Dresden. Eine faszinierende Idee?

sebastian · 15.12.2011 · 3 Kommentare

„Dresden. Eine faszinierende Idee“.

Das ist der Slogan der neuen Werbekampagne, mit der die Dresden Marketing GmbH (DMG) 2012 im In- und Ausland für die Landeshauptstadt wirbt. Die faszinierende Idee steht für die zwei wesentlichen Kernthemen Kunst und Wissenschaft, mit der man unsere Stadt in Verbindung bringen soll. Ein sehr, sehr hart umkämpftes Feld! Im Ranking der kreativsten Städte Deutschlands, schaffte es Dresden in einer der Studie Unternehmensberatung Roland Berger nicht einmal unter die besten 10 und wirklich faszinierende Ideen zur Vermarktung der faszinierenden Idee Dresdens fallen auch nicht sofort ins Auge. Für das Jahresbudget von 320.000 EURO gibt es Broschüren, Flyer, Poster, Online- und Anzeigenwerbung sowie die Unterstützung von Wissenschaftsevents.

Zentrales Bildmotiv der Kampagne ist

die Dresden-Silhouette, ergänzt durch drei Verbindungselemente aus Wissenschaft bzw. Kunst: die Sixtinische Madonna, das „Regenerationswunder“ Axolotl – als Symbol für den Wissenschaftsstandort – und ein Werk Gerhard Richters.

Faszinierend oder doch eher vorhersehbar? Das überlasse ich heute mal dem Leser. Nur so viel von mir: Ich finde die gewählte Silhouette schon ziemlich geil. Leider verschwindet sie in dieser Collage auf weiß. In einem Vollformat könnte die echt fett wirken! Sowas hängen sich die Leute auch mal an die eigenen Wände.

Nicht sehr faszinierend finde ich den etwas hingeklatscht wirkenden QR-Code, der auf eine Bilder-Slideshow führt, mit der mein iPhone nichts anfangen kann. Hoffen wir mal, dass da noch nach einer besseren Lösung gesucht wird. Ebenfalls etwas traurig ist es, dass keine kostenlose 0800er Nummer oder ein SMS Callback für das Info- und Buchungstelefon angeboten wird, sondern eine nur für Gehirnjogger zu merkende Dresdner sechsstellige Durchwahl. Dabei ist es so ungemein wichtig, den spontan interessierten sofort zu erreichen und zu binden. Auch die Facebookseite der Stadt hätte man in meinen Augen erwähnen müssen! Im Durchschnitt greifen über 50% der europäischen Facebook-Nutzer (auch) mobil auf ihr Konto zu und das sind echten „Hardcore-Nutzer“, die doppelt so aktiv sind wie der Rest. Ein bombiger direkter Response-Kanal also, vor allem für eine Stadt voller faszinierender Ideen.

Die Diskussion darüber, wie viel Innovationsgeist und Ideenmanagement in der Stadt wirklich spürbar sind, will ich jetzt mal außen vorlassen.

Wie gefällt sie Euch, die neue Kampagne?

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Videopremiere: Jahmica – Spasskammer

sebastian · 15.12.2011 · Keine Kommentare

Was geht ab, dass ich erst bei Carsten aus Düsseldorf über die lustige Leipziger Formation „Jahmica“ stolpere? Sind die zu soft und und zu selbstironisch für die toughen Plattenbau-Rapper des tiefen Ostens? Wahrscheinlich, wahrscheinlich. Ich persönlich finde, die Spasskammer macht ihrem Namen alle Ehre! Piekfeiner Partyrap ist das von Leuten, bei deren Partys man garantiert nicht die Schuhe ausziehen muss (so wie Fettes Brot früher). Jungs, die Dir aber auch nicht in der U-Bahn an den iPod wollen. Was nicht nur daran liegt, dass es in Leipzig keine U-Bahn gibt. Das hat fluff and flow und ist jetzt schon ein Favorit für vordere Plätze beim Flying Music Circus (wenn sie denn mitmachen) ;-)

Da ich sie vorher gar nicht kannte hier auch ein „älteres“ Vid:
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Soundcheck: Darkness Falls

sebastian · 15.12.2011 · Keine Kommentare

Das dänische Allgirl-Duo Darkness Falls besteht aus Josephine Philip (Gesang und Keyboard) und Ina Lindgreen (Bass & Gitarre). Der düster melancholische, oft symphonische Dreampop der beiden ist nicht wirklich sehr nah dran an dem souligen Ethnopop, mit dem Josephine Philip zusammen mit Ane Trole als JaConfetti für Aufmerksamkeit sorgte. Was am Ende nur zeigt, was für eine facettenreiche Vollblutmusikerin sie ist. Kein geringerer als Anders Trentemøller agierte als Produzent bei dem Ende November erschienenen Debut „Alive in us“, was man auch durchgehend durchzuhören meint. Wie ein tighter Film flirrt die Musik gleichsam einlullend wie verstörend im Midtempo an Dir vorbei und will Zeit und Raum vergessen machen. Es ist der Gitarrensund bei der etwas poppigeren Singleauskopllung „The Void“, der einen unweigerlich an The XX denken lässt.

Viel tragischer und somit typischer für das Album dagegen „Josephine“

Ich bin mir ja ziemlich sicher, dass Kristin das gefällt?!?!

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