Believe The Hype! Bottled In England

kristin · 18.05.2012 · Keine Kommentare
16. Juni 2012
21:30 Uhr
Location siehe Text, auswärts
Smash Your Attitudes Festival,
Chemnitz
Eintritt frei!
30. Juni 2012
00:30 Uhr
Location siehe Text, auswärts
Fusion, Lärz
Bassline Circus

»Aaaaaaaaaah!« Brüllen Daniel Vognstrup und August Dyrborg, krachen los und haben dich im selben Augenblick da, wo du sein willst. Es ist dunkel und groß, es riecht nach Bewegung, nach Kontrollverlust und Schweiß. Ganz klar: Ohne Glücksgefühle gehst du hier nicht wieder raus.

»Handgemachter Drum’n’Bass, der technische Raffinesse mit der Attitüde von Punk vereint« kündigt das SPOT Programmheft Bottled In England an und behauptet weiter, dass es nur zwei braucht für eine Party.

Zum SPOT Festival blieben August am Schlagzeug und Daniel an Bassgitarre, Electronics und Vocals aber nicht unter sich, sondern feierten ihre Party mit 8 Gastmusikern. Bottled In England verzichteten darauf, nur Samples von Streichern einzuspielen und ließen sich außer von Tobias Kvæde an der E-Violine bei einigen Stücken von Øresunds Kvartetten, einem klassischen Streichquartett, begleiten. Sängerin Katrine Brocks vereinnahmte nicht nur durch ihre starke Stimme und charismatische Ausstrahlung – nach ihren Gesangparts schob sie sich, mit ein paar Bierdosen in der Hand, durchs Publikum und tanzte vor der Bühne im Kreis ihrer Freunde weiter. Der Auftritt der Sängerin Maria Mortensen von Scarlet Chives, fügte der gewaltigen Musik eine weitere Klangfarbe hinzu, bevor Rapper Manky die brodelnde Stimmung in wieder eine andere Richtung schickte. »Extra extra extra extra!« weiterlesen…

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SPOT Festival: Schultz And Forever

kristin · 14.05.2012 · Keine Kommentare

Zwischen all den pulsierenden Elektropop-Acts des SPOT Festivals habe ich die zurückhaltenden, zarten Töne von Schultz And Forever bei meiner Vorbereitung vollkommen überhört. Wie gut, dass Andrea die Festivalvorwoche mit Falling ausklingen ließ und mir damit einen Anlass gab, die Show des 17jährigen Dänen doch auf meinen Timetable zu setzen. Und das gleich zwei Mal. Aus Gründen.

Auf dem SPOT Festival ließ Jonathan Schultz die Songs seines Solo-Projekts von ganz wunderbaren Musikern an Schlagzeug, E-Gitarre, Bass und Violine begleiten. Sein Auftritt am Abend des ersten Festivaltags bewegte ganz ohne große Hits und wilde Beats auf stille, aber um so eindringlichere Art.

»Her name was Marsha and she died when she was ten.
Raped by her father until the very end.«

In seinem Zimmer schreibt der – man kann es gar nicht oft genug betonen – gerade mal 17jährige Jonathan Schultz seine Songs. Allein. Die Band ist mehr so eine Idee, er betrachtet Schultz And Forever als Solo-Projekt. Die abgelegene, ländliche Umgebung, in der er mit seinen Eltern wohnt, findet er inspirierend, erzählte er am Tag nach seinem Auftritt in einem Interview, zu dem ich Carsten vom uMag begleiten durfte.

Dem Gespräch ging ein weiterer Auftritt von Schultz And Forever voraus – auf einem Hinterhof abseits des offiziellen Festival-Geschehens kämpften Jonathan und seine Band gegen Soundprobleme und Windböen. Die sonnige Vormittagsstimmung raubte den zerbrechlichen Songs ihre verstörende Atmosphäre. Schultz And Forever ist eben kein Frühschoppen-Act und vielleicht fehlt es Jonathan Schultz auch noch ein wenig an Erfahrung, um seine Songs live in ihrer ganzen Größe auszufüllen. Die wird er sich erspielen. Nicht nur ich bin überzeugt davon, dass wir von Schultz And Forever noch hören werden. Für’s Erste die Debüt-EP Odd Stories, die es in dieser Woche zum kostenlosen Download gibt.

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RUSSIAN CIRCLES im Beatpol

special guest · 10.04.2012 · Keine Kommentare

Am Sonntag spielten die Russian Circles im Beatpol. Eine recht junge Band. Jung die Band an sich, wie die Mitglieder, ihr Auftreten. Sie haben sich 2004 gegründet und kommen aus Chicago.
Ich bleibe bei meinem Vergleich, dass ich sie von der Zuordnung her in den sogenannten Post-Rock stecken würde, obwohl sie sich selbst in einem Interview mal darüber lustig gemacht haben. weiterlesen…

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Eishockey, Tanzmusik, Kreuzworträtsel: John Klein im Konzertgespräch mit Hanson Brothers und Invasives

special guest · 29.03.2012 · Keine Kommentare

Die Vorband ist eine kanandische Band, die sich die Invasives nennen. Ich habe sie mir angeschaut , obwohl es bei einem Punkkonzert oder Puck-Rock(Hockey!), wie es auf den T-Shirts von den Hanson Brothers steht, fast üblich ist, spät zu kommen und die Vorband zu verpassen. weiterlesen…

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Prinzhorn Dance School im Konzert-Gespräch mit John Klein

special guest · 24.03.2012 · Keine Kommentare

Die smarte, unfaßbar englische männliche Begleitungsperson der Band reicht mir einen Block und Stift. Ich soll aufschreiben, um was es bei meinem geplanten Interview geht und wer ich bin.

