On the Tip of a Leaf: Neue Großraum-Pop EP von Vanda aus Dresden

· 24.02.2012 · 5 Kommentare
3. März 2012
21:00 Uhr
scheune, Dresden

Ich will ganz ehrlich sein: Wenn Vanda keine Dresdner Band wäre, wäre diese EP-Kritik wahrscheinlich nicht unbedingt in unserem Blog gelandet. Dabei kommen Vanda auch im sechsten Jahr ihrer Bandkarriere sehr sympathisch rüber, hören bekanntlich sehr gute Musik (von The National bis Björk) und arbeiten außerdem richtig professionell. Für mich definitiv zu professionell! Vanda kommt leider nicht von Vandalismus…

Der Sound ihrer neuen 4-Song-EP „on the tip of al leaf“ hat mir zu wenig Ecken und Kanten und zu viele überflüssige Effekte. Darum gibt es hier auch einen eher allgemein verfassten Gesamteindruck als eine Song für Song Kritik.

Großraum-Pop meets Hardrock & Eurodance

Vanda spielen diesen treibenden Großraum-Alternative-Pop, der stark vom Hardrock beeinflusst ist und Hooklines aufweist, aus denen man auch Eurodance-Stücke zaubern könnte. Guano Apes mit Synthies? So ungefähr. Musik für Soundtracks von deutschen Krimi-Serien. Wenn es gut läuft jedenfalls! Dazu muss aber ein Profi-Produzent das nötige Finetuning beisteuern, denn ausbaufähig ist bei Vanda trotz des eindeutig vorhandenen großen Potentials einiges: Texte, Arrangements, Satzgesang, vor allem aber Persönlichkeit, Eigendynamik, Mut!


Es ist wohl kein Zufall, dass die einzelnen Bandmitglieder weder auf der Website, noch bei Facebook, noch in der Pressemail namentlich genannt werden. Keine Einzelportraits, keine Namen, kein Egokult: Die Sängerin ist die Sängerin. Die Band ist das Team und das Team ist der Star. Oder eben auch nicht. Schließlich geht es um Musik, die sich klar an neurotischen Ego-Vorbildern orientiert. Vanda dagegen scheinen ihre eigene Persönlichkeit hinter der vermeintlichen Emotionalität der eingesetzten Effekte zu verstecken, statt eigene Persönlichkeit auszudrücken.

Vielleicht sind sie einfach zu sympathisch für eine Art Musik, mit der man nur erfolgreich werden kann, wenn ein brutales und zielstrebiges Management einen vorantreibt oder man mit dem Gen des Genialen gesegnet ist, welches gerade mal 0,0000001% alle Musiker ihr Eigen nennen dürfen?

Vielleicht sind sie auch einfach eine lupenreine Liveband? Davon kann man sich am 03.03. in der scheune ein Bild machen beim Sound of Dresden. Dort gehörten sie jedenfalls eindeutig zu den wenigen Lichtblicken, bei denen man sagt: Da geht doch was, Menschenskind!

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