WochenAusklang: alt-J

andrea · 30.09.2012 · 2 Kommentare

alt-J, vier unscheinbare Typen aus Großbritannien, geistern seit gut einem halben Jahr durch die Blogs und Musikpresse. Hier bislang bis auf einen Facebookpost unerwähnt, kreist das Vinyl in Weiß längst auf dem Plattenteller. Töne flickern, pluckern, Stimmen wispern, man verliert sich in An Awesome Wave, driftet durch komplexe Soundkonstrukte, wundersam eingängig, alles im Fluß, gleichzeitig warm, düster und mühelos.

Triangles are my favorite shape / Three points where two lines meet.


weiterlesen…

twitter share buttonFacebook Share

Laingweilig – Berliner Band holt zweiten Platz für Sachsen beim endschlechten Bundeswegwischensongcontest

sebastian · 29.09.2012 · 3 Kommentare

Wir hatten uns ja schon im Juni drüber aufgeregt, dass Energy Sachsen mit Laing eine Berliner Band ins Rennen des Bundesvision-Songcontests geschickt hat. Und dann auch noch mit einer Coverversion! gestern reichte es für einen zweiten Platz und das sorgt berechtigt für Proteste:

Flurfunk Dresden rechnet mit dem Sender ab und auch auf der Facebookseite des Senders mehren sich die kritischen Stimmen (könnten noch mehr werden).

Abgesehen davon war das gestern eine denkbar finstere Präsentation deutscher Popmusik (oder dem, was Labelmanager dafür halten) und viele Fragen bleiben offen. Wer hat Stefan Raab vor der Show die Antidepressiva geklaut, mit welchem Industriekapitän oder hohem Politiker ist Johanna Zeul verwandt und wie wird man eigentlich Popstar, wenn man bei der Bandvorstellung so aufregend wirkt wie eine Konfirmandengruppe aus Moers?

Ein Format für Körperteile, die man zum Klowärmen braucht.

twitter share buttonFacebook Share

WochenendEinklang: Nils Frahm – Screws

kristin · 28.09.2012 · Keine Kommentare

Nils Frahm - Screws»Ein unerwarteter Urlaub«, dachte sich Nils Frahm, nachdem er sich den Daumen seiner linken Hand gebrochen hatte, Auftritte und Projekte absagen musste und von seinem Arzt Klavierverbot verordnet kam. Langweilig. Für einen wie Nils muss Klavierspielen dieselbe Bedeutung haben, wie für alle anderen Atmen. Und wenn es eben mal nicht mit voller Kraft geht, dann reichen auch neun Finger. Für jeden davon nahm Nils Nacht für Nacht ein kleines Stück auf und veröffentlichte diese schließlich auf Screws zum kostenlosen Download.

 

twitter share buttonFacebook Share

Reeperbahn Festival 2012: Die Musik spielt in Hamburg!

kristin · 27.09.2012 · 2 Kommentare

Mit insgesamt 25.000 Besuchern und 2.500 Vertretern der Musik- und Medienbranche (davon 40% nicht aus Deutschland) war das Reeperbahn Festival 2012 Samstagnacht schließlich ausverkauft. Und es war eines der tollsten Festivals überhaupt. Es fällt mir nichts ein, was besser oder auch nur anders hätte sein sollen. Noch nicht einmal die wegen der begrenzten Kapazitäten in den Clubs oft diskutierten Einlass-Stopps haben mich gestört. Bei einem so umfangreichen Programm (knapp 300 Acts in drei Tagen) auf dem so kompaktem Terrain des Hamburger Rotlichtviertels, braucht man für Alternativen oder das nächste Highlight nur von einem Club in den nächsten fallen.

Liebes Reeperbahn Festival-Team: Danke!
Aber stellt doch bitte im nächsten Jahr mehr Stunden für die drei Tage und Nächte auf der Reeperbahn zur Verfügung und verteilt mit jedem Bändchen eine extra Portion Aufnahme- und Durchhaltevermögen.

