UMFYR – Colours Of Distance

sebastian · 16.12.2018 · Keine Kommentare

Schon in ihren letzten Jahren waren die Dresdner Surfrock-Legenden Robert & the Roboters merklich bemüht, ihr Image der wilden Partyschweine abzulegen und mehr wert auf musikalische Qualität und Instrumentals im Mid- und Lowtempo zu legen. So ganz ist das nie geglückt.

Mit UMFYR führen Roboters-Gitarrist Robert Czernik und der langjährige Organist Arne Maiwald diesen Weg nun konsequent zu Ende. „Colours Of Distance“ hat mit Stücken wie „Tanz Du Luder“ so gut wie gar nichts mehr zu tun. Cineastischer Surfrock trifft hier auf gelassenen Jazz und ist damit das perfekte Reisealbum (persönlich getestet für die Zugfahrt Dresden-Berlin). Im Nieselregen ziehen Plattenbauten, Datschen und weite Felder vorbei, gelegentlich sieht man Rehe, an den Bahnübergängen warten Rentner in Cordwesten auf dem Fahrrad. Die musikalischen Farben des Albums entführen Dich derweil in ein Wiener Kaffeehaus („orange“) oder einen gediegenen Cocktailabend am Hotel-Pool („Azure“). Das ist alles wunderbar analog, unaufgeregt und tiefenentspannt und ist definitiv den Download wert. Denn die nächste Reise kommt bestimmt.

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Teleman – Cactus

sebastian · 12.07.2018 · Keine Kommentare

„Cactus“ ist die Vorabsingle zum im Herbst erscheinenden Teleman Album „Family of Aliens“ und in Anbetracht dieses Sounds wundere ich mich schon sehr ob der sehr spärlichen Festival-Termine. Denn das ist schon ganz schön „Synthie For The Masses“… Oder ich habe die falsche Tourlist? Egal, ist eh nix für meine Freunde ;-) Aber Video ist nice.

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Mitbringsel vom SPOT Festival 2018: When Saints Go Machine – It’s A Mad Love

kristin · 01.06.2018 · Keine Kommentare

Am zweiten Maiwochenende fand im dänischen Aarhus das SPOT Festival statt, jenes kleine, feine Lieblingsfestival, das einmal im Jahr sein Bühnenlicht auf Newcomer und etablierte Künstler der dänischen und (überwiegend) skandinavischen Musikszene richtet. Nach einem Jahr entschuldigten Fehlens, habe ich von meinem sechsten SPOT mit Khalil und August Rosenbaum zwei neue Lieblingsacts mitgebracht und konnte meine alte, beinahe vergessene Begeisterung für When Saints Go Machine auffrischen.

When Saints Go Machine - live @SPOT Festival 2018Seit ihren Auftritten zum 2013er Album Infinity Pool war es (zumindest in Deutschland und Kanada) so ruhig um When Saints Go Machine, dass ich fast vergessen hatte, Fan zu sein.
Tatsächlich aber haben sich die vier Herren in der Zwischenzeit diversen Nebenprojekten gewidmet (Nikolaj Vonsild: Cancer, Khalil. Jonas Kenton und Silas Moldenhawer: Kenton Slash Demon. Simon Muschinsky: The League Of Extraordinary Gentlemen.) und als When Saints Go Machine ihren Ansatz zeitgenössischer elektronischer Popmusik in den Kontext eines klassischen Sinfonieorchesters gesetzt. Gemeinsam mit dem Philharmonischen Orchester Kopenhagen spielten sie im Februar 2017 unter dem Titel 60 Minutes with When Saints Go Machine zwei ausverkaufte Konzerte in der Royal Danish Academy of Music.

