Konzertrückblick: Veto im Knust, Hamburg

kristin · 02.02.2013 · Keine Kommentare

Am 29.01. inszenierten Veto im Knust in Hamburg ihren progressiv elektronischen Rock mit typisch skandinavisch-kühlem Kopf; sympathisch und ehrlich.

»there are no hidden laws
what you see is what you see
we don’t need to be more than we have been so far«

Corwood Manual, als spontaner Ersatz für Hanne Kolstø eingesprungen, die wegen einer Sehnenscheidenentzündung leider als Support ausfiel, versuchte am vergangenen Dienstagabend die Wartezeit im Hamburger Knust angenehm zu vertonen. Mit seiner E-Gitarre spielte der Berliner zu elektronischen Klängen und Beats aus dem Laptop auf und und sang dazu. Diese Stimme?! Die klang vom ersten Ton so vertraut, dass wenigstens die Frage „Wo habe ich das denn schon mal gehört?“ die Spannung fast über seinen gesamten Auftritts halten konnte. Erst im Nachgang stellte sich heraus: Das Projekt mit dem schwer verständlichen und kaum merkbaren Namen gehört zu Andreas Bonkowski, der Stimme (u.a.) von Siva und I Might Be Wrong.

Veto, 29.1., Knust HamburgKeine Spur von gelangweilter Unruhe mehr, als endlich Veto auf der Bühne stehen. Während ich mich kurz darüber wundere, dass es sich bei Veto anscheinend um eine Band handelt, deren optisches Auftreten von jungen Mädchen aufgeregt ausgewertet wird, wundern sich die Mädchen, was es wohl mit diesem lustigen Pandabärchen auf sich hat, das vom T-Shirt von Sänger Troels Abrahamsen grinst – na, da helfe ich doch gern weiter!

Veto wirken wie ein strotzendes Kraftpaket; Die Dänen konzentrieren ihre Energie konsequent auf diesem hohen Level, das sich anfühlt wie kurz vor dem großen Ausbruch. Mit eindringlicher Stimme bringt Troels Abrahamsen die Aussagen seiner Lyrics glasklar auf den Punkt. Mads Hasager am Schlagzeug, David Krogh Andersen an der Gitarre, Mark Lee am Keyboard und Jens Skov Thomsen am Bass machen ihr Ding, bleiben in ihrer Individualität jedoch immer beieinander. Treibende Trommeln, harte, tanzbare Beats, mitreißende Bassläufe und einschneidenden Gitarrenriffs setzen Akzente. Der Ausbruch, der über der gesamten Show schwebt, wird nur sparsam dosiert zugelassen.
Veto wechseln zwischen ganz neuen Stücken ihrer gerade erst veröffentlichten Doppel-EP Sinus Point Break und – vom zahlreich erschienenen Publikum textsicher gefeierten – Hits (Spun, Spit It Out, I Brought The BBQ, You Say Yes, I Say Yes …) und überraschen in der Zugabe mit einem großartig interpretierten Cover von Phil Collins‘ In The Air Tonight.

Große Show!

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Iceland Airwaves 2012 – Eine Zusammenfassung

kristin · 12.11.2012 · 3 Kommentare

IslandponysI’m in love mit Island. I’m in love mit Reykjavík. I’m in love mit Iceland Airwaves. In love love love.

Atemberaubende, karge Landschaften mit schneebedecktem Berggipfelhorizont, endlose schwarze Strände, verschlafene Örtchen und – dank spontaner Vernetzung des Mittelsterns mit dem dänischen Musikexport – ein Ausflug auf isländischen Ponyrücken: Eine kurze Vor-Festival-Auszeit führte mich zu immer guter Musik ein Stück an der Südküste Islands entlang. Die kleine Insel zeigte sich von ihrer kalten, aber immer sonnigen Seite.

 
Iceland Airwaves 2012Harpa // Iceland Airwaves 2012Zurück in Rejkjavík donnerte bald ein ausgewachsener Sturm um die Häuserecken, der vermummte Menschlein haltsuchend durch die Straßen fegte, dabei das Bier aus ihren Bechern pfiff und die ganze Stadt mit einem klebrig-stumpfen Salzfilm überzog. »Das wird immer das Airwaves mit dem Wind für mich sein«, sagte Sóley als wir am Sonntag kurz die vergangenen vier Tage auswerteten. Raues Wetter, Wind und Regen sind in Reyjavík Anfang November bestimmt nichts Ungewöhnliches, aber das diente sogar den Einheimischen zum Gesprächsthema Nummer 3, gleich nach »Welche Bands hast du schon gesehen« und »Welche Bands wirst du dir noch anschauen?«.

