Darauf hat auch keiner gewartet: Vooh Ticket-App – Bilderkennung statt QR Code.

· 16.03.2012 · 1 Kommentar

Ich weiß nicht, mit wie vielen Menschen (Existenzgründer, Veranstalter, Entwickler) ich in den letzen 5 Jahren über das Thema Mobile Ticketing gesprochen habe. Richtig durchgesetzt hat sich – verbessert mich – bisher kein System. Das Zusenden von Tickets per MMS oder als mobile optimierter Download ist mittlerweile ganz gut verbreitet, aber die Vision vom geschlossenen System (Direktkauf am/übers Plakat) hat noch keiner richtig in den Griff bekommen bisher.

Neuster Angreifer ist der Plakat-Riese Ströer mit seiner App „Vooh“. In ganz Dresden hängen zur Zeit Plakate dafür, aber ein bisschen wirkt es, als hängen die dort nur als Notersatz für eine ausgefallene Kampagne. Vooh hat noch nicht einmal eine eigene Web- geschweige denn Facebookseite sondern wird ausschließlich über Plakate beworben. Einzig auf der Ströer-Seite beworben findet sich etwas zum Ticket-Service:

Applikationen für mobile Endgeräte (Apps) ist ein Trendthema der heutigen Zeit. Einmal installiert, generieren Apps Mehrwerte für Konsumenten und laden zu Entertainment mit dem Smartphone ein„, heißt es dort einleitend und wenig einladend. Spätestens mit diesem Satz wird klar: Außer einem Logo- und Plakatdesigner hat an dem Projekt bisher kein Marketer gearbeitet.

Das ist das Besondere:

Vooh arbeitet nicht mit (QR-)Codes sondern mit Bilderkennung. Oder wie es bei Ströer heißt (den Satz kann ich Euch nicht vorenthalten): „Vooh! bedient sich eines hocheffektiven Motiverkennungsalgorithmus, der eine sichere Zuordnung der Kampagne garantiert.“ Man muss also keinen

Dazu muss man die App aber erstmal auf dem Phone haben und Ströer verzichtet (konsequent aber mit Verlaub ziemlich dämlich) auf den Plakaten auch diesbezüglich auf QR Code (oder Short URL) zu einer Landingpage.

Das spricht dafür: 

Die Technologie ist interessant und Ströer hat unbestritten sehr gute Kontakte zu den wichtigen Eventveranstaltern.

Das spricht dagegen:

Das System wird meiner Meinung nach mittelfristig nur eine Insellösung bleiben und somit auf den großen Durchbruch warten. Veranstalter werden Vooh kaum im Printbereich oder auf Flyern einsetzen, um dort unabhängig von Ströer zu bleiben. Das bedeutet aber auch für die Veranstalter gleichzeitig, mehrere Landingpage- oder Ticketsysteme zu verwalten und die Mühe werden sich zunächst nur Pilotkunden aufhalsen.

Ich sehe zukünftig vor allem drei Modelle:

1. CTS steigt richtig dick ein. Dann wird´s spannend… (Deswegen lohnt sich die Entwicklung auch noch, denn inhouse bauen die das nicht)

2. Die Veranstalter nutzen eine Whitelabel-Lösung, mit der sie möglichst unabhängig von Dritten bleiben

3. Irgendwann werden Facebook-Apps auch auf deren mobiler Lösung laufen und dann wird das Credits-System gerade für Ticketshops richtig richtig interessant.

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