We almost lost Detroit – es wäre schade drum.
Viele faszinierende Bilder gibt es in Büchern (unbedingt mal angucken, irre!), die mir (noch) zu teuer sind, das Heidelberg Project hab ich selbst schon begutachten dürfen (ein bisschen unheimlich) und die Atmosphäre in der Stadt ist schwer zu beschreiben: menschenleere Strassen, dampfende Gullis, ein bestens besuchtes Baseball-Stadion, eine wenig genutzte Ringbahn (Detroit People Mover – perfekt für Sightseeing), Familien im Restaurant, Arbeitslose auf den Stufen ihrer Häuser. Lustigerweise ist die Dresdner Neustadt an einem Sonntagmorgen 8 Uhr ähnlich still und scheinbar verlassen – zwar anders, aber ähnlich post-apokalyptisch :)
SCHULTZ & FOREVER is the ‘bedroom’ project of the seventeen-year-old Jonathan Schultz. He wrote and recorded two songs on his laptop at night, released them, and started playing venues around Copenhagen in 2011.
Nächste Woche ist er auch beim SPOT Festival.
Suuuupervideo. Mir ist ein bisschen schwindelig.
Vorgezogener WochenAusklang, denn sind wir mal ehrlich: erst am Sonntag so durch die Gegend zu stolpern wie der junge Mann im Video, ist dem Arbeitseinsatz am Montag nicht sonderlich zuträglich. In diesem Sinne: schönes Wochenende!
La Boum Fatale sind aus Hamburg und auf Sinnbus (dort gebe ich übrigens demnächst mal ne Großbestellung ab.. ich sag nur Me & My Drummer, Rue Royale… Wer sich beteiligen möchte, mailt mich an.)

Hui, das ist ja mal ein Trip. Da starrt man so den Bildschirm an und verliert sich kurzerhand. Selbst den Ladebalken von Soundcloud habe ich genau beobachtet – mit den Gedanken ganz woanders. Chicago Bass/Ambient Gospel nennt Mister Lies aus Chicago seine Produktreihe. Das ist alles nicht weltbewegend neu, aber wunderbar einlullend. Es pumpt, es blubbert, es schwappt die Chillwave-Welle um die Füße und traumverloren rinnt Sand durch die Finger.. Lasst euch treiben!
Stone sinking under. I falter without a thought. To say I’ve been hung is straying from the plot, but I walk. With shallow voices, misplacing lines on the clock. Turning our hands, whimpering doubts. No talk. Faulty goodbyes, medicated and taught. Deprecating lies, I falter without a thought. But I walk.

Ach Caribou. Schon als Manitoba he started breaking my heart, “Odessa” war und ist das pure Vergnügen, “Sun” das optimale Frühlingslied, mit “If Assholes Could Fly This Place Would Be an Airport” schuf er heimliche Mantras, 2012 supported er Radiohead. Spitzentyp und Mathematiker.
Sehr schön war es am Mittwoch bei The bianca Story. Musikalisch verursachten die Schweizer zwar ganz schön Dissonanzalarm: Von radiotauglichen Mitgröhlsongs (Lion Is Awake Now), über schwelgerisch-wehmütige Texte (Friends Bar), fluffige volle Kraft voraus B 52′s-Anleihen (Bird Rocket), einige Erinnerungen an Hymnen von Editors und The National, zwei großartigen Stimmen, Pop mit theatralischen Melodiebögen … die Beine zucken, Arme fliegen, Handclaps … es war alles dabei, sogar Beats, Beats, Beats und Strobo (High & Low), mit sichtlicher Spielfreude vorgetragen. Das hat Dynamik, Weite und Größe, sogar Besinnliches, als sie dem Publikum erzählen, was Facebookuser ihnen zum Begriff “Heimat” verraten haben: Heimat ist da, wo ich Fernweh habe. Heimat ist komplexlos. Heimat ist, wo der Schlüssel passt. Heimat ist, wo man das WLAN Passwort kennt. Heimat ist, wo man seinen Kater ausschläft. Das aktuelle Album der Band kann man sich auf Motor anhören. Parole: Dancing People Are Never Wrong! The bianca Story sind auf Coming Home Tour. Hallo Welt!

Rue Royale kannte ich bis zum Thalia-Konzert im September nicht. Dort haben sie mich dann nicht nur stimmlich, sondern auch menschlich sehr überzeugt. Mittlerweile sind sie Sinnbus-Kollegen von Me & My Drummer (*Herzchenblick*) und kommen im April auch wieder bei uns vorbei. Hingehen! Und bis dahin in Traumwelten verlieren.
Unentwegt sind sie unterwegs, buchen sich selbst durch die halbe Welt und hinterlassen allerorts Begeisterung und greifbares Glück. Und insgesamt mehrere tausend Stück liebevoll in Heimarbeit angefertigter CDs.
…
Und diese Musik erzählt dabei in zurückhaltenden, fragilen Stücken von andauernder Rast- und Haltlosigkeit, vom Reisen, Heimweh und dem ständigen Weiter-Müssen, dient als Beweis, Tagebuch und Selbstversicherung zugleich. Im ständigen Aufbruch und Ankommen für einen nur kurzen Moment ist sie ein verlässlicher Zufluchtsort: Zärtliche, intime Miniaturen in warmen Tönen, getragen vom oft zweistimmigen Gesang und einem ruhigen, gleichmäßigen Puls. Voll vom Blues der Fernstraßen und der Melancholie, die in vorbei ziehenden Lichtern fremder Leben lauert, zeichnen Rue Royale auf diesem Album mit wenigen Mitteln bedrückende und ergreifenden Momentaufnahmen ihres unablässigen Unterwegsseins.
Und nochmal Ane Brun, weil ich sie immer noch so toll finde. Leider finden sich keine Tourdaten in der Nähe, aber der Albumstream bei Soundcloud. G R O S S A R T I G! Sie bringt das Dunkel zum Leuchten.