Und im Zweifel für dich selbst

andrea · 21.08.2011 · Keine Kommentare

“Jede Woche ein Buch” war eigentliches Ziel für 2011. Zur Zeit bin ich froh, wenn ich ein Buch in zwei Wochen schaffe. Mehrere Rückblicke sind noch im Entwurfsstatus. Andere gibt es hier. Das ist #12

Elisabeth Rank, Mittzwanzigern, die sich zwischen Berlin und Hamburg, Werbung, Schriftstellerei, Bloggerei und Fotografie aufteilt, hat ein Buch geschrieben über den Verlust eines Menschen, der ganz plötzlich stirbt; dessen Tod nicht in den Alltag und nicht in den Verstand passt. Aber tut er das jemals? Tim wird von einem LKW überfahren und Lene, seine Freundin, haut nach dieser Nachricht erstmal ab. Ziellos, bloß fort aus der Stadt, weg von Orten, an denen sie sowieso immer nur ihren Freund sieht. Tonia, Freundin und Wegbegleiterin, erzählt die Geschichte, die schleichend zu ihrer eigenen wird. Über Lene und Tim, die eigentlichen Auslöser des psychologischen Roadtrips, erfährt man „Und im Zweifel für dich selbst“ recht wenig. Lene will vergessen und erinnert sich unentwegt, Tonia kann nicht mehr tun, als an ihrer Seite zu bleiben, das Schluchzen und Stillsein auszuhalten. „Bereitschaft war jetzt meine Aufgabe, ich musste wach, aufmerksam und flexibel sein. Einfach da.“ Trotz der vielen körperlichen Nähe (Umarmungen, Kopf auf den Schoß legen etc.) kommen sich die beiden Freundinnen, Berliner Studentinnen, emotional nie wirklich nah.
Beide versuchen, Dinge zu verarbeiten. Die eine, Lene, weil sie ohne Gebrauchsanleitung in die Situation katapultiert wird, die andere, Tonia, weil ihr nach und nach bewusst wird, dass ihre eigene Beziehung eigentlich schon lange keine mehr ist, sie und ihr Freund sich jahrelang lediglich nur gegenseitig genügten. Manchmal will man bei der Lektüre schreien, nun lasst euch doch einfach mal in Ruhe! Es wird auch nicht viel geredet, ganz im Gegensatz zur ausufernden Beobachtungsgabe der Autorin, die Verunsicherung und Sprachlosigkeit füllt, indem sie Nebensächlichkeiten, Umgebungen und Wetterzustände erschöpfend detailiert beschreibt, es gibt viele Gerüche und viele Berührungen in diesem Buch. Das vermittelt zwar das Gefühl, irgendwie dabei zu sein, lässt die Protagonisten aber auch ziemlich im Hintergrund verblassen. Es sind Sätze wie „Mein Zuhause gab es noch“, die plötzlich zwischen längeren Beschreibungen auftauchen und genau da reinknallen, wo es weh tut.
Man trauert weniger mit Lene, als vielmehr mit dem Umstand, dass jeder Tod auch das Leben anderer verändert, Zusammenhänge auflöst und Dinge und Orte markiert, denen man für einige Zeit nicht emotionslos begegnen kann – seien es Lieblingskneipe, Wohnung, Musik oder Reiseziele. Wenn gemeinsame Erfahrungen einsamen Erinnerungen weichen müssen und sich Verlust verdinglicht. Und jetzt, hier wünschte ich mir nichts sehnlicher zurück als unseren Alltag, die Langeweile, jedes Hineinleben in den Tag – alles, nur nicht dieses Gefühl der Unwiederbringlichkeit.
Es gibt viele starke Sätze in „Und im Zweifel für dich selbst“ (Zurückzukommen bedeutete, dass wir Antworten parat haben mussten und Gesichtsausdrücke.), es ist ein stilles Buch, das einen Kloß im Hals auslösen kann, aber wenig Nachhall hinterlässt. Ich mochte die Sprache und die Bilder, die Elisabeth Rank schuf. Dass mir die Figuren aber fremd blieben, finde ich schade. In Vorbereitung auf diese Rückschau habe ich das Buch nicht nur nochmals durchgeblättert, sondern gleich noch einmal gelesen (vier Stunden). Das Fazit bleibt ähnlich. Mit dem Schmerz und der Leere, die der Tod eines geliebten Menschen hinterlässt, geht jeder anders um und jeder nimmt sich ganz individuell Zeit, um zu trauern. Es gibt kein richtig oder falsch und wahrscheinlich ist es deshalb auch so schwer, darüber zu schreiben.

