Hippies immer diese Hippies

sebastian · 18.01.2012 · Keine Kommentare

Ist ja so. Drehst Dich einmal um Dein Mettwurstbrötchen und bumm: Neue Mode, neue Musik und neue Regeln im Strassenkampf.
Früher (TM) waren die Sprayer mal die Männer unter den Mods und die Streetartisten nichts als in Tee aufgeweichte Haschkeks-Hippies. Und jetzt? Drehn die das einfach um in 01097! Oder ist das eher ein selbstreferentieller Ironieschub der Schablonenmaler. Ich werd´s nicht beantworten, Ich hatte in Kunst und Werken immer eine vier.

Nimm das Hippie:

Das Foto ist von Jörg.

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Me & My Drummer / Einar Stray – ein Rückblick

andrea · 18.01.2012 · Keine Kommentare

Dienstagskonzerte im Societaetstheater mausern sich mehr und mehr zum beliebten Treffpunkt von Konzertgängern aller Couleur – vom intellektuellen grauen Anzug mit Schlips zur SG Gittersee-Trainingsjacke ist alles vertreten, ebenso verschiedene Altersgruppen und Hintergründe – sie alle eint im kuschligen Ambiente des Theaters eins: die Neugier, was in den nächsten Stunden mit ihnen passiert. Und am gestrigen Dienstag passierte so einiges! Me And My Drummer sowie Einar Stray luden zur Audienz und beinahe wäre ich gar nicht hingegangen, fand ich Einar Stray bei ersten Hörproben nämlich jammerig-schwermütig und Me And My Drummer langweilig. Was für eine fatale Fehleinschätzung!

Als Me And My Drummer auf die Bühne traten, Charlotte an den Tasten & Matthias am Schlagzeug, erwartete ich höchstens ein nettes Aufwärmen. Geplänkel. Beiläufiges Mitwippen. Und dann fängt Charlotte an zu singen. Diese Stimme! Halleluja! Was passiert hier? Völlige Verblüffung bei gleichzeitiger Begeisterung. Urteile niemals nach nur einem Video, Andrea!

Wie beschreibt man das jetzt? Ein Mann, eine Frau. Ein Schlagzeug, ein Piano. Ein Raum, der plötzlich viel zu klein wird für diese Stimme, diese Kraft, diese Momente, die sich da entfalten und aufbauen. Der ganze Körper der Sängerin ist in Bewegung, das Gesicht ein einziges Spiel – und man selbst ist gezwungen, auf seinem Stühlchen zu hocken und mit dem Oberkörper zu tanzen. Geht nicht! Aufspringen will man! Jubeln! Aber ach.. Sitzkonzert. Brrrr. Auch in der Reihe hinter uns teilt man diese Meinung und der junge Mann zwei Reihen vor uns beweist, dass Tanzen nur mit Oberkörper doch geht. Wir tun uns leid. weiterlesen…

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Wild Palms

kristin · 18.01.2012 · Keine Kommentare
23. Januar 2012
21:00 Uhr
Ostpol, Dresden
AK: 5€
Verlosung

Sie sind britisch, jung und wild entschlossen, dass sie gekommen sind, um zu bleiben. Inspiriert von Radiohead, Björk (von deren Song Human Behaviour sie sogar eine Coverversion gewagt haben), Sonic Youth, Animal Collective usw. lehnen sie es ab, ihre Musik in die Schublade Post-Punk einzusortieren. Anyway, das Debüt von Wild Palms wippt sich am Schreibtisch mal eben so ganz locker weg, verspricht viel und ob die Jungs das halten, schau ich mir nächsten Montag im Ostpol an.

Wild Palms – Until Spring by Wild Palms

Wir verlosen 2×1 Ticket für die Show: Schickt bis zum 21.01.2012, 12 Uhr eine E-Mail mit dem Betreff Wild Palms an redaktion[at]mittelstern[.]de und nehmt damit an der Verlosung teil.

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Julius Winsome / Winter in Maine – Gerard Donovan

andrea · 18.01.2012 · Keine Kommentare

Rückblick #20. Gestern gab es den hier.

Maine, nordöstlichster Staat der USA, beschauliche Landstriche, viel Wald, lange Winter. Dort lebt Julius Winsome (dt.: Winter in Maine) zurückgezogen in einer Waldhütte mit abertausenden, von seinem Vater geerbten Büchern und seinem Hund Hobbes. Kein Nachbar im Umkreis von 3 Meilen. Bis ein Schuss die Stille jäh durchbricht. Es ist zwar Jagdsaison, aber Winsome hat gleich ein ungutes Gefühl. Wenig später findet er in der Nähe seinen Hund – erschossen.

Many men live in these woods who cannot live anywhere else, … , best to keep your manners about you, and even better to have nothing to say at all. They come up north and wait out life, or they were here anyway and stayed for the same reason. Such men live at the end of all the long lanes in the world, and in reaching a place like this they have run out of a country they can’t live in. (7)

Here, only short sentences and long thoughts can survive… Distances collapse, time is thrown out … The winter is fifty books long and fixes you to silence like a pinned insect .. Every glance ends in snow. (72)

Man spürt die Kälte den Rücken hochkriechen, hört den Wind und das Knacken der Äste, riecht den Schnee. Autor Gerard Donovan schafft auf gerade einmal 215 Seiten eine dichte Atmosphäre und packt nicht nur die Einsamkeit, Trauer und Suche nach Vergeltung von Julius Winsome in dieses kleine Büchlein, sondern reflektiert beinahe beiläufig auch noch die Nachwehen von Krieg, eine Vater-Sohn-Beziehung, die Wirkung klassischer Literatur, das vergangene Glück in der Beziehung zu Claire, die aus dem Nichts in Winsomes Leben auftauchte und genauso plötzlich wieder verschwand, die Notwendigkeit treuer Gefährten und den scheinbar selbstverständlichen Umgang mit Waffen in den USA.

Der Leser wird stummer Zeuge auf Julius Winsomes Rachefeldzug, der vermeintlich beiläufig, wahllos und dennoch präzise damit beginnt, Menschen in seinem „Revier“ zu töten – ohne auch nur den geringsten Beweis dafür zu haben, dass dieser Mensch, der da gerade stirbt, für den Tod seines Hundes Hobbes wirklich verantwortlich ist.

Eigentlich liebt Julius Winsome sein Blumenbeet vorm Haus, den blauen Himmel, der sich über sein Fleckchen Welt wölbt, Shakespeare und sein ruhiges Leben. Eigenbrötlerisch kann man das nennen; ein sonderbarer Außenseiter, sich selbst genug, fernab vom gewöhnlichen Leben – und dennoch ist man ihm, dem Mörder, auf erstaunliche Weise nah, kann nachfühlen, warum er so handelt, versteht seine Verzweiflung.

If I were to write my life in one sentence up till now, I would say that at one point I lived in a cabin for fifty-one years. (28)

You keep away from men like me and you’ll be alright in life. (214)

Es sind viele prägnante Sätze, die mich veranlassten, zahlreiche Eselsohren in meine Ausgabe zu knicken und obwohl man dieses Buch an einem Tag durchlesen kann, hallt es in einem nach und hinterlässt ein seltsames Gefühl von Leere. Vielleicht nicht die richtige Lektüre für einen Strandurlaub, aber sonst für jede Gelegenheit!

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