Soundcheck: Hanne Kolstø

· 06.06.2012 · Keine Kommentare

Hanne Kolstø hat schon gesungen, bevor sie sprechen konnte. Später, als sie etwas älter war, stellte sie erstaunt fest: Nicht für jeden ist Musik so ein natürliches Bedürfnis wie für sie selbst und nur wenige schreiben immerzu Songs. Heute fährt Hanne Kolstø nachts gern mit dem Fahrrad durch ihre Heimatstadt Kristiansand. Sie liebt es, mit sich allein zu sein, während sie all die schlafenden Menschen um sich weiß. Dieses Gefühl greift sie in ihrem Song „The City“ auf.

Allein sein, ohne sich einsam zu fühlen. Seid da und hört mir zu, aber kommt mir nicht zu nahe! Was ihre Texte andeuten, greift Hanne Kolstø in ihrer Musik auf. Wie ein Schutzschild halten unbewegte Melodien, synthetisch verspielte Sounds und Hannes kühle Stimme den Hörer an der Oberfläche. Darunter landen einzelne Textzeilen schmerzhafte Treffer.

»If you don’t like yourself
Then be someone else«

Hanne Kolstø ist ok, ihr geht’s gut. Sie hat sich mit einem blauen Auge davongestohlen.

»You just see what you wanna see«

Hanne Kolstø experimentiert viel und möchte jeder Idee die Chance geben, dass etwas daraus entsteht. Vieles auf ihrem Debütalbum „Riot Break“ bleibt angedeutet, über manches, wie den Song „I don’t want to be happy in the moment (I want it to last)“ möchte sie nicht sprechen. „Riot Break“ klingt nicht nach fröhlichem Mädchenpop, sondern auf ruhige Art trotzig, nach aufgeschürften Knien und abgesplitterten Nagellack. Da ist etwas an dieser Stimme, die an Imogen Heap und Annie Lennox erinnert, das Lust macht, wiederzukommen. Um herauszufinden, was nach der Ruhe vor dem Aufstand passiert.

 
Veröffentlichungen

„Riot Break“ erschien im Mai auf Karmakosmetix Music. Die Single „I don’t want to be happy in the moment…“ gibt’s hier zum kostenlosen Download. Die Veröffentlichung des zweiten Albums „Flashlight“ ist für Herbst dieses Jahres in Norwegen geplant, in Deutschland wird es voraussichtlich erst im Frühjahr 2013 erhältlich sein. Wer so lange nicht warten möchte, darf das Album schon eher über Hannes Facebook-Page anfragen.

 
Interview

Mrs. Pepstein hat für Radio Blau auf dem SPOT Festival mit Hanne Kolstø über ihre Musik – als Solokünstlerin und als Teil der Band Thelma & Clyde – die Chancengleichheit in der norwegischen Musikszene und einiges andere mehr gesprochen. Das gesamte Interview könnt ihr hier nachhören:

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