5 Jahre Discorporate Records: Jubiläums-Festival der Rächer der Virtuosen

· 16.04.2012 · Keine Kommentare
27. Mai 2012, 18:00 Uhr bis 28. Mai 2012, 23:59 Uhr
scheune, Dresden
Tickets im Vorverkauf

Mit dem Discorporate Festival feiert die charmante Dresdner Indiebastion „Discorporate Records“ ihr fünfjähriges Jubiläum. Fünf Jahre, in denen viel und dickes Herzblut in die Produktion von manchmal kruden, manchmal noch kruderen Kleinoden zwischen Postpunk, Electronica und avantgardistischem Pop geflossen sind.

Rächer der Virtuosen: Hauptsache selten? Hauptsache selten gut!

Oder wie es im Selbstbild des Labels heißt: „Hauptsache, es verspricht wenig Erfolg.“

Damit können nicht nur wir Mittelsterne uns bestens identifizieren sondern auch alle lizenzierten Künstler. Ein Grund, warum Discorporate eher eine internationale Clique unangepasster musikalischer Hallodris ist als klassisches Indie-Business. Das wunderbare Motto „Rächer der Virtuosen“ ehrt jedes ausgewaschene Second Hand Shirt.

„5 years of Chaos“ (27.05. – 28.05. in der scheune)

Am Start sind ein Dutzend außergewöhnliche und außergewöhnlich talentierte Acts. Außerdem gibt es „DJs, Konfusion, Sex, Enttäuschungen, Wurstwaren, Elvis.“

Appetithäppchen bekommt ihr auf dem Festival-Sampler zum Fraß vorgeworfen:

 

Die Acts im Schnelldurchlauf

EXTRA LIFE (US, NORTHERN SPY / AFRICANTAPE)

Extra Life, die finsteren Artrock-Provokateure aus Brooklyn, fordern seit 2008 die musikalische Welt heraus mit ihrem alchemischen Mix aus moderner Komposition, düsterer Symbolhaftigkeit, komplexem Metal, innovativer Elektronik und der ernsten Klarheit mittelalterlichen Gesangs. Die Band wurde gegründet vom exzentrischen Charlie Looker.

TARENTATEC (DE, DISCORPORATE)

Tarentatec sind, so wenn man denn will, die Kernformation von Discorporate Records. Auf ihrem Mist gründete sich das musikalische Selbstverständnis der Anfangstage des Labels, damals noch in der Thüringer Heimat (und Bands wie SchnAAk, Zonnhaider’s Club oder Osis Krull). Hier nahmen Jugendkulturen die große weite Welt in sich auf und in dieser Ecke erblühte eine Art avantgardistische Punkmusik. Das ging teilweise mit radikalen Lebensentwürfen einher, Akzeptanz von prekärer Bohéme, die sich aber eher wenig bohemisch verhält, sondern mehr wie ein Punk im Hippiekostüm – oder andersherum. Tarentatec sind Bauch.

http://www.youtube.com/watch?v=rVMb9XPm1bc

ELECTRIC ELECTRIC (FR, HERZFELD RECORDS)

Electric Electric, eine hyperaktive dreiköpfige Band aus Strasbourg, fordern uns auf zu einen spastischen Tanz mit ihrer energetischen und apokalyptischen Instrumental-musik. Treibende komplexe Beats, irre Loops und viel Energie hinterlassen den Zuschauer entzückt und in Ekstase.  Manche würden sagen, die Musik der Franzosen passt in die Lücke zwischen Donna Summer, Battles & SunnO))).

DEAD WESTERN (US, DISCORPORATE)

In den Songs von Troy Mighty, getragen von geduldvoller akustischer Gitarre, herrscht Traurigkeit und Hoffnung zugleich. Spielerisch tänzeln Streicher, Bläser, Percussion oder eine singende Säge im Netz der zärtlich gepickten Gitarre um seine außergewöhnlich tiefe Stimme. Zusammen stoßen sie Erinnerungen an das Gewicht von Leonard Cohen, Antony & the Johnsons, Scott Walker oder Bill Callahan an.

