Eine Handvoll Fragen an Other Lives

· 03.07.2012 · 1 Kommentar
8. August 2012
21:00 Uhr
Beatpol, Dresden
Special Show
AK: 5 €

Mit ihrem zweiten Longplayer Tamer Animals schicken Other Lives aus Stillwater (Oklahoma, USA) ihre Zuhörer auf eine spannende Entdeckungsreise. Ungewöhnliche klassische Instrumente, wie Waldhorn oder Fagott, und der besonnene Gesang von Jesse Tabish schimmern sich durch eine vielschichtige Atmosphäre und fesseln die wohlverdiente Aufmerksamkeit. Ohne große Hits und Dramen schmiegt sich Tamer Animals weich und wohlig ums rastlose Gemüt.

Other Lives geben sich auch als Band entspannt und lassen sich anscheinend durch nichts aus der Ruhe bringen. Noch nicht mal durch Tourneen mit Bon Iver oder gar Radiohead. »Wir hatten die Möglichkeit mit den aus unserer Sicht talentiertesten Künstlern auf Tour zu sein«, antwortete Jonathon Mooney auf meine Frage nach den Auswirkungen solcher Ereignisse auf den Bandalltag, »unsere Leben haben sich dadurch ehrlich gesagt nicht viel geändert«.

Am 8. August kommen Other Lives für eine Special Show in den Beatpol nach Dresden. Tickets gibt’s für 5 € an der Abendkasse.

Jonathon gab mir einen kurzen Einblick in das Leben auf Tour, Tamer Animals und die Arbeit an neuen Songs:

Jonathon, kannst du mir jedes eurer Bandmitglieder in wenigstens drei Worten beschreiben, ohne dafür die Instrumente zu benutzen, die der/diejenige spielt?
Jenny Hsu (Cello, Piano, Background-Gesang)
Liebt Pferde. Liebt Mode.

Josh Onstott (Bass, Orgel, Background-Gesang)
Mag Kochen, Spaziergänge am windigen Strand und Schusswaffen.

Jesse Tabish (Lead-Gesang, Piano, Gitarre)
Super sweet dance moves. Mag kein Feuerwerk, keine Museen und keine Bauernmärkte.

Colby Owens (Schlagzeug)
Gib ihm etwas Holz, einen Hammer und Nägel und er wird dir ein Haus mit drei Zimmern bauen.

Jonathon Mooney (Piano, Violine, Gitarre)
Würde lieber rennen als gehen.

Ihr (drei von euch?) habt 2004 unter dem Namen Kunek angefangen, Musik zu machen und sogar ein Album unter diesem Namen veröffentlicht, bevor ihr euch in Other Lives umgenannt habt. Welche Bedeutung hat der Name Other Lives für euch?
Ja, wir haben zu dritt angefangen und zu sechst aufgehört. Als wir uns damals von unserem sechsten Bandmitglied trennten, fanden wir es angemessen, den Namen zu ändern. Wir haben verschiedene Namen ausprobiert und Other Lives schien einfach der richtige für uns zu sein. Er ist ein bisschen mehrdeutig. Das mögen wir irgendwie.

Ihr wart mit Bon Iver und Radiohead auf Tour. Ihr werdet in diesem Sommer auf großen Festivals spielen, aber immer wieder auch in kleineren Clubs. Welche Shows liegen euch besser und welchen Einfluss hat die Größe des Publikums auf euren Auftritt?
Wir mögen wirklich beides auf seine Art und haben definitiv das Gefühl, dass wir eine Verbindung zum Publikum aufbauen können, egal wie groß es ist. Aber es ist schon etwas Besonderes, auf einer kleinen Bühne eng beieinander für ein Publikum zu spielen, dass sich in einen kleinen Raum drängt. Das macht die Sache sehr nah und persönlich.

Könnt ihr es noch genießen, unterwegs zu sein? Was mögt ihr daran, was gefällt euch gar nicht?
Glücklicherweise können wir es noch genießen. Ich bin mir sicher, es wird einen Punkt geben, an dem wir dessen müde werden. Aber wir sind hoffentlich schon wieder zu Hause, bevor es dazu kommt. Wir sind während des letzten Jahres auf Tour sehr eng zusammengewachsen und haben gemeinsam viele schöne Momente erlebt. Für mich ist das Schwierigste am Touren, dass alles so geplant ist. Deswegen versuche ich, den vorgegebenen Weg so oft es geht zu verlassen, um das Gefühl zu haben, dass ich immer noch ein bisschen Kontrolle hab.

Ihr wart gerade in der Nähe von Oxford im Studio, um ein paar neue Sachen aufzunehmen. Verrätst du mir mehr darüber?
Ja. Wir nehmen ein paar neue Songs für eine EP auf, die wir im Herbst veröffentlichen wollen. Es lief ziemlich gut und es hat sich so toll angefühlt, im Studio zu sein und an neuem Material zu arbeiten. Wir können es kaum erwarten, das zu teilen. Wir sind noch ganz am Anfang, aber wir haben ein paar neue Sachen für das nächste Album ausprobiert. Es gibt zwar keinen Grund irgendwas auf Tamer Animals zu bereuen, aber wir planen, beim nächsten Album gewisse Dinge anders zu machen. Ich denke, ich darf verraten, dass wir uns vielleicht noch mehr vom modernen Band-Format entfernen werden.

Auf Tamer Animals habt ihr einen starken Fokus auf klassische Instrumente und Arrangements gesetzt. Könnt ihr euch vorstellen, das irgendwann mal mit einem Orchester zu spielen oder gibt’s dafür sogar schon Pläne?
Das würden wir unglaublich gern machen. Hoffentlich haben wir irgendwann die Mittel dafür.

Ich habe gelesen, dass sich Tamer Animals mit der Beziehung zwischen Mensch und Natur auseinandersetzt. An anderer Stelle steht, dass die Lyrics frei interpretierbar sind und am Ende gar keine Rolle spielen. Für mich spielen Lyrics meistens eine wichtige Rolle für die Gesamtwirkung eines Albums. Die Atmosphäre der Worte auf Tamer Animals fühlt sich für mich apokalyptisch und dunkel an. Kannst du dazu was sagen? Hat das Album einen roten Faden?
Das Thema ist von Song  zu Song verschieden aber es gibt definitiv Tendenzen, die sich durch das ganze Album ziehen. Wir wollten auf diesem Album einfach nur Beobachtungen wiedergeben statt unsere Meinung zu einem Thema zu äußern oder vorzugeben, dass wir etwas Wichtiges zu sagen hätten. Die meisten Beobachtungen haben mit der Beziehung zwischen uns und der Natur zu tun. Angefangen hat das mit unserer Faszination für das Dust Bowl, das in unserer Gegend passiert ist.

Wie geht’s nach diesem Jahr auf Tour bei euch weiter?
Wir nehmen ein neues Album auf!

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