Aber als ich schon zögere, stürzt Suzy von Prinzhorn Dance School aus dem Backstage, umarmt mich halb (wahrscheinlich weil ich im Weg stehe) und will wissen: „Hej hello, how are you doing?weiterlesen…

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Konzertrückblick: Nias in der Dresdner scheune

special guest · 24.03.2012 · Keine Kommentare

Nias kommen auf die Bühne mit Lampen im Mund, die aussehen, wie Leuchtkapseln aus dem Angelbedarf. Das ist ihre einzige Auftrittsbeleuchtung und ich denke sofort, die Band hat Humor. Ein Witz, ein Spaß. Nicht neu, aber dennoch mal was anderes. weiterlesen…

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Mount Washington im Gespräch mit unserer neuen Autorin John Klein

special guest · 20.03.2012 · Keine Kommentare

Es gibt eine Menge Berge, die diesen Namen tragen, aber auch eine Band, ehemals nur Washington, jetzt Mount Washington, aus Norwegen. Es klingt nach dem Spielen mit Klischees.
Ich kam fast zu spät, um einen komplexen Eindruck von der Band zu bekommen, aber vielleicht auch nicht, denn die sechs Lieder, die ich hörte , umfaßten schier das ganze Spektrum von Pop zu Folk zu Space. weiterlesen…

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Kirsten Fuchs – Eine Frau spürt so was nicht

andrea · 02.03.2012 · Keine Kommentare
7. März 2012
20:30 Uhr
Thalia, Dresden
VVK: 6€ / AK: 8€

Kirsten Fuchs, zu einiger Berühmtheit auf den Lesebühnenbühnen dieses Landes und durch die 3sat-Serie „Nicht der Süden“ gemeinsam mit Autorenkollegen Volker Strübing (u.a. auch Kloß & Spinne) gelangt, schreibt auch sehr viel. Kolumnen für Das Magazin zum Beispiel oder Bücher. Eine Frau spürt so was nicht habe ich kürzlich gelesen und da der Auftritt der Autorin in Kürze bevorsteht, tippe ich im Folgenden meine Meinung dazu, dies ist also gleichzeitig auch Rückblick #23.

Kirsten Fuchs schreibt keinen Frauenroman. Wir lesen nix von langen Fingernägeln und Fönwellen, Cocktailschirmchen und Parfüm, Männern in Maßanzügen oder Cabrios. Eine Frau wie Kirsten Fuchs lebt so was nämlich nicht. Behaupte ich jedenfalls. Das ist eine wie Du und Ich: Faul und schläfrig den ganzen Tag in Schlumpihose mit Kaffeebecher in der Hand durch die leicht chaotische Wohnung schlurfen. Mal so richtig feiern gehen, ordinär und laut dabei sein, aber immer noch niedlich. An Pincodes verzweifeln, die Katze ständig streicheln und insgeheim manchmal treten wollen, Oma anrufen, sich in Outdoor-Läden überfordert fühlen. Folgerichtig ist auch ihr Alfred eben Mann mit Bauch, ein Typ mit Gemüt. Es wird ein bisschen geätzt in diesem Buch, aber kumpelhaft. Es wird geflucht in diesem Buch, aber lustig. Dem Irrsinn eines stinknormalen Alltags noch Berichtenswertes abringen und damit nicht langweilen, das gelingt der Berlinerin (geboren in Karl-Marx-Stadt) mühelos.

Schatz und Liebchen zum Beispiel – die treffenden Beschreibung symbiotischer Paarbeziehungen. Oder die Ausführungen über Streitkultur unter Anleitung einer Lebensberatung – von CD versteht sich. Kinder – des Wahnsinns fette Beute, aber sooo süß. Die Mitdreißigerin beobachtet genau und formuliert deutlich, bleibt dabei aber so zynisch wie liebevoll. Man sollte das Buch vielleicht dosiert konsumieren, zwei drei Geschichten pro Tag, so hat man nicht nur länger etwas davon, sondern ermüdet auch nicht vorschnell am Humor der Autorin. Mein ganz persönlicher „Nachteil“ war, dass ich viele der Geschichten schon kannte – hatte ich doch just im Jahr vor Erscheinen des Buches ein Magazin-Abonnement und somit mehrere ihrer Kolumnen schon gelesen.

Dem Buch liegt eine CD mit zwölf Aufnahmen bei, die einen Eindruck davon hinterlassen, wie es am 7.3. (dem Nachholtermin vom November) zugehen könnte: Sehr lustig. Und sehr wahrhaftig.