 
Als es auch am dritten Tag nicht aufhörte zu winden, richteten die Veranstalter einen Shuttlebus-Service für die 500 Meter zwischen Reykjavik Art Museum und Harpa ein. weiterlesen…

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Reeperbahn Festival 2012: Die Musik spielt in Hamburg!

kristin · 27.09.2012 · 2 Kommentare

Mit insgesamt 25.000 Besuchern und 2.500 Vertretern der Musik- und Medienbranche (davon 40% nicht aus Deutschland) war das Reeperbahn Festival 2012 Samstagnacht schließlich ausverkauft. Und es war eines der tollsten Festivals überhaupt. Es fällt mir nichts ein, was besser oder auch nur anders hätte sein sollen. Noch nicht einmal die wegen der begrenzten Kapazitäten in den Clubs oft diskutierten Einlass-Stopps haben mich gestört. Bei einem so umfangreichen Programm (knapp 300 Acts in drei Tagen) auf dem so kompaktem Terrain des Hamburger Rotlichtviertels, braucht man für Alternativen oder das nächste Highlight nur von einem Club in den nächsten fallen.

Liebes Reeperbahn Festival-Team: Danke!
Aber stellt doch bitte im nächsten Jahr mehr Stunden für die drei Tage und Nächte auf der Reeperbahn zur Verfügung und verteilt mit jedem Bändchen eine extra Portion Aufnahme- und Durchhaltevermögen.

Es ist unmöglich, die Vielzahl an Eindrücken und Erlebnissen, all die Konzerte, die wunderschönen Venues, Vorträge, Diskussionen und Gespräche, die wilden Partys und Begegnungen zu einem lesbaren Rückblick aufzudrieseln. Darum gibt es an dieser Stelle nur eine Aufzählung der interessantesten musikalischen Neu- und Wieder-Entdeckungen, mit dem Wissen, mindestens 100 weitere verpasst zu haben. Für all die unausgeschrieben Erlebnisse, die das Reeperbahn Festival zusätzlich zu dessen enormen Aufgebot an Kreativität und Programm, zu etwas ganz Besonderen machen, sei jedem das Reeperbahn Festival 2013 (26. – 28 September) ans flammend‘ Herz gelegt. Tickets dafür gibt’s zum Early Bird Preis von 56 € hier. weiterlesen…

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Berlin Music Week 2012: Da geht noch was

kristin · 13.09.2012 · Keine Kommentare

Noch nie habe ich auf einer Musikveranstaltung so wenig Livemusik erlebt, wie auf der Berlin Music Week. Das lag ganz bestimmt auch daran, dass ich mit Donnerstag und Freitag genau die beiden Abende arbeitsbedingt verpasst habe, die bis oben hin mit den interessantesten Showcases vollgepackt waren. Die Entscheidung für eine der Veranstaltung wäre mir an diesen beiden Tagen sicher nicht leicht gefallen. Und entscheiden musste man sich aufgrund der Entfernungen zwischen den teilnehmenden Locations oft gründlich. Von Club zu Club ziehen und überall mal reinschauen oder -lauschen erfordert in Berlin oft einiges an Aufwand.

Word On Sound
Mit Word On Sound richtete sich die Berlin Music Week mit einem Programm aus Workshops, Vorträgen und Diskussionen an Musiker und andere Professionelle aus dem Musikbereich. Von Mittwoch bis Freitag trafen sich die Teilnehmer – in einer viel entspannteren Anzahl als erwartet – ab morgens im Spreespeicher, direkt neben dem Gebäude von Universal Music. Die räumliche Nähe zum Major strahlte jedoch nicht auf die Veranstaltung aus, die sich auf den Independent-Bereich konzentrierte.

Vom Vergleich verschiedener Philosophien bei der Veranstaltung von Festivals (Distortion, Kopenhagen/Öresundsfestival, Malmö) über Social-Media Nachhilfe für ein Label (City Slang) bis hin zu Finanzierungsmöglichkeiten in der Musikkultur – innerhalb der gesamten Bandbreite an angerissenen Themen, die von internationalen Sprechern erläutert und kommentiert wurden, standen immer wieder dieselben großen Fragen im Raum:

– Wie kann ein Künstler mit seiner Musik so viel Geld verdienen, dass er davon leben kann?

– Wer darf daran mitverdienen und wie?

