Europcar bläst zum Guerilla-Angriff! Heraus kommt leider nur ein lauer Pups.

sebastian · 27.01.2011 · 3 Kommentare

Auf der ansonsten nicht gerade für Action und Dynamik bekannten Facebookseite der deutschen Europcar-Vertretung findet sich seit dieser Woche ein kleiner Guerilla-Clip, wie man ihn vom größten europäischen Mietwagenunternehmen (und vielleicht größten Werbelangweiler seiner Größenordnung?) ja nun gar nicht erwartet.

Der Inhalt: Ein vermeintlicher Mitarbeiter der Stadtreinigung geht mit einem Laubbläser auf Passanten los und zerzaust ihnen so die Haare. Hinterher gibt´s ein Werbe-Faltblatt mit integriertem (Rück)Spiegel, um sich die Haare zu richten. Beworben wird so die Vermietung von Cabrios…

Gerne würde ich das Video hier einbetten, aber damit kommen wir zum ersten entscheidenden Problem. Leider habe ich es weder bei Youtube noch bei Vimeo gefunden sondern ausschließlich auf der FB Seite (1.318 Fans). Viral geht anders….

Abgesehen davon ist die Idee zwar ganz nett, aber:

1. sieht das Ganze teilweise etwas gestellt aus (wie schon beim franz. Europcar Versuch in diesem Jahr).

2. passt der Style meiner Meinung nach einfach überhaupt nicht zur Marke. Nicht jeder kann und vor allem nicht jeder muss Guerilla Marketing machen. Versixt und zugenäht: Wenn der Meister des Guerilla Marketings aus der selben Branche kommt, suche ich mir doch vielleicht lieber eine andere Sportart statt mich als Nachmacher zu outen?

3. ist die Dialogführung auf der FB Seite ansonsten sowas von zum Einschlafen, dass das Video auf der Pinnwand wirkt wie eine zerranzte Sex Pistols LP in einer Schrankwand Marke Gelesenkirchener Barock.

Was denkt ihr?

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Heiße Luft und Heliumgesänge: Das große Eventquiz der Woche

sebastian · 14.01.2011 · 1 Kommentar

Welches Fest ist das:

Gotthilf Fischer dirgiert ein Luftballonorchester vor den Ehrengästen Dieter Thomas Heck, Roger Wittaker und Carsten Spengemann! Im Hintergrund schmollt der bekennende Nicole Fan Matthias Sammer in Richtung einer ahnungslosen Abiturientin, weil er sie für Lena hält. Als Highlight landet dann ein Heißluftballon mit drei musizierenden (Wasserpfeiffe) Clowns an Bord auf dem Kopf von Jürgen Hingsen! Im Hintergrund streiten Allessandra Pocher, alias Sandy Meyer-Wölden und Alisar Ailabouni derweil darüber, wo denn dieses „ebenda“ liegt, in dem laut Wikipedia Immanuel Kant gestorben ist und ob man das nicht groß schreiben müßte.

A: ZDF Fernsehgarten
B: Semperopernball
C: Die Beerdigung von Roger Wittaker

Als Hauptpreis winkt vielleicht ein Autogramm vom Lena Double Natalia. Vielleicht aber auch nur eine Flasche Rotkäppchen halbtrocken!

PS: Ideen für Guerilla Marketing Ideen im Umfeld des Events werden gerne entgegengenommen :)

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Nackte Haut und Fußball mal anders….

sebastian · 13.01.2011 · 1 Kommentar

Mal wieder Fußball und nackte Haut. Aber erstens geht es hier um Männerfußball und zweitens war im Vergleich zu den Dresdner Frauen WM Entwürfen dieses Mal wirklich jemand am Werk, der Gestaltung ernst nimmt!

Wie findet ihr dieses Plakat für das Länderspiel Frankreich : Brasilien am 11.02.2011?

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We like to jump but we don´t like JUMP – Die Biss.FM Geschichte in Links (1)

sebastian · 12.01.2011 · Keine Kommentare

Anfang 2009 starteten einige Musiker, Labelmacher, Politikinteressierte und Radiofans eine Initiative „für ein besseres Radio in Sachsen“. Der Name der Initiative: Biss.FM. Einer von ihnen war ich und ich wurde mittlerweile mehrfach gebeten, noch einmal einen Rückblick zu geben. Was war Biss.FM, was ist da gelaufen und warum ist die Initiative „gestorben“?

Ganz ehrlich? Ich habe eigentlich weder Zeit noch richtig Lust dazu, das ganze Thema noch einmal aufzurollen, sondern brauche eher mal ne ausführliche Pause davon. Zu frustrierend waren letztlich die Ereignisse. Am Ende ist es nicht besser sondern sogar noch schlechter geworden.