Es ist unmöglich, die Vielzahl an Eindrücken und Erlebnissen, all die Konzerte, die wunderschönen Venues, Vorträge, Diskussionen und Gespräche, die wilden Partys und Begegnungen zu einem lesbaren Rückblick aufzudrieseln. Darum gibt es an dieser Stelle nur eine Aufzählung der interessantesten musikalischen Neu- und Wieder-Entdeckungen, mit dem Wissen, mindestens 100 weitere verpasst zu haben. Für all die unausgeschrieben Erlebnisse, die das Reeperbahn Festival zusätzlich zu dessen enormen Aufgebot an Kreativität und Programm, zu etwas ganz Besonderen machen, sei jedem das Reeperbahn Festival 2013 (26. – 28 September) ans flammend‘ Herz gelegt. Tickets dafür gibt’s zum Early Bird Preis von 56 € hier. weiterlesen…

twitter share buttonFacebook Share

Too Tangled am Samstag in der Chemiefabrik

konzertagenda · 26.09.2012 · Keine Kommentare
29. September 2012
22:00 Uhr
Chemiefabrik, Dresden
VB: 5 €
AK: 6 €

Too Tangled sind ein belgisches Indie-Elektro-Rock Duo, bestehend aus Roeland Vandemoortele (Gesang, Gitarre, Basedrum) und seiner Partnerin in crime Eva Buytaert (Gesang, Violine, Percussion, Gitarre, Samples). Die spannungsvolle Atmosphäre zwischen den beiden lässt sich nur schwer greifen. Wie viel Inszenierung dahinter steckt bleibt unklar.

weiterlesen…

twitter share buttonFacebook Share

Bratze morgen im Beatpol

konzertagenda · 25.09.2012 · Keine Kommentare
26. September 2012
21:00 Uhr
Beatpol, Dresden
VVK ab 12,20 €

Sie waren nie wirklich weg, haben zwischendurch immer mal wieder live gespielt, waren natürlich auch mit ihren Soloprojekten Click Click Decker und Der Tante Renate ausgiebig auf Tour und haben neue Platten veröffentlicht. Nach knapp zwei Jahren in etwas ruhigeren Fahrwassern kommen Bratze nun zurück. Das neue Album heißt Highlight und erschien Ende August auf Audiolith.

twitter share buttonFacebook Share

Awesome Autumn at Antirecords

sebastian · 23.09.2012 · Keine Kommentare

ANTI-Records, Sublabel von Epitaph Records und längst Musterbeispiel für wirtschaftliches und professionelles Arbeiten einer Indiebude, ist wesentlich breiter aufgestellt als das Punkrock-Mutterschiff. Von Merle Haggard über Elliott Smith bis Nick Cave haben hier seit der Gründung 1999 einige extrem eindrucksvolle Persönlichkeiten ihre Platten veröffentlicht. In diesem Herbst kommen erneut ein paar scharfe Scheiben auf den Markt

Am 30.10. erscheint das Album „Sorry To Bother You“ von The Coup, auf die „The Magic Clap“ ein Vorgeschmack ist, der mich gerade auf einem Bein durch die Bude hüpfen lässt. Ungesund gut! Das will ich live, das will ich im Chevy auf der Autobahn nach Süden…

Ein ganz deepes Meisterwerk ist auch „Thankful N‘ Thoughtful“ von Bettye LaVette geworden, das in diesen Tagen auf den Markt kommt und das perfekte Soul-Album ist für einen letzten Sommerabend am offenen Feuer. Zur Zeit bei Luisterpaal zu hören. Bei Youtube in Deutschland dagegen leider nur als Standbild-Version. Dafür statt der Single „I´m not the one“ hier das grandiose „Dirty old Town“:

Ebenfalls perfekt zur Jahreszeit passt das nächste Solo-Release von Grandaddy-Mann Jason Lytle. Diese Stimme kann auf alles singen, es klingt immer gut. Und so experimentiert er auch hier weiter an Strukturen und Instrumentierungen, findet aber immer wieder auf die Spur des großen Popsongs zurück.

Jason Lytle-Dept. of Disappearance by Jason Lytle

twitter share buttonFacebook Share

Polis: Auf prophetischem Trip Richtung Weltuntergang

sebastian · 23.09.2012 · 3 Kommentare

Der Osten Deutschlands bleibt das Pflaster für eine lebendige und kreative Rockszene. Stop! Argh. Streiche das Wort Szene. Ersetze es durch Clique. Oder Bagage. Szene ist etepetete. Der Osten (ohne Berlin) nicht. Heute im Visir: Polis aus Plauen.

