Dikta – What are you waiting for?

· 26.11.2012 · Keine Kommentare
1. Dezember 2012
21:00 Uhr
Beatpol, Dresden
Special Show! AK: 5 €
Verlosung

Im August dieses Jahres haben Dikta mit Trust Me ihr viertes Album veröffentlicht. Darauf führen die Isländer ihr bewährtes Konzept „eingängiger Indie-Rock/Pop in klassischer Besetzung“ ohne jegliche Veränderung oder Entwicklung fort. Schon im Jahr zuvor hatte sich Andrea darüber gewundert, warum ihr die Songs von Dikta so bekannt vorkommen; Auch Trust Me klingt vom ersten Hören an so vertraut, dass man meint, auf der Stelle mitsingen zu müssen. Nichts stört, nichts hakt, nichts erschwert den Zugang zu diesen Songs und die Stimme von Haukur Heiðar Hauksson ist natürlich noch immer zum Niederknien schön.

Mit all der schönen Harmonie schafft es Trust Me leider nicht, meine Aufmerksamkeit langfristig zu fesseln. Immer wieder driften die Songs zum wenig beachteten Soundtrack in den Hintergrund, wo sie nicht stören und nichts wollen.

War ich von Trust Me also eher enttäuscht, haben es Dikta auf dem diesjährigen Iceland Airwaves dennoch geschafft, mich wieder einzufangen, wie das nachfolgende Video beweist. Im Eldhús, dem kleinsten Venue der Welt, spielten Dikta ein nettes Akustikset und beantworteten mir beim Kaffee danach ein paar Fragen.

 
Dass Haukur, Jón Bjarni, Jón Þór und Skúli ein sehr eingespieltes Team sind, war in dem kleinen Eldhús aus so reduzierter Distanz besonders deutlich zu spüren. Dikta gibt es ja auch schon eine ganze Weile …

»Ach, noch nicht so lange, erst seit 15 Jahren jetzt. Wir kennen uns seit wir Kinder sind. Wir sind im selben Ort aufgewachsen und wir haben irgendwann in JBs Garage angefangen, auf Schlagzeug und Gitarren einzuschlagen, als wir so vierzehn, fünfzehn waren.«

Daraus hat sich über inzwischen vier veröffentlichte Alben der für Dikta typische, weiche Sound entwickelt, der sehr eingängig ist.

»Unsere Songs entstehen sehr organisch. Wenn wir proben, machen wir lange Jamsessions und wir nehmen alles auf. Wenn wir dabei über eine gute Melodie oder Harmonie stolpern, arbeiten wir daran weiter. Fast immer entstehen die Songs um eine Melodie und die Texte kommen dann später dazu und ergeben sich sehr oft aus den Songs. Manchmal bringt auch einer von uns ein paar Ideen von zu Hause mit. Es ist ein Mix aus allem zusammen …

Wir denken nicht so viel darüber nach, ob es leicht zugänglich für andere ist. Wenn es das für uns selbst ist, genügt das.«

Ich persönlich stolpere auf Trust Me immer wieder über den Song „In Love With Myself“ … eine Gelegenheit, von Haukur mehr über seine Texte zu erfahren?

»Ich bin halt sehr narzistisch und mag mich wirklich gern! Nein. Ich schreibe die meisten der Texte und einige sind sehr persönlich, kommen aus meinem Herzen. Und andere sind einfach nur Stories, die ich hernehme. … Du willst, dass ich den Song erkläre? Das werde ich nicht tun. Ich erkläre meine Texte nicht. Ich gebe zu, dass der Text ein bisschen seltsam ist. Aber ich mag das so.«

Wie in den Texten, deuten Dikta auch mit ihrer Musik vieles nur an, lassen das meiste offen und provozieren damit die Frage, ob sich hinter all der harmonischen Oberfläche noch mehr verbirgt.

»Sehr oft, ja. Auf die Texte bezogen mag ich es, Sachen zu schreiben, die sehr ambivalent sind und die man in viele verschiedene Richtungen interpretieren kann. Ich habe meine Bedeutung und manchmal ist die motzig, manchmal schön. Und manchmal werden die Leute vielleicht denken, es ist ein Liebeslied, dabei geht es aber eigentlich um Mord oder irgendetwas anderes. Ich mag es, wenn jeder seine eigene Bedeutung für einen Song haben kann.«

Das Cover des letzten Albums, Get It Together, schmückte ein Bild von einem Pferd. Auf dem aktuellen Cover ist ein Vogel zu sehen. Was hat es mit diesen Tierportraits auf sich?

»Also, dieser Vogel ist ein Falke oder ein Habicht. Mein Name ist Haukur, das bedeutet Habicht. Ich bin in mich selbst verliebt, also bin ich auf dem Cover. Auf dem letzten Album, das war Jón Þór, denn er hat einen wirklich großen … deswegen musste es ein Pferd sein. Als nächstes ist Jón Bjarni dran, wir haben aber noch nicht entschieden, welches Tier er ist.«

Macht Sinn.

Dikta: Trust Me»Nein, das war Spaß. Tatsächlich sind beide Bilder Gemälde von zwei verschiedenen, jungen isländischen Malern. Wir haben für die letzten drei Alben Kunstwerke junger, aufstrebender Künstler aus Island verwendet. Es ist Zufall, dass auf beiden Tiere sind. Es waren einfach nur die Bilder, die wir von diesen Künstlern am meisten mochten. Aber natürlich hat es auch eine Bedeutung. Das Album heißt „Trust Me“ und da ist dieser Falke auf dem Cover… und das Pferd auf dem anderen Cover ist geschmolzen. Dahinter verbirgt sich natürlich auch eine Geschichte.«

Was steht für Dikta als nächstes an?

»Wir gehen nach Deutschland auf Tour. Außerdem arbeiten wir an neuen Songs und werden hoffentlich Anfang des nächsten Jahres ein paar Singles veröffentlichen.«

 
Auf ihrer Deutschlandtour machen Dikta am 1.12. auch in Dresden Halt. Obwohl die Tickets für die Special Show mit 5 € Abendkassenpreis schon ein unschlagbares Schnäppchen sind, verlosen wir 2×2 Tickets unter allen, die uns bis 29.11., 11:12 Uhr in einer E-Mail an redaktion[at]mittelstern[.]de erzählen, welches Tier sie auf dem nächsten Album von Dikta sehen wollen.

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