Notiz an mich: Denk an Kneipendiskussion „Was kommt nach Facebook?“

· 29.09.2010 · 1 Kommentar

Meine aktuelle* Prognose für die mittelfristige Entwicklung von Social Media Plattformen als Antwort auf die Frage, ob Facebook alle anderen „platt machen“ würde:

– es wird neue starke plattformen neben facebook geben, mit deren individuellen eigenmarken man sich stärker identifizieren kann
– diese werden aber nicht in sich geschlossen bleiben sondern den austausch untereinander erlauben, die frage ist nur, wo ich meine „stammdaten“ hinterlege
– unternehmen müssen entscheiden, welchen plattformen sie sich öffnen, damit der kunde ohne anmeldeprozedere und ohne öffnen einer e-mail etc. kontakt aufnehmen, bestellen und bewerten kann
– die suche wird immer mehr in den plattformen erfolgen als über einen externen dienstleister – dieser wird eher im hintergrund stehen
– das plattformadvertising wird – durch die klareren lifestyleparameter innerhalb einer gruppe – ein extrem wichtiger baustein werden
– marken müssen sich nicht auf facebook einschießen sondern darauf, dass man sich noch deutlicher positionieren werden muss als bisher

Der Hintergrund:

Irgendwie macht es ja trotz der einem permanent begegnendnen Unfreundlichkeit und Klugschwätzerei extrem Spaß, sich in der XING Gruppe „Internet Marketing“ zu Diskussionen zum Thema „Social Media“ hinreißen zu lassen. So wie zum Beispiel neulich im Fred „„Social Media Fragen“„, der irgendwann zum völlig abstrusen Klein(garten)krieg zwischen Anhängern von SEO, Social Media und klassischer Agentur wurde.

Das Gute ist aber: Man lernt trotzdem immer noch was, entwickelt den einen oder anderen guten Gedanken (ich arbeite gerade am Relaunch unseres Social Media Guides) und trifft am Ende doch auf nette Leute.

Außerdem ist es höchst vergnüglich, die atavistischen Reflexe einiger Gruppenmitglieder auf die Erwähnung von Begriffen wie „Facebook“ oder „Social Media“ zu beobachten. Sobald da jemand eine Studie verlinkt, in der Social Media irgendwie gut wegkommt, kommen die aus dem Gebüsch gesprungen und versuchen gebetsmühlenartig den in ihren Augen unfassbar naiven Irrglauben an die Kraft der sozialen Medien ins Lächerliche zu ziehen. Mir macht das ja Spaß! Die Ereiferungen haben halt durchaus was vom Besuch im Fußballstadion. „Ok, Du ungewaschener Lump, Du! Der FC Social Medi(n)a steht zwar in der Tabelle grad vor der SpvG Seohausen, aber dass das nur eine kurze Phase ist, ein Trend – erkauft und gehypet durch die Medien – dass das alles nur Schönwetterfans und Szene-Idioten sind, das weiß doch jedes Kind, was nur ein bißchen Grips im Kopf hat und sich auskennt.“ Naja, die Wortwahl ist nicht immer so freundlich, aber hier lesen ja auch (meine) Kinder mit.

Heute brachte Regina aus ihrem Blog die Frage in die Gruppe, ob Facebook wirklich alle anderen Netzwerke „platt machen“ werde.

Ein Gruppenmitglied postet daraufhin, dass ein Bekannter im Rahmen seiner Master Thesis zur Erkenntnis gelangt sei, „dass Facebook oder auch StudiVZ keine starken Eigenmarken haben, die dazu dienen Loyalität aufzubauen.“

Das sind doch spannende Erkenntnisse, die zum Nachdenken anregen. In diesem Fall reizte es mich, innerhalb von zwei Minuten darauf mit einer mittelfristigen Social Media Prognose zu antworten. (Nicht weil ich mich beweisen wollte, sondern weil ich schlichtweg nicht eine Minute mehr Zeit hatte).

Weil hier im Blog Leute mitlesen, deren Meinung mir extrem wichtig ist, die aber in der Gruppe schon lange nicht mehr dabei sind, poste ich mal meine Antwort hier noch einmal! Als Notiz an mich, dass mal wieder eine Kneipendiskusion fällig wird und gleichzeitig als verbale Vorlage an Duweißtschon für eben jene! Beklau ich da jetzt eigentlich mich oder XING? Egal, Duweißtschon, Du hast zwei Minuten für Deine Antwort:

facebook und den vz netzwerken fehlt (noch?) der entscheidende aspekt, der nicht angemeldeten usern einen reellen mehrwert schafft. darum auch die fehlende kraft der eigenmarke im gegensatz zu youtube oder myspace, die beide auch für nichtmitglieder einen hohen nutzen bringen.

facebook wiederum hat dagegen so viele leute aktiviert, zum ersten mal überhaupt eine interaktive plattform zu nutzen, wie in deutschland keine plattform zuvor. und der trend geht immer noch eindeutig nach oben. nur ein trend? ich behaupte: generell nein! in sachen facebook: sicherlich!

die zeit nach facebook ist nicht die zeit davor sondern die zeit, in der jemand noch mehr bietet als facebook! und bis dahin bleibt facebook das ding to be. facebook ist doch nur die stufe 2 (2punktwasweißich) auf dem weg, seine persönliche identität ins netz zu tragen.

der eine oder andere hat da angst vor, aber das hatten die leute auch, als die erste eisenbahn fuhr.

meine aktuelle* prognose für die mittelfristige entwicklung:

– es wird neue stake plattformen neben facebook geben, mit deren individuellen eigenmarken man sich stärker identifizieren kann
– diese werden aber nicht in sich geschlossen bleiben sondern den austausch untereinander erlauben, die frage ist nur, wo ich meine „stammdaten“ hinterlege
– unternehmen müssen entscheiden, welchen plattformen sie sich öffnen, damit der kunde ohne anmeldeprozedere und ohne öffnen einer e-mail etc. kontakt aufnehmen, bestellen und bewerten kann
– die suche wird immer mehr in den plattformen erfolgen als über einen externen dienstleister – dieser wird eher im hintergrund stehen
– das plattformadvertising wird – durch die klareren lifestyleparameter innerhalb einer gruppe – ein extrem wichtiger baustein werden
– marken müssen sich nicht auf facebook einschießen sondern darauf, dass man sich noch deutlicher positionieren werden muss als bisher

*fragen sie mich morgen nochmal :-)

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