Hand in Hand oder Du an meiner? Workshop Kultur- und Kreativwirtschaft

· 26.10.2011 · Keine Kommentare

Am Sonnabend moderiere ich einen Workshop beim Netzwerktreffen Kultur- und Kreativwirtschaft der Grünen-Landtagsfraktion zum Thema „Kooperationen und Netzwerkprojekte“ und ich möchte Euch hier gern meine Idee für den Workshop vorstellen und Einwände oder Anregungen entgegennehmen.

Hand in Hand oder Du an meiner?

Auch wenn ich mir offenbar irgendwie den Ruf des Netzwerkers eingefangen habe, der Begriff selbst hängt mir gerade ehrlich gesagt total zum Hals aus! Zu oft macht das Zauberwort „Vernetzung“ die Runde, ohne dass konkrete Ziele oder Projekte damit verbunden sind. Und wenn ich etwas wirklich hasse, dann sind das die gar nicht mal so seltenen Kontaktanfragen beim Business-Netzwerk XING, in denen es heißt: „Lassen Sie uns vernetzen. Man weiß ja nie, wozu es gut ist.“ Hallo? Wer nicht weiß, wozu es gut ist, der soll mich doch bitte in Ruhe lassen! Außerdem erklingt der Ruf nach Vernetzung gefühlt immer dort besonders laut, wo man das Gefühl hat, da kriegt es bloß einer alleine nicht gebacken. Nicht selten fragen erfolgreiche Kreative: Ich habe es ohne Netzwerk geschafft – wenn ich mich auf Dich einlasse, gehen wir dann Hand in Hand oder Du an meiner?

Wieso moderiere ich Stinkstiefel dann so einen Workshop und was passiert dort?

Tja, warum mache ich das? Weil ich durchaus sehr viele – positive wie negative – Erfahrungen gemacht habe. Alleine mit den Versuchen, Leute aus der Musikszene bei Projekten wie BISS.FM oder der Scheune-Akademie zusammen zu bringen. Mehr als einmal habe ich in dem Zusammenhang von Vernetzung gesprochen. Heute würde ich lieber sagen: Interessengemeinschaft. Beide Projekte hatten nämlich ganz klar formulierte Interessen und Ziele. Dieses gemeinsame Interesse fehlt mir aber manchmal, wenn von der notwendigen Vernetzung der kompletten Kultur- und Kreativwirtschaft gesprochen wird. Architekturbüros, Software-Entwickler, Designer, Werbeagenturen, Schauspieler, Bands: Wo genau liegt das gemeinsame Interesse? Ist es wirklich so schädlich, wenn jede Branche „ihr eigenes Ding“ macht? Kann sie nicht dadurch viel eher Interessen und Bedarfe klar formulieren und dafür streiten?

Andererseits zeigt sich, dass der öffentlichen Hand total der Zugang zum Schaffen der Kultur- und Kreativwirtschaft fehlt und eine zentrale Ansprechstation auch seine Vorteile hätte.

Um nun diese schon tausend Mal geführte Diskussion möglichst zu vermeiden, möchte ich gern den Workshop am Sonnabend mit möglichst viel praktischem Nutzen verbinden! Eingeladen habe ich daher die Mädels vom Louisen Kombinaht, in einem Input-Referat ihre „kommunale Verhäkelung gegen das Kapital“ und den „Handarbeitskreis zur Wiederbelebung des gemeinen Tischdeckchens“ vorzustellen. Sechs Modemenschen (durchaus bekannt für leicht individuelle Naturen) eröffnen und betreiben gemeinsam einen Laden und erzählen von ihren Erfahrungen.

Wir lernen also ein mehr oder weniger „geschlossenes“ Netzwerk kennen und werden dann darauf aufbauend gemeinsam Ideen spinnen, welche Dinge man mit noch mehr Manpower online oder offline besser umsetzen könnte. Sprich: Eine Tafel soll gefüllt werden mit Maßnahmen und Bedarfen, von denen die Teilnehmer denken, dass ein starkes (sorry) Netzwerk der Kreativwirtschaft helfen könne.

Im Anschluss – so mein Ziel – können alle Teilnehmer auf der Flipchart für diese Maßnahme die Bedeutung jeder einzelnen der elf Teilmärkte bzw. -branchen bewerten, in dem sie dort Striche machen, wo sie denken, dass Vertreter des Teilmarkts bei der Umsetzung der Maßnahme helfen könnten.

PS Partner gesucht :-)

Gerne würde ich ja mal eine Online-Matrix erstellen, auf der Vertreter der einzelnen Kreativbranchen die Bedeutung der anderen Branchen für sich bewerten können. Jemand ne Idee für eine Whitelabel-Lösung oder Lust, was kleines zu programmieren?

PPS Netzwerke gesucht:
Welche mehr oder weniger festen Kreativ-„Netzwerke“ in Dresden fallen Euch denn noch ein, außer:

Geh8
Neonworx
undsonstso
Coloradio
galeriemodule
Kunst- und Kulturfabrik Krautwald
IG Kraftwerk Mitte
Forum Kreative Neustadt
friedrichstadtZentral

Fotoclub Dresden 74 e.V
OFF-TAKT
Medienvilla Dresden
Presseclub Dresden
Gewerbehof Lößnitzstraße
Kreatives Dresden
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Netzwerktreffen Kultur- und Kreativwirtschaft
29. Oktober 2011, 10 – 17 Uhr
Börse im Ostragehege, Messering 6, 01067 Dresden

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