Werbepause – Augusten Burroughs

· 02.01.2012 · Keine Kommentare

Rückblick #16 und die Bekanntgabe einer neuen Taktik: Ich lese kein neues Buch, bis ich nicht alle im Jahr 2011 gelesenen Werke hier besprochen habe. Vorabbemerkung: Tue ich ja doch. Vielleicht sollte ich mir dafür Gegen die Welt von Jan Brandt (927 Seiten) vornehmen oder Unendlicher Spaß von David Foster Wallace (1552 Seiten). Wenn’s mal wieder länger dauert…

Gar nicht lang dauerte der Lesespaß mit Augusten Burroughs, was sich vor allem durch die kurzen Kapitel in Werbepause. Wahre Geschichten begründet. Kaum anhaltend ist leider auch der Nachklang der Lektüre.. ich habe fast alles wieder vergessen. Nachdem mich Trocken vor einigen Jahren wirklich amüsiert und begeistert hat, wirkt Werbepause ein bisschen wie (aus Gründen entfernte) deleted scenes oder aufgewärmter Spinat. Verbitterter Narzissmus zwischen Aggression und Depression trifft auf das Getue eines großen, neurotischen Jungen, der fabelhaft, kreativ und sexy bleiben will – und alles in einer Person. Ich stell mir den ein oder anderen egomanen Drogentrip so vor. Und irgendwann begannen die Geschichten, einfach nur noch zu nerven.

Ein Kind wird Limonadenwerbestar, eine Ratte im Badezimmer versetzt einen erwachsenen Mann in Blutrausch, es gibt detailverliebten Sex mit einem Priester, Sex mit einem Leichenbestatter und zwischendurch und auch schlußendlich die wahre Liebe. Gähn.

Naja, Werbepausen sind ja auch nur Unterbrechungen, schnell konsumiert, hier mal kurz gelacht, da mal vor Peinlichkeit die Hände vors Gesicht geschlagen – aber nach ein paar Tagen kann man sich an keine einzige Szene mehr wirklich erinnern. Zum Glück ein preisreduziertes Mängelexemplar – das passt.

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