Polis

Ich finde Bandbios von Popelbands wie uns langweilig, deswegen findet man sie auch nirgends“ sagt Christian Roscher von Polis und versucht sich da nicht in falschem Understatement. Das denkt er offenbar wirklich. Polis bewundern lieber andere Bands (Von Purple über Peter Gabriel bis Rotor) auf ihrer Facebookseite als sich selbst zu feiern. Auch ihr restliches Online Marketing macht den PR-Mann in mir ziemlich fertig. Wie seltene Libellen im Schilf unentdeckter Seen verstecken sich die Jungs im Internet. Aber immerhin. Eine neue Website ist endlich online und es findet sich ein Live-Video in bester Soundqualität.
weiterlesen…

twitter share buttonFacebook Share

Colored Gigs Vol. IV – The Poster Kids are back in Town

sebastian · 23.09.2012 · Keine Kommentare
27. September 2012, 18:00 Uhr bis 29. September 2012, 19:00 Uhr
scheune, Dresden

The Poster Children waren eine saugute Indie Rock Band aus Illinois, die zwischen 1987 und 2002 7 Platten in strengster DIY-Attitüde veröffentlich haben und die für originelles Design ihrer Cover, Shirts und Poster standen.

Poster Kids sind Freaks, die auf der ganzen Welt nach limitieren Bandpostern fahnden und mehr über Grafiker wissen als über Gitarristen. Sie sind Kunstsammler und ihre Kunst ist gleichsam analog wie crossmedial, denn Musik und Design bedingen sich hier unverzichtbar. Zeitgenössische Kunst, die in den Augen der Internetkids dennoch so anachronistisch anmuten mag wie Kassettendecks.

Die siebgedruckte Seele der Musik im scheune-Saal!

So wenig Sinn die Trennung von U(nterhaltungs)- und E(rnster) Musik bei der GEMA macht, so deutlich wird das Vorhandensein der beiden Sparten im Posterdesign. Lauf die Strasse lang und zeige mir ein Volksmusik-, Schlager- oder Radiorock-Plakat, an dem ein Künstler länger als 20 Minuten saß. Eben. Und solche Acts findest Du bei der Ausstellung Colored Gigs nicht! Stattdessen Indie, Folk, Gothic, Punkrock, Soul, Postrock… Musik mit Seele. Musik mit Siebdruck.

Die erfolgreiche Siebdruck-Gigposter-Show findet kommende Woche erneut direkt nach der renommierten Postershow „Flatstock“ in Hamburg an drei Tagen in der Dresdner Scheune statt. Die streng limitierten, oft sehr aufwendig von Hand gesiebdruckten Poster sind ernstzunehmender (wenn auch nicht immer ernster) gestalterischer Ausdruck musikgewordener Lebensgefühle.
weiterlesen…

twitter share buttonFacebook Share

Konzertgespräch: John Klein mit den Mighty Oaks…

John Klein · 21.09.2012 · Keine Kommentare

Paul Simang (Sunset Mission) begrüßt mit den Worten; Ihr wollt euch also ein schönes Konzert anschauen? Ja das ist es in der Tat; ein wirklich schönes! Konzert.Es fängt langsam an. Die drei Jungs von Mighty Oaks kommen auf die Bühne und der Sänger (Ian) bedankt sich fürs Kommen. Auch bei Paul für den Whiskey an der richtigen Stelle zur richtigen Zeit. Die Zeit war auf might gestellt. Sanfte aber volle Musik, durch die Intensität, die sie auf der Bühne instrumental und persönlich bieten. Sie sind voll da und voll bei sich mit einer Verbeugung für das Publikum, das willig ist, zu hören! Kein Tanzkonzert.. Auch wenn Vergleiche immer eine schwierige Sache sind, liegt mir der Vergleich zu Okkervill River nahe. (Ich kam leider nicht dazu, sie danach zu fragen.) Es ist das Gegenteil von wild, aber muss es immer wild sein? Es ist soft im besten Sinne. Noch vor dem Applaus kommt nach jedem Lied ein Danke von Ian, dem Sänger. Es folgt im Laufe des Abends ein Danke auch an den Sound und an das Licht. Gar nicht nebenbei; wundervolles Licht! Für diese Band, an diesem Abend, wundervoll austarierte, passende Lichtarbeit! weiterlesen…

twitter share buttonFacebook Share
1 | 2 | 3 | 4 |