SPOT Festival: Schultz And Forever

· 14.05.2012 · Keine Kommentare

Zwischen all den pulsierenden Elektropop-Acts des SPOT Festivals habe ich die zurückhaltenden, zarten Töne von Schultz And Forever bei meiner Vorbereitung vollkommen überhört. Wie gut, dass Andrea die Festivalvorwoche mit Falling ausklingen ließ und mir damit einen Anlass gab, die Show des 17jährigen Dänen doch auf meinen Timetable zu setzen. Und das gleich zwei Mal. Aus Gründen.

Auf dem SPOT Festival ließ Jonathan Schultz die Songs seines Solo-Projekts von ganz wunderbaren Musikern an Schlagzeug, E-Gitarre, Bass und Violine begleiten. Sein Auftritt am Abend des ersten Festivaltags bewegte ganz ohne große Hits und wilde Beats auf stille, aber um so eindringlichere Art.

»Her name was Marsha and she died when she was ten.
Raped by her father until the very end.«

In seinem Zimmer schreibt der – man kann es gar nicht oft genug betonen – gerade mal 17jährige Jonathan Schultz seine Songs. Allein. Die Band ist mehr so eine Idee, er betrachtet Schultz And Forever als Solo-Projekt. Die abgelegene, ländliche Umgebung, in der er mit seinen Eltern wohnt, findet er inspirierend, erzählte er am Tag nach seinem Auftritt in einem Interview, zu dem ich Carsten vom uMag begleiten durfte.

Dem Gespräch ging ein weiterer Auftritt von Schultz And Forever voraus – auf einem Hinterhof abseits des offiziellen Festival-Geschehens kämpften Jonathan und seine Band gegen Soundprobleme und Windböen. Die sonnige Vormittagsstimmung raubte den zerbrechlichen Songs ihre verstörende Atmosphäre. Schultz And Forever ist eben kein Frühschoppen-Act und vielleicht fehlt es Jonathan Schultz auch noch ein wenig an Erfahrung, um seine Songs live in ihrer ganzen Größe auszufüllen. Die wird er sich erspielen. Nicht nur ich bin überzeugt davon, dass wir von Schultz And Forever noch hören werden. Für’s Erste die Debüt-EP Odd Stories, die es in dieser Woche zum kostenlosen Download gibt.

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