Der inoffizielle Verhaltenskodex für Werbung zur SieWissenSchon

· 17.06.2010 · 1 Kommentar

Aktuell findet auf der südliche Erdhalbkugel bekanntlich ein größeres Ballsportturnier statt (Name der Redaktion bekannt). Das Turnier findet alle vier Jahre statt und bereits seit 2002 beschäftige ich mich als Marketer mit den Möglichkeiten, die große öffentliche Wahrnehmung für Werbezwecke meiner Kunden zu nutzen. Da große Sponsoren aber sehr, sehr viel Geld investieren, um ihre Produkte exklusiv bei Fernsehberichten oder jedem noch so popeligen Spielplan zu präsentieren, wird das theoretisch (rechtlich) und praktisch (Kontrollen und Klagen) immer komplizierter.

So berichtet das Handelsblatt heute über die Aufregung, welches durch ein Verhör holländischer Meisjes durch die Polizei des Ballsportturnierausrichterlandes entstanden ist. Lieke, Marijne und ihre Freundinnen waren nämlich ebenso frech wie unverschämt zum Auftaktspiel ihrer Mannschaft in Kleidchen erschienen, die eine holländische Brauerei (Markenname ist der latiniserter Ausdruck für ein süddeutsches Bundesland) im Vorfeld des besagten Ballsportturniers als Incentive ausgegeben hatte.

Ich gebe zu, die ganze Aktion hat schon ein wenig den Charakter von Ambush Marketing, aber letzten Endes steht wohl nicht mal ein Branding der Brauerei auf den – übrigens bis auf die Farbe ganz ansehnlichen – Kleidern. Vielleicht sahen die Mädels einfach zu gut aus, um nicht inszeniert zu sein? Wie auch immer: Die Organisation, die das Ballsportturnier ausrichtet, sollte sich selbst zwingend fragen, ob sie durch diese Aktion den eigentlichen Sponsoren (so genanntes „Bier“ aus den USA) wirklich schützt! Wer außer ein paar Holländern hätte die ganze Sache überhaupt bemerkt, wenn es nicht zu der Klage durch den Ballsportturnierausrichter und dem polizeilichen Verhör gekommen wäre? Haben die denn von moderner PR und Social Media wirklich so wenig Ahnung?

Aber in Südafrika (copyright by the Republic of South Africa) geht es sowieso noch härter zu als in den vergangenen Jahren. Die Airline Kulula (Abdruck des Markennamens mit Erlaubnis einer Stewardess der Airline) warb zum Beispiel mit dem sensationell genialen Slogan „Unofficial National Carrier of the ‚You Know What‘“ Nach kurzer Zeit musste Kulula die Werbung wieder vom Markt nehmen.

Manoman! Wann werde ich meine Schuhe (Markenname ist eine südamerikanische Katzenart) am Einlass ausziehen müssen, weil es nicht der offizielle Sponsor ist? Wann bekomme ich mein Einreisevisum nur noch, wenn ich mit dem richtigen Auto fahre (Markenname gesprochen eine Mischung aus einem Haustier mit Fell und vier Beinen und dem Auswurfprodukt eines Haustiers mit Flügeln und zwei Beinen)?

Und wer kontrolliert all die gebrandeten Vuvuzelas (copyright by keine Ahnung)?

Hier also der inoffizielle Verhaltenskodex für Werbung zur SieWissenSchon!

Ignorieren Sie das Ballsportturnier und kümmern sich um Mingolf! Ein Sponsoring ist wesentlich preiswerter und vor allem kümmert sich der Verband hier noch vornehmlich um wichtige Dinge! Zum Beispiel die Veröffentlichung aller Kontaktdaten der Landesverbandsjugendwarte.

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