Iceland Airwaves ’11: Sinéad O’Connor

· 18.10.2011 · Keine Kommentare

Sinéad O’Connors Album I Do Not Want What I Haven’t Got lief Anfang der Neunziger bestimmt nicht nur bei mir hoch und runter. Das ist lange her, eine ganze Weile nun schon. Was Sinéad danach gemacht hat? Ich weiß es nicht. Musik? Auf jeden Fall ein paar Kinder.

Zum Iceland Airwaves kam sie dieses Jahr für eine exklusive Show in die Kirche Fríkirkjan. Dafür musste man sich am Vormittag gegen Vorzeigen des Festivalbändchens ein (kostenloses) Ticket im Record Store des Labels Smekkleysa abholen. First come, first serve und ich dachte, ich schau mir die Schlange einfach mal an. So lang war sie dann, etwa 20 Minuten vor Start der Ausgabe, gar nicht und so hielt ich 25 Minuten später ein Ticket für Sinéad O’Connor in der Hand.

Genau so unkompliziert verlief der Start in den Abend – kein Anstehen, keine Sitzplatz-Kämpfe, alles unaufregend entspannt. Fotografieren war nur während der ersten drei Songs erlaubt, danach räumte die Presse den Kirchengang und es ward noch ruhiger, noch entpannter. Noch unaufregender? Langweilig? Ungefähr die ersten drei Songs habe ich übrigens auch gebraucht, um Sinéad endlich wiederzuerkennen. Zumindest ihre Stimme.
Optisch? Bin ich mir immer noch nicht sicher, ob das echt die Sinéad war, die früher so eindringlich aus dem Fernseher geschaut hat:

http://vimeo.com/30227797

Sinéad verplauderte sich zwischen den Songs angenehm lustig-locker – scherzte mit dem Roadie und erzählte von ihrem neuen Album, das im Februar auf einem Indie-Label herauskommen wird, wie sie stolz betonte. Von eben diesem Album spielte sie einige Songs, fast jeden widmete sie einem ihrer Kinder oder allen, Nothing compares 2U ihrem Partner, allerdings baute sie (nicht nur) in diesen Song einige Textzeilen über Bananen ein. Hm.

Recht unspektakulär, ja langweilig fand ich besonders diese neuen Songs, aber menschlich und warm die Ausstrahlung der kleinen Frau vor dem großen Jesus-Bild. Alles zusammengehalten und getragen von ihrer immer noch gewaltigen Stimme und der damit einhergehenden Nostalgie. Trotzdem: Nicht leicht, 2 Stunden still zu sitzen, während in den Locations nebenan das Airwaves mit der heißesten neuen Musik pulsierte. Als ich die Fríkirkjan während der Zugabe verließ, war die Hälfte der Kirche schon leer.

„The girl I loved as a child.“

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