DÆNI DÆNSEN: Leichtbau-Elektro aus Dresden

· 20.01.2013 · Keine Kommentare

Als kürzlich eine Mail vom Absender „DÆNI DÆNSEN“ ins Haus flatterte, dachte ich zunächst an einen weiteren skandinavischen Singer/Songwriter (sind ja nicht soo selten bei uns im Blog) und nicht an einen Leichtbau-Studenten aus Dresden, der in 100%iger Eigenregie ein kleines Frickel-Album produziert hat.

Daniel kam über Percussions und Piano zum Pop und landete – wie alle – zwischenzeitlich bei der Gitarre. Er spielte in Proberäumen mit dieser und jener Band und kündigte nach ersten Gehversuchen mit selbstproduziertem „Gitarren-Techno“ mutig eines Tages den Veröffentlichungstermin seines „Debut-Albums“ auf der eigenen Facebookseite an, bevor es überhaupt fertig war. Mit Hilfe von realen Instrumenten – Gitarren, Bässe, Trommeln, Shakern, die er alle selbst eingespielt hat, und Software-Synthesizern entstand „PLAY PAUSE“: Zu hören ist vom Indiepop inspirierter Elektro mit prickelnden Percussions und fetten Bässen, über die er selbst eingesungene Hooklines gelegt hat, die leider nicht so gut funktionieren wie die Musik darunter. Der Stimme fehlt das Markante, den Gesangslinien das mitreißende oder träumerische seiner Vorbilder von The Whitest Boy Alive bis Radiohead. Somit verwässert der Eindruck etwas, spürt man bei der Konzentration auf die Musik, dass da jemand sehr viel Herzblut, Schweiß und Zeit investiert hat („In den letzten 3 Monaten habe ich neben der 40h Woche jeden Feierabend und auch die Wochenenden am Album gearbeitet“),wirken die Gesangsparts eher spontan aus dem Ärmel geschüttelt. Vielleicht hätte sich die Suche nach gesanglicher Verstärkung gelohnt… Wir dürfen jedenfalls gespannt sein, was da in Zukunft entsteht, auch wenn er eher auf die Bremse drückt, was die zu erwartenden Releases angeht. Er will gerne aus seinem PLAY PAUSE-Schneckenhaus raus und wieder vermehrt mit anderen Musikern (und Sängern) zusammenarbeiten, aber vor allem an der Qualität arbeiten als an Masse. Über seine eigene Inspiration sagt er etwas Zitierfähiges:

In der Musik gibt es kaum Bedingungen oder Grenzen. Der kreative Freiraum ist schier unendlich groß. Du fängst bei Null an und irgendwann ist da so eine Frequenzsoße, die sich tatsächlich anhören lässt. Das liebe und brauche ich! Musik produzieren bedeutet für mich mit den Füßen im Takt zu trommeln, mit den Fingern stundenlang Rhythmen zu klopfen, bis alle anderen Anwesenden in einen Trance gespielt worden, und Lieder zu summen, die noch keiner vor dir kannte.

Das Album ist online via Buy-Link bei Soundcloud für 4€ käuflich.

twitter share buttonFacebook Share