COTTON PONIES (DE, MARBACH)

Schwer beeinflusst von Bands wie Shellac, Ex- Models, Sonic Youth oder Hella, schrammeln sich die Cotton Ponies durch ihre beherzten Songs und tauschen alle furzlang die Instrumente. Die drei blutjungen Erfurter haben bisher zwei EPs beim Kollektiv „I love Marbach Records“ veröffentlicht und planen dieses Jahr ihre erste LP auf einem Majorlabel. Sonst in so illustren Gruppen wieZentralheizung of Death, Mukra und der heiligen Welt aus Hack zugegen, wurden sie 2011 von BILD- Chefredakteur Johannes Zink zur „Besten Schülerband der Welt“ gekürt.

VUK (FI/US, JOHANNA KUSTANNUS)

Die finnisch-amerikanische Künstlerin Emily Cheeger aka VUK kreiert üppig-mysteriöse Klangteppiche in ihrer intimen Kammermusik mit Hilfe von Chören, Orgeln, Zithern, Vodoo-Percussions und Indonesischen Gamelan-Instrumenten. Ihr letztes Album “The Plains” bescherte ihr schwärmende Überreaktionen seitens der finnischen und internationalen Presse, und half ihr ausgiebig in Europa und den USA zu touren, vorallem als Support für Fever Ray’s US-Tournee. Live wird sie von einer virtuosen dreiköpfigen Band unterstützt.

DON VITO (DE, DISCORPORATE)

Die eigene Beschreibung „hyperkinetic instrumental noise tohubohu“ passt wie Arsch auf Eimer. Alle Gliedmaßen, die man besitzt, fangen gleichzeitig an zu zucken, wenn Don Vito das elektrische Chaos aus dem Sack lassen.

ELFIN SADDLE (CA, CONSTELLATION)

Elfin Saddle ist eine kanadische Band, die mystische, avantgardistische und hybride Folkmusik intoniert. Die Japanerin Emi Honda und der Kanadier Jordan McKenzie begegneten sich Ende der 90er Jahre auf Vancouver Island und arbeiteten bereits an diversen Sound und Visual Art Projekten zusammen. Aus dem psychedelischen Sud von Größen wie Bark Psychosis, A Silver Mount Zion, My Bloody Valentine oder Luna destillieren sie die Essenz: Songwriter-Pop, der dir die Füße wärmt und das Herz reinigt.

GARDA (DE, Kumpels & Friends)

Nach dem frenetischen Release-Konzert im Beatpol als 10-köpfige Band sind die relevanteste Band Dresdens in ihrer Kernformation als Duo beim Discorporate Fest dabei. Wir sind sehr glücklich über diesen Kontrastpunkt: Garda, was für herrliche Typen, was für eine wunderbare Band, wenn man die Szene-Scheuklappen runternimmt und nicht cool sein muss.

GNARLED BIKERS vs. Steve Zissou (DE, DISCORPORATE)

Krishan Zeigner und Lars Mäurer (beide u.a. Feindrehstar, Wise in Time, Charlie Bucket Trio&, Musik Krause) sind ein musikalischer Geist – zusammen kreieren sie groovende komplexe und improvisierte Jazz-Hop-Tunes. Die Gnarled Bikers kennen für ihre Musik nur eine Regel: Keine Proben! Für das Discorporate Fest spielen sie ein spezielles Set, in welchem sie die Songs und Themen des größten Filmes der Moderne aufgreifen: „The Life Aquatic with Steve Zissou“ (Musik von Devo’s Mark Mothersbaugh).

CONNY OCHS (DE, EXILE ON MAINSTREAM)

Conny Ochs kommt aus Halle und mehr braucht ihr auch nicht zu wissen. Der Rest liegt in seiner Musik und hinter seinen Augen verborgen.

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