Die Ausgangssituation

Für „junge Hörer“ gab (und gibt) es in Sachsen genau zwei Programme. Das private NRJ und den öffentlich-rechtlichen Sender MDR JUMP. Beide haben sich weder im redaktionellen Anspruch noch in der Häufigkeit der Werbung unterschieden. Nur war NRJ eher auf Black Music ausgerichtet und JUMP auf Mainstreamrock. Beide Sender hatten eine extreme Rotation (Wiederholung gleicher Titel). Beide haben weder lokale Produktionen noch Newcomer im Allgemeinen gesendet. Beide hatten im Grunde keine redaktionelle Berichterstattung. Themen waren Klatsch und Tratsch und Staumeldungen. Und so ist es auch heute noch.

Gleichzeitig gab und gibt es beim MDR den insbesondere in konservativen Kreisen sehr unbeliebten DT64 Nachfolger MDR SPUTNIK, der seit seiner Gründung verschiedene Phasen durchlief, aber immer Nischenradio und Experimentierstube war und im gesamten MDR-Gebiet nicht auf UKW gesendet wurde, da das jeweils festgelegte Kontingent öffentlich-rechtlicher Sender bereits ausgeschöpft war (und ist). 1997 erteilte Sachsen-Anhalt dann SPUTNIK plötzlich eine UKW-Lizenz. Eine Klage Sachsens, dies widerspräche dem MDR-Staatsvertrag, wurde vom Bundesverwaltungsgericht zurückgewiesen.

Nachzulesen ist das auf Wikipedia!

In Sachsen wurden Ende 2008 in einigen Metropolregionen durch die Aufgabe vom Konglomerat BBC/Radio France Frequenzen frei. Hoffnungen wurden formuliert. MOTOR.FM bekundete ebenso Interesse wie SPUTNIK-Fans. SPUTNIK selbst war mittlerweile unter der Führung des Programmchefs Eric Markuse zu einem der besten Jugendradios Deutschlands herangewachsen.

Aber: SPUTNIK ging nicht, weil es sich bei der freigewordenen Frequenz um eine für private Sender handelte. Und eine Ausschreibung (auf die sich der private Sender MOTOR.FM hätte bewerben können) gab es es nicht, da Sachsen bereits gesetzlich die Einführung von Digitalradio beschlossen hatte. Ebenfalls gesetzlich vorgeschrieben ist, dass die Vergabe einer Frequenz für 5 Jahre erfolgt. Niemand kann für 5 Jahre eine UKW-Frequenz vergeben, wenn es in drei Jahren kein UKW mehr gibt/geben soll..

An die Einführung von Digitalradio in Sachsen in den nächsten Jahren glaubt zwar keine Sau mehr und der Termin wurde auch schon einmal verlängert, aber es steht eben im Gesetz.

Die Initiative und die Petition

Das alles wollten wir nicht einfach hinnehmen und gemeinsam eine Petition im Sächsischen Landtag einreichen. In dieser haben wir außerdem ein Förderprogramm zur Gründung von Internetradios gefordert, damit sich auf diese Weise mehr Interessierte aktiv als Radiomacher betätigen können, um so der Radiolandschaft in Sachsen wenigstens im Netz neue Konturen zu verleihen. Über 3.500 Unterzeichnern haben wir dafür gesammelt. Leider ohne auch nur ansatzweise das Gefühl zu haben, das hätte dort jemanden ernsthaft interessiert (siehe unten).

Trotzdem gab es es immer noch Hoffnung und Motivation, irgendwie dafür zu sorgen, dass SPUTNIK auch in Sachsen über UKW ausgestrahlt werden könne, um wenigstens einen Sender zu haben, der regionalen Musikern ebenso eine Plattform bietet wie Themen aus Politik und Gesellschaft, die über Szenenews hinausgehen.

Bis dann die MDR-Führung plötzlich meinte, man müsse noch mehr junge Menschen auf den UKW-Frequenzen in Sachsen-Anhalt erreichen und müsse dies tun, indem man auf mehr Hits, mehr Rotation und weniger Inhalte setzt. SPUTNIK begann also der MDR eigenen Cashcow JUMP Konkurrenz zu machen und wir waren vor den Kopf geschlagen. Als dann auch Programmchef Markuse dieses Konzept nicht mehr mittragen wollte, sahen wir einfach keinen Grund mehr, uns für dieses SPUTNIK einzusetzen.

Hier finden sich einige Links zu Artikeln von mir aus der Zeit. Den Wortlaut der eigentlichen Petition muss ich noch nachtragen, da diese nicht mehr online ist.

Am 17.02.2009 geht das Blog zur Petition online

Am 23.02.2009 wurden wir gefragt, wie viele Unterschrift wir erreichen wollen

Ein Artikel über die Media Analyse 2009, nach der SPUTNIK und JUMP nahezu gleichauf waren.

Am 22.03.2009 steht fest, das MOTOR.FM nicht in Sachsen senden wird.