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Tiere essen

andrea · 11.07.2011 · Keine Kommentare

„Jede Woche ein Buch“ war erklärtes Ziel für 2011. Schnell wurden aus einer Woche 14 Tage. Doch nun bleibt zu wenig Zeit zum Schreiben der Rückblicke. Hier ist #11.

Jonathan Safran Foer hat mit „Tiere essen“ ein persönliches Sachbuch geschrieben, das aufarbeitet, warum er und seine Familie zu Vegetariern wurden. Der Amerikaner recherchierte etwa drei Jahre, stieg in Tierfarmen ein, unterhielt sich mit Farmern und Tierschützern.
Man kann die Augen länger verschließen, man kann sie aber angesichts der Fakten auch erschrocken aufreißen:
Der Deutsche verspeist im Schnitt 88kg Fleisch im Jahr – 54kg davon sind Schweinefleisch – fettig und ungesund. Hühnchen ist gesünder? Das Huhn selbst ist es sicher nicht, wenn es auf der Fläche eines A4 Blattes sein Leben fristet. 98% der Tiere, die in Deutschland zum Fleischverzehr gezüchtet werden, stammen aus Massentierhaltung. Etwa 80-90% Meeresgetier landet beim Fischen als Beifang tot oder verletzt wieder im Meer oder im Schredder. Für ein Pfund Garnelen gehen 12kg totes Meeresgetier völlig sinnlos wieder über Bord. Auch Tiere haben eine Lebenserwartung – nicht aber in der Nahrungsmittelindustrie: ein Huhn kann etwa 20 Jahre alt werden, es sei denn, es wird nach fünf bis sechs Wochen geschlachtet – weil die Wachstumsrate pro Tag um 400% gesteigert wurde. Rinder, Schweine und Geflügel werden fast ausschließlich mittels künstlicher Befruchtung gezüchtet. Tiere werden produziert. Sie sehen nie Tageslicht, werden mit Medikamenten vollgepumpt. Die industrielle Herstellung von Fleisch führt zu absurd billigen Preisen – auf Kosten unserer Gesundheit und der Umwelt. weiterlesen…

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Salvador und der Club der unerhörten Wünsche

andrea · 10.07.2011 · Keine Kommentare

„Jede Woche ein Buch“ war mal erklärtes Ziel für 2011. Schnell wurden aus einer Woche 14 Tage. Leider bleibt zu wenig Zeit zum Schreiben der Rückblicke. Hier ist #10.

Salvador, etwa 60 Jahre alt, arbeitet als Reinigungskraft auf dem Flughafen und beobachtet dabei Menschen. Er schäkert mit der Kioskverkäuferin, erzählt Passagieren im Wartebereich Geschichten, die nicht so recht auf den Punkt kommen wollen, wird zum Ruhepol im TimeLapseZustand der Abflughalle, zur kurzen Atempause beim schnellen Lauf zum letzten Aufruf. Vieles bleibt fragmentarisch; unverbindlich inmitten steter Bewegung. Im Plauderton führt Salvador einen Monolog, andere Charaktere erschließen sich nur durch die Antworten des Ich-Erzählers. In der austauschbaren Aufteilung eines Flughafens, der immergleichen Weite, Leere und Hektik zwischen Business und Urlaub, Begegnung und Verlassen erzählt Autor Alberto Torres Blandina in Salvador und der Club der unerhörten Wünsche leichtfüßig von Glücksverheißungen und Identitätsfindung. Wie viele philosophische Erkenntnisse darin verborgen sind, überliest man beinahe.
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Der alte König in seinem Exil

kristin · 26.06.2011 · Keine Kommentare

Sechs Jahre hat sich der 43jährige österreichische Schriftsteller Arno Geiger für das Buch über seinen an Demenz erkrankten Vater Zeit genommen und es vor dessen Tod veröffentlicht, weil er »fand, dass der Vater, wie jeder Mensch, ein Schicksal verdient, das offen bleibt.«