Seit Anfang Mai dieses Jahres gibt’s mit der EP It’s A Mad Love nun endlich ein paar neue Songs, die überraschend anders und gleichzeitig doch unverwechselbar nach When Saints Go Machine klingen.
Wie schon auf Infinity Pool kommt auch das erste Stück der neuen EP – ArrowThroughSkinOutOfBlueSky – direkt mit einem fetten Gast-Rap von Run The Jewels Killer Mike um die Ecke, dazu gibt es ein wirklich tolles, bissiges Video: weiterlesen…

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Mitbringsel vom SPOT Festival 2018: August Rosenbaum

kristin · 29.05.2018 · Keine Kommentare

Am zweiten Maiwochenende fand im dänischen Aarhus das SPOT Festival statt, jenes kleine, feine Lieblingsfestival, das einmal im Jahr sein Bühnenlicht auf Newcomer und etablierte Künstler der dänischen und (überwiegend) skandinavischen Musikszene richtet. Nach einem Jahr entschuldigten Fehlens, habe ich von meinem sechsten SPOT mit Khalil und August Rosenbaum zwei neue Lieblingsacts mitgebracht und konnte meine alte, beinahe vergessene Begeisterung für When Saints Go Machine auffrischen.

 
August Rosenbaum - live @SPOT Festival 2018Den Pianisten August Rosenbaum hatte ich überhaupt nicht auf meinem SPOT-Schirm, was daran gelegen haben muss, dass in der Info zum Lineup des Festivals als Hörbeispiel einer seiner Songs verlinkt ist, dem die dänischen Soul-Sängerin Coco O. ihre Stimme aufgesetzt hat, womit ich – nach wie vor – nicht viel anfangen kann.

Der Zufall wollt’s, dass mein SPOT-Freitag auf der Dayparty des Kopenhagener Labels Tambourhinoceros einklang, bei der in der sonnigen Gewächshaus-Atmosphäre des Dome Of Visions Frühschoppen statt Frühstück serviert wurde. Und dann saß da, vor dem Ausblick aufs Aarhuser Hafenbecken, ein junger Mann mit Basecap am Piano. Und plötzlich war alles nur noch Gänsehaut. August Rosenbaum - live @SPOT Festival 2018
Das war mir mehr als Anlass, August Rosenbaums offiziellen Auftritt in meinen Festivalplan zu basteln.

Was dann am nächsten Tag im großen Saal des Musikhuset geschah, vermag ich nicht mehr im Detail zu rekonstruieren. Dort eingekuschelt im rotsamtigen Theatersitz wie auch hier im erinnernden Rückblick, versinkt das was Rosenbaum, sein Drummer, Licht und Ton da präsentiert haben zu einem allerschönsten Rausch aus klaren Klaviertönen und verspielter Electronica, wummernden Bässen, mucksmäuschenstillen Pausen und Beleuchtung auf den Punkt; Alles überzogen von anhaltenden Gänsehautschauern.
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Mitbringsel vom SPOT Festival 2018: Khalil – The Water We Drink

kristin · 26.05.2018 · Keine Kommentare

Am zweiten Maiwochenende fand im dänischen Aarhus das SPOT Festival statt, jenes kleine, feine Lieblingsfestival, das einmal im Jahr sein Bühnenlicht auf Newcomer und etablierte Künstler der dänischen und (überwiegend) skandinavischen Musikszene richtet. Nach einem Jahr entschuldigten Fehlens, habe ich von meinem sechsten SPOT mit Khalil und August Rosenbaum zwei neue Lieblingsacts mitgebracht und konnte meine alte, beinahe vergessene Begeisterung für When Saints Go Machine auffrischen.

 
Khalil - live @SPOT Festival 2018Es hatte sich gar nicht bis zu mir nach Kanada rumgesprochen, dass When Saints Go Machine Sänger Nikolaj Vonsild gemeinsam mit Simon Formann (Yen Towers) und Villas Klint unter dem Namen Khalil im August letzten Jahres ein Album veröffentlicht hat. Fraglich, ob mich der ambivalente Industrial-Charme von The Water We Drink schon damals so gepackt hätte, als sich meine Sehnsucht nach sehr großen Gewässern ganz einfach durch einen täglichen Spaziergang um Vancouvers Seawall beruhigen ließ.

