Kristins Sommerfestival-Dreimaleins

· 02.07.2013 · Keine Kommentare

Mal ehrlich, diese ganzen Sommerfestivals sind schon eine echte Zumutung für das physische und psychische Wohlbefinden.
Nach hunderten von Kilometern durch endloses Niemandsland und stundenlangem Anreisestau schleppst du dir schließlich an Sack, Bier und Pack einen Muskelkater auf den bereits hoffnungslos belegten Zeltplatz.

Hurricane Festival 2013 - Foto: Doreen Reichmann

Hurricane Festival 2013 – Foto: Doreen Reichmann

Seien die musikalischen Freiluftveranstaltungen deiner Wahl auch noch so klein und fein, am Ende wirst du dein Zelt doch neben der Abifeiergruppe des aktuellen Jahres aufschlagen, die dich mit dem immer selben Song (Applaus Applaus) in Endlosschleife durch klamme Nächte auf hartem Boden neben regennassen Klammotten quält.

Ach ja, Wetter! Ist auch immer, aber selten so, wie’s soll – zu heiß, zu kalt, zu sonnig, zu nass, zu dunkel.

Abseits des Zeltplatzelends gilt es, zwischen sorgfältiger heimischer Vorbereitung (wer spielt gleich noch mal?), momentaner Gemütslage (kein‘ Bock auf die vielen Leute hier) und aktuellem Pegel (hoffentlich schon lange drüber) die bestmögliche Zusammenstellung des Musikprogramms zu bewältigen.

Und jeder einzelne Besuch eines dieser blauen Plastikhäuschen gehört immer wieder zu den eindrücklichsten Herausforderungen, die ein jedes Festival zu bieten hat.

 
Wäre es jetzt nicht gemütlich, sich zu Hause auf dem Sofa geruchsneutral, trocken, ruhig und sauber von irgendeinem Fernsehprogramm sorgenfrei berieseln zu lassen?

Hurricane 2013 - Foto: Doreen Reichmann

Hurricane Festival 2013 – Foto: Doreen Reichmann

Aber immerhin hast du für all das einen stolzen Preis bezahlt. Vor allem dann, wenn du, so wie ich, im letzten Winter noch nicht genau wusstest, welches Festival bei dir in diesem Sommer diese Nervosität auslösen wird, sobald alle um dich herum auf einmal nur noch ein Thema zu besprechen haben.

Was hätte ich ohne dieses Festivalfieber nicht schon alles verpasst; Die tollsten Bands, alte Bekannte, neue Freunde und auch den großartigen Moment, in dem mir am verkaterten Morgen danach aufging, dass man mir nicht nur neben das Zelt gepisst und gekotzt, sondern auch gekackt hat.

Wir sehen uns! In diesem Jahr hier…

 

Roskilde Festival: More than Music

30 km westlich von Kopenhagen wird aus dem Städtchen Roskilde (48 000 Einwohner) für neun Tage die viertgrößte Stadt Dänemarks. Insgesamt ca. 80 000 Besucher, 32 000 freiwillige Helfer und 10 000 Künstler, Mitarbeiter und Medienvertreter erleben neben knapp 200 Bands auf acht Bühnen „more than music“: Kunst, Kultur, gesundes Essen, Nachhaltigkeit und ein Gemeinschaftsgefühl, von dem alle, die einmal da waren, fortan als Orange Feeling schwärmen. Das Roskilde Festival ist eine gemeinnützige Organisation, deren gesamter Gewinn an wohltätige Einrichtungen und Organisationen gespendet wird.

29.06 – 07.07.2013

Weil: Dänemark. Volunteer-Job. Orange Feeling. Das erste Mal.

Persönliche Highlights: The National, Henry Rollins (Spoken Word), James Blake, Metallica, SOHN, When Saints Go Machine, John Grant, Queens Of The Stone Age, So-so Echo…

Tickets: Tagestickets ab 670 DKK (ca. 90 EUR, Tagestickets Samstag ausverkauft), Festivalticket ab 1910 DKK (ca. 256 EUR), billetlugen.dk

 

30 Jahre Haldern Pop Festival

Das Haldern Pop Festival feiert in diesem Jahr sein 30jähriges Jubiläum und die Fans meckern über zu wenig Knaller im Lineup. Dabei lassen sich doch gerade unter den Bands, die man noch nicht kennt, am einfachsten neue Perlen finden. Gut für Kurzentschlossene – der eine oder andere Mauler unter den ca. 7000 Kartenbesitzern gibt so eventuell noch sein lange gehortetes Ticket her.

08.08 – 10.08.2013

Weil: Alle hinfahren. Alle anderen hinwollen. Spiegelzelt. Half Moon Run.
Doku (WDR Rockpalast) „Feine kleine Dorfmusik“, ca. 58 min

Persönliche Highlights: Ásgeir Trausti, Ben Caplan, Buke and Gase, Douglas Dare, Efterklang, Glen Hansard, Gold Panda, Half Moon Run, John Grant, Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi, Owen Pallett

Tickets: ebay, Forum, Facebook – ausverkauft seit 24.11.2012

Ankündigung @mittelstern: Du die Schwalbe, wir der Sommer – 30 Jahre Haldern Pop Festival

 

Dockville Festival: Sommer für Kunst und Musik

Das Dockville Festival auf der Elbinsel Wilhelmsburg in Hamburg fällt in diesem Jahr mal nicht mit dem Haldern Pop Festival zusammen und ist schon deswegen und als Neu-Hamburgerin ohnehin Pflichttermin.
Mit seinem Schwerpunkt auf Interaktivität schafft das Dockville Festival für seine etwa 22 000 Besucher eine besondere Atmosphäre zwischen Stadt, Natur, Musik und Kunst. Im Vorfeld des Festivals findet bereits ab 22.07. das MS Dockville Kunstcamp statt, für das sich internationale Künstlerinnen und Künstler zusammenfinden, um gemeinsam zu leben und Kunst zu kreieren. Ab 01.08. wird die in Form von Ausstellungen, Performances und Konzerten für die Öffentlichkeit zugänglich.
Die Verbindung zum Roskilde Festival liegt nahe – im April dieses Jahres kooperierten beide Organisationen zum Roskilde Road Trip Hamburg miteinander.

Weil: Lineup! Hamburg. Zeltfrei.

Persönliche Highlights: Totally Enormous Extinct Dinosaurs, Woodkid, Kakkmaddafakka, DJ Koze, Wankelmut, Alle Farben, Chvrches, Poliça, Sizarr, When Saints Go Machine, Mø, Lemaître, Skip & Die, Pascal Pinon, Reptile Youth, Rangleklods

Tickets: ab 93 Euro, msdockville.de/tickets

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