Vielbeachtet, gelobt und für den Preis der Leipziger Buchmesse 2011 nominiert, steht Der alte König in seinem Exil in den Bestseller-Regalen. Denn es liest sich so leicht, dass die erschütternde Realität der Demenzerkrankung fast ein bisschen verschwimmt. Strapazen und Kraftaufwand im Umgang mit dem Kranken werden zwar immer wieder thematisiert, verflüchtigen sich in meinem Gesamteindruck jedoch in eine gewisse Beiläufigkeit. weiterlesen…

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Bad Things Happen

andrea · 16.06.2011 · Keine Kommentare

Jede Woche ein Buch. Die Erfahrung lehrt: Eine Woche hat hier 14 Tage. (Die Aufholjagd läuft!! Jawoll!) Rückblick #9

David Loogan, Enddreißiger in Ann Arbor, Michigan, USA, hat eine geheimnisvolle Vergangenheit und einen spannenden Job: er arbeitet als Lektor beim Magazin „Gray Streets“, das sich auf Kriminalgeschichten spezialisiert hat. Auch Bad Things Happen lässt sich in dieser Rubrik aufspüren. Bereits auf den ersten Seiten erfahren wir, dass David Loogan gar nicht David Loogan ist, eine Affäre mit Laura, der Frau seines Chefs Tom Kristoll hat, und ebenjenem Tom dabei hilft, die Leiche eines Einbrechers verschwinden zu lassen. Spätestens als auch Tom tot aufgefunden wird und „David Loogan“ in den Fokus der Verdächtigungen gerät, kommt die Geschichte ins Rollen. Wendungen gibt es viele in diesem Buch, nichts ist, wie es zunächst scheint. So einfach wie es auf dem Buchdeckel angedeutet wird: „Plans go wrong. Bad things happen. People die.“, ist es nämlich nicht. Dafür hat Autor Harry Dolan viel zu viel Personal aufgestellt. Ein Ensemble aus Kriminellen und Krimiautoren, Charaktere zwischen Erfolg, Betrug und Neid – die Grenzen zwischen Wahrheit und Fiktion verschwimmen zunehmend. Und mehr Menschen werden sterben. Die Polizei ermittelt, David Loogan ebenfalls – unter den bereits genannten Umständen ist das nicht ganz ungefährlich. Und so folgt man vielen geschickt gelegten Spuren, die immer wieder ins Leere führen, denkt mehrmals, den/die Täter überführt zu haben, um kurz darauf zu erkennen: wieder nix. Das Tempo wird auf den 420 Seiten hochgehalten. Wie es ein gutes Drehbuch verlangen würde, entsteht eine düstere Atmosphäre, man wähnt sich in der Kulisse von alten Krimiserien, rollt da nicht ein Auto langsam durch den Nieselregen? Bad Things Happen wäre der Videothekenregalnachbar von Die üblichen Verdächtigen und Der talentierte Mr. Ripley. Es gibt viele Tote, aber keinen Serienkiller und das ist letztlich fast das Problem des Buches: Man begibt sich aufgrund des Tempos und der Vielzahl der Geschehnisse nicht mehr selbst auf die Tätersuche, so dass man in den aufdeckenden Momenten des Buches beinahe desinteressiert wahrnimmt, wer nun wen und warum getötet hat. Alles in allem ein richtiger Schmöker mit raffinierten Wendungen, der trotz der vielen Morde auf ausufernde Gewaltexzesse oder Blutlachen weitgehend verzichtet.

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Ein Ziegelstein für Dörte

andrea · 14.06.2011 · Keine Kommentare

Jede Woche ein Buch. Die Erfahrung lehrt: Eine Woche hat hier 14 Tage. (Die Aufholjagd läuft! Wirklich!) Rückblick #8

