Kann ein internes Flattr-Modell auf XING für mehr Premium-Nutzer und eine gerechte Belohnung aktiver Nutzer sorgen?

· 14.10.2010 · 5 Kommentare

Manchmal wünsche ich mir, ich könnte auf Facebook einem Beitrag nicht nur ein „gefällt mir“ sondern bis zu drei (gerne auch Bienchen, Sternchen oder Bierchen) geben, so informativ oder unterhaltsam fand ich den geposteten Kommentar. Tino von Sputnik Dresden kommentierte daraufhin scherzhaft, wenn jedes „gefällt mir“ einen Euro wert wäre, könnte sich mancher eine kleine Existenz aufbauen! Haha, lachte ich, lustiger Gedanke, ein Facebook-internes Flattr sozusagen. (Wer es nicht weiß: Blogger laden sich bei diesem Micropayment-System ein Guthaben-Konto mit einem Betrag X auf, den sie dann anderen Kollegen für deren verfassten Beiträge „flattern“. Vereinfacht gesagt: Lade ich 10,- Euro auf mein Konto und „flattere“ 1 Beitrag, dann bekommt dessen Autor 10,- Euro, „flattere“ ich 200 Artikel, ist jedes „flattern“ genau 0,05 Euro wert.)

Dann aber überlegte ich, ob das nicht eigentich genau die optimale Lösung für das Business-Netzwerk XING sein könnte.

Dort zahlt man etwa 6,00 Euro im Monat für die Mitgliedschaft, wenn man alle Funktionen des Netzwerks nutzen will. Das ist nicht wenig, schafft aber auch ein immer noch gut funktionierendes Netzwerk, in dem man Kunden, Auftragnehmer, Partner, Experten, Ratschläge usw. extrem schnell und einfach finden kann.

Als nicht ganz so toll empfinden es viele, dass es bei XING einige sehr aktive Nutzer gibt, die sich in den verschiedenen Gruppen – mehr oder weniger konstruktiv – einbringen (siehe auch Anmerkungen dazu hier), aber eben auch sehr viele passive Nutzer (stille Leser).

Hier könnte ein Netzwerk-internes Flattr-System wirklich spannend werden. Man stelle sich vor, von den 6,- Euro Monatsbeitrag werden 1,- Euro geflattert. Sprich: Jedes Mal, wenn mir ein Beitrag wirklich geholfen (oder einfach gut gefallen) hat, kann ich über einen Button „Guter Beitrag“ 1/X dieses Flattr-Euros an andere Premium-Mitglieder vergeben.

Vorteile für XING und die Nutzer

Der Anreiz, sich wirklich aktiv einzubringen, könnte wesentlich größer sein als heute. In den extrem zuweilen sehr kontrovers (und persönlich) geführten Debatten könnten die stillen Beobachter diejenige Seite belohnen und unterstützen, die sie für richtig erachten, für die sie aber nicht öffentlich Stellung beziehen wollen.

Für viele könnte es ein Anreiz sein, sich eine Premium Mitgliedschaft zuzulegen, da ja theoretisch durch gute Beiträge sogar Gewinne erzielt werden können.

Natürlich widerspricht das dem eigentlichen Gedanken des kostenlosen Netzwerkens auf Augenhöhe. Andererseits würde vielleicht viel offener mit Wissen oder Ideen umgegangen werden, von dem man sich heute denkt: „Das behältste mal besser für Dich“

Was denkt ihr?

PS: Bitte drückt gerne den „Gefällt mir“-Button; Als Hobbyblogger ist doch der Applaus mein einziger Lohn :-)

twitter share buttonFacebook Share

ZITAT:“Wer es nicht weiß: Blogger laden sich bei diesem Micropayment-System ein Guthaben-Konto mit einem Betrag X auf, den sie dann anderen Kollegen für deren verfassten Beiträge “flattern”.“

das is so nicht ganz richtig…nicht BLOGGER laden sich ein guthaben hoch,sondern JEDER kann ein guthaben anlegen und überall dort flattrn wo er/sie gute beiträge im netz gefunden hat, dies können neben artikeln in blogs auch freie software,musik etc. sein (sofern diese einen flattr.com button haben natürlich)

Hallo Herr Günni,

Du hast damit natürlich völlig recht!