06.04.2009: Digitalradio soll Vielfalt nach Sachsen bringen. Aber jetzt wird Vielfalt verhindert?!?

18.07.2009: erscheint ein Beitrag über „Politik, Gesetze und Radio“

Am 24.03.2010 ist die ernüchternde Antwort vom Petitionsausschuss da

Am 19.08.2010 wird deutlich, dass SPUTNIK sein Programm klammheimlich verändert hat

Wir reagieren darauf mit einem offenen Brief am 27.08.2010

Auch dieser bleibt ohne Wirkung. Die Hoffnung stirbt zuletzt.



weiterlesen…

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Ein Niveau wie im Stadion! Olé, olé, olé – gebt uns Dekolleté

sebastian · 05.01.2011 · 3 Kommentare

Nachdem das offizielle Dresdner Plakat zur Frauen Fußball WM meiner Meinung nach schon ziemlich knapp am Pfosten am Thema vorbeiging und dann eine Truppe Dresdner Studenten mit einem leicht frivolen Kindergartenmalbuch die Sache konsequent weiterführte, hat Dresden-Fernsehen jetzt den nächsten Elfmeter des guten Geschmacks versenkt.

Hoppe, hoppe Reiter, auf dem Platz braucht´s keine Fighter.
Olé, olé, olé – Da braucht es Dekolleté

Entdeckt im Queo-Blog

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vieles ist gegangen – aber da geht einiges! persönliche ausblicke auf 2011

sebastian · 02.01.2011 · 7 Kommentare

vieles ist gegangen…

viele haben es ja wahrscheinlich schon mitbekommen. zum ende 2010 hat sich meine bunte projekt-kiste etwas gelichtet. die initiative biss.fm ist gestorben, das brn museum habe ich in beste hände übergeben und das neustadtblog kann mein guter freund jan thomas dank einer förderung nun vollzeit betreuen und ich mich auf meine lieblingsrolle als unregelmäßiger gastautor beschränken :-) auch meine kleine „firma“ – die backboard media kg – hat dieses jahr ganz gut was zu tun gehabt. schönste aufgabe war sicherlich die von mai 2010 bis dezember 2010 andauernde produktion der cd zum kirchentag 2011 samt medienpädagogischer begleitung.

…aber da geht noch so einiges!

fakt ist: ich werde meinen bisherigen halbtags-job als „stabstelle neuer dialog“ (sprich: online pr / social media / mobile marketing / guerilla marketing) bei den frischen fischen weiter ausbauen. die zusammenarbeit passt einfach perfekt. ich fühle mich menschlich und fachlich extrem wohl, kann sowohl langfristig kunden beim einstieg in die kommunikation im social web betreuen als auch kurzfristige crossmediale kampagnen konzipieren und umsetzen. bei all dem habe ich ein verdammt kompetentes pr-team an meiner seite, von denen ich in sachen klassischer pr sehr, sehr viel lernen kann. wünschen tu ich mir jetzt nur noch den einen oder anderen langfristigen mobile (apps) oder musik (plattform/tool/cloud) etat. mal sehen, was sich da tut :-) außerdem wird das thema open innovation mich 2011 bestimmt weiter sehr fesseln!

ich habe aber immer noch einen tag in der woche frei für den aufbau der scheune akademie und vorträge an anderen einrichtungen – die arbeit als referent (ihk, scheune akademie, fachtage, existenzgründerseminare) zu themen im weiten spektrum „social media relations“ macht mir einfach viel zu viel spaß, als daß ich das opfern möchte. 2011 hoffen wir, die scheune akademie inhaltlich breiter aufstellen zu können. insbesondere geht es uns darum, workshops anzubieten, bei denen verschiedene online-marketing-instrumente vorgestellt werden, die nicht nur (abr unbedingt auch) für musikszene interessant sind (location base services, sms und e-mail marketing, youtube, twitter, facebook….).

bloggen all over the world?

ob ich somit den konzeptspeicher weiterführe, steht noch nicht wirklich fest. ich werde alles fachliche (online pr) ab sofort im fische-blog veröffentlichen. da wird sich in 2011 noch richtig was tun und ich bin entsprechend heißt drauf.

wird da die zeit bleiben, um andere themen (dresden, musik, fußball) alleine (!) weiter zu führen? Ich grübel noch und – natürlich – gibt es bereits konzepte in der schublade :-) wäre geil, wenn das klappt (betreffende personen dürfen sich jetzt angesprochen fühlen).

und sonst so?

was ansonsten noch passieren wird? ich werde mich von fast allen cds trennen, die hier in meiner wohnung verstauben und komplett auf das duale system vinyl und mp3 setzen. cds habe ich nie gemocht und außer ein paar schicken digipacks, seltenen schätzen oder stücken mit persönlicher erinnerung, will ich den mist hier nicht mehr sehen.

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