Iceland Airwaves ’11: Ringelpietz mit Anfassen – Rich Aucoin

· 18.10.2011 · 1 Kommentar

Zufällig ins Off-Venue Zelt geschneit, fand ich mich zum Showcase von Canadian Blast auf einmal in einem Kreis aus Publikum wieder. Vor mir Rich Aucoin, mit seiner Hand auf meiner Schulter „four more years“ in mein Gesicht grölend. Kurz darauf grölte ich selbst, hüpfend unter einer Regenbogenfahne. Alle mal noch schnell ihre/n Nebenmann-/frau in den Arm genommen, dann war der Spuk vorbei (und die Bierdose in meiner Tasche vorläufig zu nix mehr zu gebrauchen). Hä? Was war DAS denn?! Eine neue Sekte? Und war da eigentlich Musik? Und wenn ja, war die gut?

Gelegenheit, das herauszufinden, gab’s einen Tag später – Aucoin schloss das Iceland Airwaves am Sonntag im Club mit der permanent längsten Schlange vor der Tür, dem Nasa. Noch ein letztes Mal Anstellfrust. Erfolg!

Auch abseits des Rampenlichts ist Rich Aucoin eine äußerst einnehmende Erscheinung, wie er sich da im Nasa vor seiner eigenen Show die von Hjaltalí­n ansieht und in der Umbaupause noch schnell 3D-Brillen ans Publikum verteilt.

Die Abschluss-Show für diesen Sonntag, für dieses Airwaves, eröffnete Aucoin dann mit einer pathetischen Dankespräsentation an das Festival – die tollsten Bands der vergangenen fünf Tage, die coolsten Partys, die schönsten Locations in Textform an die Leinwand gebracht. Das sah aus, wie hastig in den letzten 10 Minuten vor der Vorführung zusammengeklickt, war nicht 3D, verfehlte seine Wirkung aber keinstenfalls. Erinnern! Jubeln! Gänsehaut!

Und dann? Brach plötzlich eine konfettikunterbunte, schweißtriefende Feierhölle über das Nasa herein. Der Pressegraben hielt Aucoin kein bisschen davon ab, sich in die dichtgedrängte, tobende, 3D-bebrillte Menge zu werfen, Publikumshüpfkreise zu versammeln, sich von Geländern zu stürzen (aua!) und Regenbogenfahnentänze aufzuführen. Rich Aucoin weiß ganz genau, was er tut und wie er das Publikum kriegt. Und wäre man selbst nicht so mitgerissen, könnte das fast ein wenig gruselig sein. Seine parolenartigen, auf die Leinwand geknallten, Lyrics ließ Aucoin die Feiermeute so lange nachbrüllen, bis sie jeder drauf hatte, um dann mit allen gemeinsam zu grölen, zu hüpfen und auszurasten.

This heart is all that keeps us up! THIS! HEART! IS! BEATING!

Irrer Abschluss für ein großartiges Iceland Airwaves 2011.

Aber (was) macht dieser Rich Aucoin denn nun eigentlich (für) Musik? Ach, ich hab doch keine Ahnung!

Bei Interesse schickt ihm doch einfach mal ein SMS, Telefonnummer im Bild links. Alternativ gibt’s gegen E-Mail Anfrage an redaktion[at]mittelstern[.]de einen Downloadlink mit Zugangscode.

Und nun: Raise your hands high!

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