Orph im Dienstagskonzert (am Donnerstag)

31. Mai 2012
20:00 Uhr
Societaetstheater, Dresden
VVK: 7 €
(bis 31.5., 19 Uhr,
danach AK 10 €)

Ruhe bitte…! Ton ab für die Geschichte aus dem Land O!

Die Spieluhr beginnt. Eine alte kupferne Lochplatte aus Narbengelände, märchenhaften Steinen und verwunschenen Flüssen purpur fängt plötzlich an sich zu drehen. Und siehe, es schwingt sich ein Ton in die Lüfte! Sonnenglanz reichlich, ruhig auch das Meer, doch stürmt es in der Seel.

Marco De Haunt und Hendrik Winter mit ihren Akkompagnisten nehmen uns mit auf jenes sagenhafte Eiland. Orph singen mit uns, tanzen mit uns und blicken staunend auf uns. Und sie schauen länger auf, als wir es gewohnt. Und so dauert auch ihr Lied, das sie singen, länger als wir tanzen. Und es ist gut so! Zwischen all den mikroskopisch kleinen Geschichten und Welten entspringt links und rechts des Weges, wie Farben des Kaleidoskops, immer wieder ein neuer Klang. Nimmt uns mit, hält uns an, reicht uns seine Hand! An Heimreise ist vorerst nicht zu denken. Und auch das ist gut so! Denn im ersten Songzyklus „Poems For Kui“ schicken Orph in verwundernd feinsinnigen Tonlithografien unsere Gedanken auf Wanderschaft. Ja, beschreiben genau das, was zu wecken es wert war, was in uns schläft, jeden Tag.

Eine wunderbare Reise ist entstanden. Orph sind, während die Aufnahmen zu ihrem Debüt entstanden, selbst ein Stück aus der Zeit gefallen. »Da war diese Lücke, durch die wir sprangen. Und die gestohlenen Wolken schenkten uns einen fünfzehn sekündigen Traum, Verblendung, Mühsal, Irrglaube und Liebe waren von nun an unsere Gefährten. Am siebenundzwanzigsten Tag unserer Odyssee, des Ozeans schlechtes Benehmen hinter uns, nannten wir diesen Ort Kui. Und da war nichts was da wa(h)r – nur der Versuch und die Reise…«, heißt es da im Begleittext zur Platte. Es beschreibt ganz zauberhaft den eigenen Blick auf das Vollbrachte und die zurückliegenden drei Jahre, in denen man das Orph-Schiff bis zu diesem Punkt navigierte. Und ehe man sich versieht, weiß keiner mehr, was nun grad wa(h)r – oder war’s nur Traum?

Support: David Lemaitre

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