Seit dem – großartigen! – Auftritt von Khalil zum diesjährigen SPOT Festival kann ich aber ebenso wenig aufhören, das Album zu hören, wie darüber zu grübeln, warum ich mich so darin verfangen habe.

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Kristins Empfehlungen für das SPOT Festival 2018

kristin · 06.05.2018 · Keine Kommentare
9. Mai 2018 bis 13. Mai 2018
Location siehe Text, auswärts
Tickets ab ca. 41€ (Tag) / 78€ (Festival)

Nach einem Jahr (Zwangs-)Pause, in dem ich mir in Vancouver das Aarhus-schwere Herz mit dänischem Dosenbier ein kleines bisschen leichter getrunken habe, geht es dieses Jahr – juhu! – endlich wieder zum heißgeliebten SPOT Festival.
Beinahe wäre daraus gar nichts geworden, denn anders als in den vergangenen Jahren sponsert der dänische Musikexport diesmal keine Busse zur Anreise der internationalen Delegierten. In Verbindung mit den knackigen Zug- und Flugpreisen um den Himmelfahrtstag soll das so manchen davon abgehalten haben, sich das SPOT Festival 2018 in den Kalender zu schreiben. Mich beinahe auch. Aber nun bin ich doch gespannt, ob so ein SPOT Festival ohne Bus-Networking und Klassenfahrtambiente auch nur der halbe Spaß ist.

SPOT Logo 2018Eine weitere Neuerung ist die Unterteilung des Festival-Lineups in Haupt- und Partnerprogramm. Diese Unterscheidung leuchtet mir bisher nicht ein. Ich habe mich also durch beide Programme gehört – jeweils in alphabetischer Reihenfolge und spätestens ab dem Buchstaben ‚H‘ im Hauptprogramm war meine Aufmerksamkeitspanne für R’n’B-Stimmen und Autotune-Effekte aufgebraucht. Sorry Kaliyah, Omar, Shoko etc.

Dennoch ist es mir gelungen, ein paar Highlights für meinen Geschmack als Alben, EPs und Singles in eine Spotify-Playliste zu packen, die mir auf der 12 stündigen Flixbusfahrt von Dresden nach Aarhus bestimmt beistehen wird. weiterlesen…

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Thirsty Eyes – 838

sebastian · 12.03.2018 · Keine Kommentare

Man weiß ja bei den Wienern nie so genau, wie viel Charme echt ist und wie viel – sehr gut – gespielt. Wie viel Typ in den Typen steckt und vor allem: Wie viel Rock in den Rockern. Etwas, was die Wiener mit den Hamburgern verbindet. (Bei den Berlinern (neu wie alteingewurzelt) dagegen weiß man, dass alles nur gespielt is oder eben nicht charmant).

So ist das auch bei Thirsty Eyes. Eine Band zwischen Mofagang und Künstlerkollektiv. Wie auch immer: Menschen, die mit Vinyl Singles starten, haben bei mir immer ein Stein im Brett. „838“ gibt es – soweit ich es sehe – derzeit nur digital, aber dafür mit analog anmutendem Musikvideo, dessen Story weniger begeistert als der Stil, der gleichsam an Emir Kusturica wie an deutsche Filmemacher wie Peter F. Bringmann oder Wolfgang Becker (in den 70ern) erinnert. Cool halt. Charmant. „Lässig“, würde ich jetzt mal sagen, ist das beste Prädikat für diese Band. #Garage #Surf #Rock #Soundtrack

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Dienstagskonzert: And The Golden Choir – Breaking With Habits

kristin · 06.03.2018 · Keine Kommentare
13. März 2018
20:00 Uhr
Societaetstheater, Dresden
VVK 14€, AK 17€
14. März 2018
20:00 Uhr
Nochtspeicher, Hamburg
VVK 17€ zzgl. Geb.