– Was ist Musik – und Kultur – überhaupt wert?
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So war’s bei Hot Water Music und La Dispute

special guest · 23.06.2012 · Keine Kommentare

Sebastian bat mich einen subjektiven Rückblick zum Hot Water Music Konzert in der Scheune zu schreiben. Gott sei Dank subjektiv! Denn wie kann man bei Bands, die sich beide bereits einen Platz im Herzen erobert haben, objektiv bleiben? Ich versuche nicht allzu sehr in Freudengesänge zu verfallen – auch wenn anzunehmen ist, dass ich dieses Versprechen nicht einhalten werde: weiterlesen…

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Schuster bleib bei deinen Leisten

special guest · 21.06.2012 · Keine Kommentare

TV Noir ist das selbsternannte ‚Wohnzimmer der Songwriter‘. Das Konzept ist simpel: Die Gäste lernen in gemütlicher Atmosphäre sowohl die Musik als auch die Musiker dahinter kennen. Einen Moderator gibt es nicht. Und so erfährt das Publikum nur etwas über die Künstler, wenn sie über sich selbst reden.
Der 24 jährige Singer-Songwriter Jonas David macht dies nicht. Er lässt lieber die Musik sprechen und offenbart sich dem Publikum durch Folksongs, die vor allem vom Suchen und Finden handeln. weiterlesen…

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Wärmer als in Italien

special guest · 21.06.2012 · Keine Kommentare

Jonas David und Polyana Felbel bezauberten das Dresdner Publikum.

Italien war schwierig, beklagte sich Jonas David. Dort hatte er gegen ein geschwätziges
Publikum anspielen müssen, das sich lieber lautstark unterhielt als seiner Musik zu lauschen.
Nun gab der Wuppertaler seinen Einstand in der Dresdner Scheune. weiterlesen…

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Bottled In England: Deutschlandpremiere in Chemnitz

kristin · 18.06.2012 · Keine Kommentare

Die erste Deutschland-Show von Bottled In England zum Skater-Open Air „Smash Your Attitudes“ im Konkordiapark in Chemnitz war ein willkommener Anlass zur samstäglichen Bunte Republikflucht. In Chemnitz erwarteten mich ein übersichtliches, entspanntes Fest und ein Headliner dessen Auftritt ich nicht nur wegen der großen, dunklen Wolke am Horizont höchst ungeduldig entgegen zappelte. Der Himmel hielt es schließlich nicht mehr aus und kippte pünktlich zum ersten Drum’n’Bass-Grollen der Dänen seine Regenwolken über der noch übrigen kleinen Menschenversammlung aus. Der Stimmung konnte das nichts anhaben. Im Gegenteil, massive Bottled In England-Show und massiver Wolkenbruch gehen massiv zusammen.

Im Vergleich zu ihrer Show auf dem SPOT Festival kamen Bottled In England in Chemnitz reduzierter daher, sorgten aber auch ohne Streichquartett und Sängerinnen für ausnahmslos strahlende Gesichter. Was für eine Energie, was für ein Spaß! Bottled In England haben mich schon wieder gerockt und ich habe jetzt eine Platte (ja, Vinyl!) obwohl ich gar keinen Plattenspieler besitze.

 
Believe The Hype! Diese Band wird wohl nicht mehr lange auf solch kleinen, entspannten Veranstaltungen zu erleben sein.
Nächster Stop: 29.06., Fusion. Angucken!!!

Fotos: Stefan Otto


 


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Die dunklen Augen des Mondes

special guest · 01.06.2012 · Keine Kommentare

Half Moon Run haben schon mal einen Indie-Sommerhit gelandet

30 Mal haben die drei Kanadier von Half Moon Run in den letzten 32 Tagen ihr Equipment aufgebaut und nach der Show wieder in die vielen schwarzen Koffer und Kisten einsortiert. Dresden war ihr letzter Auftrittsort auf dieser kompakten Europatour. weiterlesen…

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Pärchenkonzert

kristin · 31.05.2012 · 3 Kommentare

TV Noir ist eine monatlich in Berlin stattfindende, moderierte Veranstaltung aus Live-Musik, Talk und Publikumsinteraktion. Als Konzertreihe schickt TV Noir das Wohnzimmer der Songwriter aber auch in andere deutsche Städte und kündigt wenig aufregend »Akustische Konzerte ohne Moderation oder sonstigen Schnickschnack – einfach nur Musik« an.

Polyana Felbel und Jonas David begingen das Bergfest ihrer TV Noir Tour in der Dresdner scheune: »Wir haben gefühlt schon 47 Konzerte gespielt und müssen noch 47 weitere Konzerte spielen, wir sind den ganzen Monat auf Tour.« Susann Den Hartog, die unter dem Künstlernamen Polyana Felbel u.a. gemeinsam mit ihrem Mann, Kilians-Sänger Simon Den Hartog, auf der Bühne steht, scheint das Tourleben zu ermüden. Aufgeregt ist sie trotzdem. Immer noch. Sie weiß nicht, wo sie ihre Hände lassen soll, spielt mal verlegen mit ihren Fingern, hält sich dann wieder an ihrem Kleid fest. Ihre Nervosität ist ansteckend und steht ihrer ausdrucksstarken Stimme gar nicht gut. Die mit Cello und Akustikgitarre minimalistisch instrumentierten, melancholischen Folksongs der Sängerin sind vorhersehbar und mädchenhaft. Nett. weiterlesen…

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