Sonne, Regen, Ewigkeit: Manu Chao (am 12. Juni in Dresden)

· 20.03.2015 · Keine Kommentare

November 1998. Mein mittlerweile verstorbener bester Freund Ralf „Sanchez“ Garcia ist gerade nach Hamburg gezogen und lebt als Untermieter in einem kleinen Kabuff bei einem liebenswerten älteren Herrn. Ich bin aus Gründen zu der Zeit alles andere als gut drauf, sattele meinen 84er Saab 900 und mache mich auf dem Weg zu ihm. Es regnet im Grunde durchgehend. Wir hängen in seiner Bude rum und dann schiebt er diese eine Kassette rein, die ihm ein italienischer Freund überspielt hat. Eine spanische Gitarre klingt in Fis Moll durch die etwas miefige Zimmerluft, ein warmer Bass steigt ein und dann singt Manu „Ich wandere alleine mit meiner Trauer…“

Ich weiß (bis heute) nicht, was es genau ist, aber dieser Sound versenkt mich. Manus Stimme spendet bei allem verkündeten Leid so viel Trost und als das Album zu Ende ist, will ich es noch mal, noch mal, noch mal. Als wir später am Abend am Rande des Hamburger Doms frieren, klingen seine Lieder immer noch in mir nach. Bis heute ist es wahrscheinlich das meistgehörte Album meines Lebens. Im Saab lief das Tape rauf und runter (Malle und Erich dürften sich erinnern).

Heute fällt es mir schwer, die Platte zu hören, ohne in Tränen auszubrechen. Du hast mir diese Platte geschenkt und mit ihr wirst Du immer da sein. Im Sommer am Strand, im Herbst auf der Kaimauer und auf jeden Fall am 12. Juni in der Jungen Garde.

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