Eleni Mandell & Sylvie Lewis – Musik zum Anlehnen

andrea · 14.01.2013 · Keine Kommentare
18. Januar 2013
21:00 Uhr
Beatpol, Dresden

Hier wird gehaucht, gelitten und gezupft. Die Kalifornierin Eleni Mandell sieht aus wie eine Mischung aus Feist und PJ Harvey, klingt dabei aber ein bisschen wie Norah Jones.. melancholisch verrauchter Barjazz, der sich in Satin kleidet, an dem man abrutscht. Liegt das am falschen Drink oder der in letzter Zeit übermäßig strapazierten Singer-/Songwriter-Mentalität? Das hier ist leider Musik, die einem beim Hören unterfordert. Ein bisschen verschroben scheint die Gute ja zu sein, wurde sie doch mittels anonymer Samenspende Mutter von Zwillingen. Seltsam, dass ihre Lieder auf dem mittlerweile achten Album „I Can See the Future“ dann leider eher langweilig klingen – oder aber eben halt zwingend zu Tagesform, Gemütslage und Rotwein passen müssen. Wer sich also gern anlehnt, ist am Freitag sicher gut aufgehoben im Beatpol. Der Musikexpress urteilt: „Abgehangene Harmonien und lässig-müde Rhythmen, die sanft schunkeln wie ein Schaukelstuhl auf einer Terrasse in Tennessee.“

Niedlich, charmant und mit glockenklarer Stimme gesegnet, ist Sylvie Lewis Tour-Support – und klingt trotz der rührseligen Attribute beinahe spannender.

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Harald Martenstein liest aus „Wachsen Ananas auf Bäumen?“

andrea · 13.01.2013 · Keine Kommentare
18. Januar 2013
20:00 Uhr
scheune, Dresden

Ein Kind zu haben, ist manchmal die letzte Chance, erwachsen zu werden.“

Harald Martenstein, Kolumnist von ZEITmagazin und tagesspiegel liest Freitag nächster Woche aus „Wachsen Ananas auf Bäumen? Wie ich meinem Kind die Welt erkläre“ in der scheune. Darin: Geschichten über das Vatersein. Im Vorwort heißt es:

“Die Geschichten handeln von einem Vater und seinem Sohn, und sie sind wirklich passiert, im Großen und Ganzen jedenfalls. Das Vaterwerden und das Vatersein, darum geht es. … Es ist schön, Vater zu sein. Manchmal ist es anstrengend, manchmal ärgert man sich, und immer kostet es einen Haufen Geld. Aber hauptsächlich ist es schön.“

Ich habe das Buch kürzlich gelesen und mich sehr dabei amüsiert. Es geht witzig zu im Leben der Martensteins und – mit den Jahren, von der Geburt des Kindes bis zum erwachsenen Sohn – auch sehr reflektiert. Gute bzw. gut gemeinte Tipps aus dem Freundes- und Bekanntenkreis, Urlaubsanstrengungen, Modenamen, Playstation, Autonomie, Kindergeburtstage, Fußballvereine und „das ist nur eine Phase“ finden sich als Themen ebenso wieder wie mitunter aufkeimende Aggressionen, denn:

„Die Liebe ist aber fast immer eine komplizierte und widersprüchliche Angelegenheit.“

Exakt ein Jahr nach seiner letzten Lesung im Thalia Kino ist Harald Martenstein wieder in der Stadt.

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