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Reise im Mondlicht – Antal Szerb

andrea · 25.02.2012 · Keine Kommentare

Rückblick #22 – vorher gab es den hier

Mihály (36) ist mit Frau Erzsi (Die ideale Repräsentier- und Hausfrau … bis ins Mark konform) auf Hochzeitsreise in Italien. Ein bürgerliches, angepasstes Leben in vernunftbasierter Ehe steht den beiden bevor, wenn, ja wenn Mihály nicht vorübergehend ausbrechen würde aus dem Konstrukt Bürgerlichkeit. Die Begegnung mit seinem alten Bekannten János Szepetneki, einem Schwätzer und Hochstapler, weckt die Geister seiner Jugend. Kurz darauf steigt Mihály „versehentlich“ in den falschen Zug, fährt in eine andere Richtung als seine Frau und tritt die Reise zu sich selbst an.

Umhüllt von stimmungsvollen Bildern italienischer Städte und Landschaften erfahren wir in Rückblenden vom Geschwisterpaar Tamás und Evá Ulpius, die sich Konventionen widersetzend und von einer geheimnisvollen, morbiden Aura umgeben, Mihály, János und andere Freunde in der Jugend stark beeinflussten. Mit Tamás (voller Todessehnsucht) und Evá (schön, exzentrisch und rätselhaft) improvisierten die Freunde Theateraufführungen, tranken heftig und verloren sich in dieser Konstellation aus Liebe, Leidenschaft und Abhängigkeit im „Ulpius-Kreis, der für Mihály die einzige Realität darstellte“.

Mihálys Sehnsucht nach der Jugend, den alten Freunden und sein beinahe fiebriges Umherirren in Italien bringen ihn zu der bitteren Erkenntnis, „was ihn bei seiner Flucht eher instinktiv gesteuert hatte: wie sehr er sein erwachsenens oder pseudo-erwachsenes Dasein für verfehlt hielt, seine Ehe inklusive, und wie wenig er wußte, was er anfangen sollte, was er von der Zukunft noch zu erwarten hatte und was er machen sollte, um sich selbst zu finden.“ Seinen eigenen Interessen nie folgend steckt Mihály mittendrin in der Midlife Crisis, wie man es wohl heute nennen würde.

Die permanente Anwesenheit des Todes in diesem Roman ist etwas anstrengend und die Suche nach dem Sinn des Lebens oft sehr pathetisch, aber Antal Szerb, der „Reise im Mondlicht“ 1937 schrieb, ist auch gnadenlos spöttisch und sehr genau in seinen Beobachtungen. Wirklich sympathisch wurde mir dennoch nicht einer der Protagonisten.

Nach einigen Irrungen und Wirrungen – jeder ist auf irgendeine Weise mit dem anderen verbunden – löst sich der Knoten auf: Erzsi und Mihály gibt es als Paar nicht mehr, Mihály kehrt resigniert zurück in sein angepasstes Leben und hofft: Und solange man lebt, weiß man nicht, was noch geschehen kann.

Und wie halten sie das Leben aus?

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Der Hundertjährige der aus dem Fenster stieg und verschwand

andrea · 09.02.2012 · 2 Kommentare

Rückblick #21 – ein weiterer Tipp verbirgt sich hier.

Allan Karlsson haut ab. Ein Hundertjähriger, der sich ziellos, aber unbeirrt auf den Weg macht, quer durchs Stiefmütterchenbeet vorm Altersheim, in brauner Hose, braunem Jackett, braunen Pisspantoffeln – denn Männer in seinem Alter können selten weiter als bis zu ihren Schuhen pissen. So der Einstieg bzw. Ausstieg in „Der Hundertjährige der aus dem Fenster stieg und verschwand“.

100 Jahre alt wird er, der Allan, aber lieber vollführt er eine schlecht geplante Flucht, als dass er sich von Bürgermeister und Altenheimbelegschaft feiern lässt. Der Mann braucht Schnaps! Die Mauer, die ihm zunächst den Weg versperrt, „kaum über einen Meter hoch, aber Allan war ein Hundertjähriger, kein Hochspringer“, ist nur ein kleines Hindernis auf dem Weg nach Irgendwo. Im Reisezentrum der schwedischen Kleinstadt klaut er aus Versehen mal eben 50 Millionen Kronen der schwedischen Drogenmafia, was zwangsläufig ein bisschen Aufregung ins Leben bringt – ein Leben, das ohnehin als turbulent zu bezeichnen ist.

Kauzig ist Allan, humorvoll dazu und er schlurft und schlurfte mit viel Dusel und der richtigen Einstellung durch die Welt und die Jahrzehnte: „Aber in das Tun und Lassen anderer Menschen hatte er sich noch nie eingemischt, nicht, wenn es sich irgendwie vermeiden ließ, was ja meistens der Fall war.“„Allan gehörte nicht zu den Menschen, die mit zu hohen Erwartungen (oder zu geringen) an die Geschehnisse herangingen. Was passierte, passierte eben, es lohnte sich einfach nicht, sich schon im Voraus den Kopf darüber zu zerbrechen.“
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