Gänsehaut! Iron & Wine live im Beatpol

· 14.06.2011 · Keine Kommentare
14. Juli 2011
21:00 Uhr
Beatpol, Dresden
VVK ab 26,50 €

Im Februar hatte ich das Vergnügen, Iron & Wine im ausverkauften Paradiso in Amsterdam live zu erleben. Ich verließ die legendäre, traumhaft schöne Location mit dem Gefühl, Sam Beam umarmen zu wollen, um ihm zu danken. Für einen großartigen Abend, den er mir und ca. 1000 anderen Menschen mit seiner Musik bereitet hat.

So bär(t)ig Sams Erscheinung, so überraschend sanft seine Stimme und so humorvoll sein Auftreten. Im Singer-/Songwriter bzw. Folk-Bereich kein ganz einzigartiges Phänomen, begeistert dieses überaus einnehmende Gesamtpaket dennoch und vor allem bei Iron & Wine.

Musikalisch sorgt der 37jährige studierte Filmwissenschaftler aus Florida immer wieder für Überraschungen und geteilte Meinungen unter Kritikern. Für das aktuelle Album Kiss Each Other Clean hat er »zusammen mit Modest Mouse-Produzent Brian Deck […] in Chicago einen amtlichen Produktions-Aufwand betrieben. Bläser, Synthies, Harfen, Panflöten und Marimbas sind nur der Anfang einer langen Instrumenten-Liste.« (detektor.fm)

So wirkt Kiss Each Other Clean nicht zuletzt durch die Instrumentierung verspielter, experimenteller aber auch zusammenhangsloser als ältere Veröffentlichungen. Nicht jeder der Songs entfaltet seine schöne Besonderheit schon beim ersten Hören. Und gerade diese etwas sperrigeren Stücke entwickeln sich schon mal zu kleinen Nervensägen, wenn man sich durch Unaufmerksamkeit ihrer speziellen Atmosphäre entzieht und die Platte mal eben so nebenher dudeln lässt.

»Ganz so leicht verdaulich wie seine Vorgänger ist „Kiss Each Other Clean“ jedenfalls auf keinen Fall und mehr als einmal setzt Iron & Wine mindestens einen Fuß über die Grenze des guten Geschmacks. Eine sehr gute Platte mit vielen kleinen und großen Ideen, die teilweise erst nach mehreren Hördurchgängen auffallen, ist dem Amerikaner aber trotz einiger Fehltritte gelungen.« (Rote Raupe)

Anders als im Tiny Desk Concert-Video umgeben den sympathischen Sam auf der Bühne sieben Ausnahmemusiker. Eine ausgewogene Mischung aus alten (Hits) und neuen Stücken sorgt für Abwechslung und jede Menge Gänsehautmomente. Zumindest war das in Amsterdam so. Und ich freue mich sehr darauf, das alles noch einmal im etwas intimeren Ambiente des Beatpols erleben zu können.

Support: Eleventh Dream Day aus Chicago.

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