„Das war ein sehr interessantes Konzert. Wirklich.“ kommentierte unser Freikartengewinner Torsten vor 3 Jahren die Konzertankündigung für das Ein-Mann-Projekt And The Golden Choir im Dresdner Socieaetstheater. Damals stand Tobias Siebert nur in Begleitung eines Plattenspielers auf der Bühne und spielte und sang dazu die auf den Platten fehlenden Parts seiner Stücke vom Debütalbum Another Half Life.

Im Februar dieses Jahres veröffentlichte Tobias Siebert als And The Golden Choir sein zweites Album Breaking With Habits. Der Titel drängt natürlich darauf, allerlei Betrachtungen zum Bruch mit (schlechten) Gewohnheiten in die Lobhudeleien einzuarbeiten. Das passt ja auch so schön zum Zeitgeist der unermüdlichen Selbstoptimierung.

Und so will auch Breaking With Habits viel, wenn nicht gar alles; außer vielleicht perfekt sein. Noch immer entstehen die Songs aus Nichts und einer Vielzahl von Instrumenten, darunter einigen ungewöhnlichen. Eins ums andere schichtet Siebert übereinander, bis sich der Klang von Cello und Drehleier, Klarinette oder Hackbrett und erstmals auch Samples und Drumcomputer kunstvoll, aber geschmeidig zu opulenter Popmusik verdichten. weiterlesen…

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Lydmor mit neuer Single Money Towers und einem Statement

kristin · 24.02.2018 · Keine Kommentare

Zwischen Türmen aus Beton und Glas schiebt ein dumpf pulsierender Beat rastlose Gedanken durch das Gedränge, bis sie sich in neongrellen Synthie-Sounds zu verwackelten Bildern zerstreuen. Unablässig lockt die Stadt mit ihren Verheißungen – bis zum Zusammenbruch.

„so lost in the city / I hear a car crash with every step we take / I can’t find you / I couldn’t reach you“

Mit ihrer neuen Single Money Towers veröffentlicht die dänische Musikerin und Sängerin Lydmor einen ersten Einblick in das Konzept und die Anmutung ihres neues Albums I Told You I’d Tell Them Our Story, das für September angekündigt ist.

Money Towers erscheint in Begleitung eines Videos, in dem Lydmor in Bildern aufgreift, womit sie sich in ihrem Song auseinandersetzt – dem Sog der Großstadt und einer innerlichen Zerrissenheit. Gefilmt wurde es teils in Shanghai, wo Lydmor 2016 für mehrere Monate lebte. Die Idee zum Video entwickelte sie gemeinsam mit ihrem Manager, Schnitt und Nachbearbeitung übernahm sie selbst.

 

Lydmor überrascht auf den GAFFA Awards mit einem mutigen Auftritt

Am Tag vor der Veröffentlichung von Money Towers veranstaltete das dänische Musikmagazin GAFFA in Odense eine Live-Show anlässlich der Verleihung seiner GAFFA Awards 2018. Für das musikalische Programm war auch Lydmor angekündigt. Sie nutzte den Moment, um ein Statement zu setzen und regte damit zum Nachdenken an. weiterlesen…

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Neues Album: Bigott veröffentlicht Candy Valley

sebastian · 14.02.2018 · Keine Kommentare

Francisco De Borja aka Bigott ist musikalisch gesehen vielleicht so ein bißchen der spanische Stephin Merritt? Viel Bart, viele Geschichten, viel Tragik, viel Witz, großer Pop, urbaner Blues, Vorstadtdisco…

„Candy Valley“ ist sein mittlerweile 7. Album und via Bandcamp erhältlich. Aufgenommen in gerade mal zwei Wochen irgendwo in Los Angeles. Wahrscheinlich hätte man aus „Don’t Stop The Dance“ auch einen Radio Smasher machen können. Aber das gilt auch für viele ältere Stücke von Francisco. Unten noch das ebenso einfache wie wirkungsvolle Video zu „Find A Romance“ aus dem Album „Blue Jeans

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