In meinem Text ging es aber nicht darum, wer flattr nutzen KANN sondern wer es aktuell wirklich MACHT.
Da steckt also auch eine Prise Zynismus drin :-)
Wie groß ist in Deinem Bekanntenkreis die Schnittmenge „Flattr-Nutzer : Blogger“? In meinem bei 100%, wenn ich sehr aktive Microblogger als Blogger bezeichnen darf…

Deine Überlegungen in Ehren – aber man muss sich schon bewusst sein, dass die User nicht die primäre Klientel kommerzieller Social-Media-Anbieter wie Xing sind. Xing ist ein börsengeführtes unternehmen und richtet seine Aktivitäten in erster Linie an den Renditeinteressen der Investoren aus. Die Mitglieder der Plattform sind, wie man seit dem Börsengang zunehmend auch fühlen kann, eher zwangsläufig erforderliches und gelittenes Klickvieh, deren »lousy pennies« – im Fall der Premiummitglieder – man natürlich auch gern mitnimmt. Dass die gute, alte 90/10/1-Regel (90 % haben sich irgendwann mal angemeldet, sind aber mehr oder weniger inaktiv, 10 % sind weitgehend passive Nutzer, 1 % liefern aktiv den Content) auch für Xing ihre Geltung hat, darauf deutet die Premiumquote von 7 % hin.

Sicherlich wird sich ein Unternehmen wie Xing nicht noch ein Geldtransfersystem wie ein internes Flattr für User antun, denn damit ist bestenfalls eine Menge Ärger und noch weniger lausige Cent pro Transfer verbunden. Lieber wird man sich um Partner und Werbekunden am anderen Ende des Geschäftsmodells kümmern, die nicht nur im Idealfall nennenswerte Beträge ins Unternehmen bringen, sondern sich auch via Ad-Hoc-Meldungen zur Optimierung des Börsenwerts des Unternehmens eignen. Betriebswirtschaft rules, und in sofern sind deine Überlegungen leider weitgehend obsolet.

Zu den Fragen, wie viele Social-Media-Buttons die Welt braucht (s. letzter Absatz) und ob ein Leben ohne Flattr nicht auch lebenswert sein könnte, habe ich mich ja bereits früher geäußert.

denkst du das ist so?
ich kenn keine anderen flattr nutzer zumindest weiss ich nix davon,aber ich bin auch kein blogger und kenn auch keine ;)
wär schade wenn das so ist,ich finde trotz der kleinen makel mit den zahlungsmöglichkeiten ist das genau das was ich mir seit jahren vorgestellt hab,kleine beträge zahlen nachdem ich den content gelesen,gehört oder genutzt hab…

Lieber Jens, Social Media Buttons sind doch toll – sie sind der einfachste Weg der Interaktion und man macht dabei auch garantiert keine Rechtschreibfehler.

Danke, dass Du Dir außerdem so viel Sorgen machst, ich könnte zu viel zeit für nutzlose Gedanken verschwenden.

1. sind nun einmal 99,9% aller Ideen am Ende entweder nicht neu oder nicht sinnvoll

2. macht mir das schlichtweg Spaß

3. hat es in diesem Fall genau 10 Minuten gedauert :-)

Aber mal zum Thema:

Ich stimme Dir zu, dass XING die von Dir beschriebene Strategie wahrscheinlich für die bessere halten wird. Ich teile aber Deinen daraus resultierenden Frustzynismus („Klickvieh“) nicht und bin mir sicher, dass am Ende immer die Plattform am längsten am Ball bleiben wird, die die meisten Mehrwerte liefert. Und da lässt XING aktuell einiges zu wünschen übrig (individualisierung der profile, die app, einbettung von videos..)