleicht ergibt sich ja sogar eine Gelegenheit für ein weiteres DJ-Set…
Für die Show im Alten Schlachthof verlosen wir 1×2 Freikarten. Die Teilnahmebedingungen findet ihr unter dem Interview.

With Us Until You Are Dead, das inzwischen achte Album (alle Live-Alben und den Soundtrack Michel Vaillant nicht mitgezählt) von Archive, erscheint Ende August. Ging es auf den Vorgängern Controlling Crowds I – IV mit dem Schwerpunkt Kontrolle um eher gesellschaftliche und politische Beobachtungen, konzentriert sich das Kollektiv um Darius Keeler (Keyboard, Streicharrangements) und Danny Griffiths (Keyboard, Soundeffekte) auf With Us Until You Are Dead auf ein sehr persönliches Thema: Liebe. Keine Sorge, Archive haben nicht altersbedingt ins Genre schwülstiger Liebesballaden gewechselt. Selbst positive Emotionen tragen auch auf dem neuesten Werk fast ausnahmslos gedeckte Farben aus kühlem Progressive Rock-Sound mit treibenden elektronischen Beats und epischen Streicher-Arrangements.

»still the lights are far away and the shadows overlay«

Insgesamt vier Vokalisten – Pollard Berrier, Maria Q, Holly Martin und Dave Pen – erzählen von den Facetten der Liebe. Und da Archive sich nicht als Band verstehen, sondern als Kollektiv, in das jeder seine Persönlichkeit einbringt, treffen auf With Us Until You Are Dead vier ganz unterschiedliche Sichtweisen zusammen. Es ist nicht ganz einfach, sich zwischen so vielen Charakteren und Ansätzen auf With Us Until You Are Dead nicht hin und wieder auch zu verlaufen. Aber die Musik von Archive hat schon immer etwas Zeit und einiges an Interpretationslust erfordert, bis man sie sich ganz erhört und für immer ganz fest eingebrannt hat.

Dave Pen (Gesang, Gitarre) sprach mit mir über seinen Platz im Archive-Kollektiv, den Management- und Labelwechsel und seine Gedanken zum neuen Album.

Ihr versteht Archive ja weniger als Band, sondern als Kollektiv um einen festen Kern, der aus Darius und Danny, manchmal wird auch Pollard hinzugezählt, besteht. Wie ist das mit dir, Dave? Wo siehst du dich im Kollektiv, vor allem auch jetzt mit dem neuen Album?
Ja, Archive ist tatsächlich ein Kollektiv um die beiden Gründungsmitglieder Dan und Darius. Maria und ich waren eigentlich die ersten, die mit den beiden zusammengearbeitet haben. weiterlesen…

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WochenendEinklang: Rosko John

kristin · 10.08.2012 · Keine Kommentare

Rosko John und Roya Arab haben schon 1996 einmal miteinander gearbeitet und für Archives erstes Album Londinium gemeinsam Songs aufgenommen. Während dieser Aufnahmen kam es allerdings zu Unstimmigkeiten zwischen dem Rapper und der Sängerin, woraufhin sich gleich mehrere Wege trennten. 2009 tauchte Rosko John überraschend wieder im Archive-Kollektiv auf und rappte auf Controlling Crowds I – IV. Archives neuestes Werk, das Ende August erscheint, verzichtet leider gänzlich auf Roskos Reime und Raps und das unter anderem auch deshalb, weil Rosko sich seit einiger Zeit seinem Soloprojekt widmet. Zum ersten Mal seit Londinium hat er für seine erste Soloveröffentlichung Tactical Light wieder gemeinsam mit der iranischen Sängerin (und Archäologin) Roya Arab aufgenommen. Alles wird gut. Auch wenn’s manchmal ein wenig länger braucht …

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