Volker Strübing (der hinterlegte Link verbirgt sein lesenswertes Blog) ist in der deutschen Poetry Slam Szene wahrlich kein Unbekannter. Er fühlt sich nicht nur auf Lesebühnen zuhause, sondern ist auch Vater der Gedanken von Kloß & Spinne. Mit Kirsten Fuchs bereiste er nicht den Süden, was dann sogar auf 3sat gezeigt wurde. In seinen Texten werden Alltagsthemen in ihrer Absurdität betrachtet, das ist vordergründig unheimlich lustig, eigentlich aber tragisch. Und so fabuliert er über Städte, die das Grau erfunden haben, von vergilbten Herzen und Treibgut auf dem Meer aus Einsamkeit, stiftet aber auch zur Verbreitung von Chaos im Universum an, indem der erheiternde Gedanke, Bücher in Bibliotheken falsch einzusortieren, wirklich eine Überlegung wert ist – mit dem Wissen im Hinterkopf, dass man selbst fluchend und polternd die nächste Bibliotheksangestellte anfahren würde, sollte man ein Buch suchen. Auch der Tipp, anderen die Unschuld zu nehmen, um sie aufs eigene Unschuldskonto einzahlen, verdreht herrlich die Perspektive. In Ein Ziegelstein für Dörte sammeln sich verschiedene Kurzgeschichten. Eine Reise von Berlin nach Amsterdam wird haarsträubend atemlos erzählt, es gibt schließlich keine Verwendung für ein Bremspedal. Die Ausdruckskraft von Fleischsalat hat vor Volker Strübing nach meinem Kenntnisstand auch noch niemand hinterfragt, dabei ist es doch naheliegend, dass das Mitbringen von Lieblingsspeisen für die Partnerin die eingeforderte Wortgruppe Ich liebe dich mehr als ersetzt.

Fazit: amüsante Kurzweil für alle, denen Sprachduktus und überbetonter Vortragsstil bei Poetry Slams auf die Nerven geht, die auf die Inhalte dieser Veranstaltungen aber nicht verzichten mögen.

Der oben stehende Hinweis auf Kloß & Spinne sei hiermit nochmals bekräftigt. Denn Norbert erklärt darin die Welt. Hihi, das ist lustig.

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Die Poeten der Nacht

andrea · 13.06.2011 · Keine Kommentare

Jede Woche ein Buch. Die Erfahrung lehrt: Eine Woche hat hier 14 Tage. (Die Aufholjagd läuft!) Rückblick #7

Niall Lenihan, Dank Stipendium Literaturstudent am ehrwürdigen Trinity College in Dublin, trifft auf eine Gruppe Verwirrter Mitstudenten, die einem seltsamen Kult frönen: Stelle eine (gern auch unbedeutende) Frage und erhalte darauf die Antwort durch eine willkürlich gewählte Textpassage. Dein Leben wird fortan aus Trancezuständen, Hedonismus und Geheimbundparanoia bestehen. Dass sich Niall bei diesen Aktivitäten von einem Durchschnittsleben entfernt, ist nachvollziehbar. Obsessiv und an Wahnvorstellungen leidend, schlägt sich der Junge durch das Dubliner Nachtleben und teilt (mit) dem Leser seine zunächst unklare, dann aber thematisch überstrapazierte Homosexualität (mit). Der Leser aber leidet im Gegensatz zum Protagonisten kaum an Schlaflosigkeit, dafür ähneln sich wiederkehrende Handlungen und Aussagen in zu ermüdendem Ausmaß. Niall bleibt nicht nur wegen des ungesunden Lebens, das er führt, reichlich blass. 425 Seiten lang wartet man auf Erkenntnisse oder überraschende Wendungen. Leider umsonst.

Sich geradezu überschlagenden Pressestimmen wie:
»Ein bisschen Eco, ein wenig García Márquez, eine Prise Joyce, Nabokov und Proust – mit „Die Poeten der Nacht“ ist Barry McCrea ein äußerst kluger Roman über die Welt der Bücher gelungen.« sind in meinen Augen völlig haltlos. Oben genannten Autoren gelingt es tatsächlich, Charaktere zu schaffen und nicht Schatten; Geschichten zu erzählen, ohne sich dabei in Wiederholungen zu verlieren und über viele hundert Seiten die Spannung zu halten – ganz ohne zwanghafte Konstruktion turbulenter Ereignisse.

Und so reicht es, Die Poeten der Nacht irgendwo in der Mitte aufzuschlagen und die nächsten zehn Seiten zu lesen. Danach ist es nur noch Wiederholung.

Wer die Vermengung von College & Sprachexperimenten sucht, ist mit Die geheime Geschichte oder Der Club der toten Dichter weit besser beraten. Wer in Dublin bereits auf Entdeckungstour war und auch das Trinity College kennt, wird sich irgendwie durch das Buch hangeln können. Auf meinem Exemplar wird sich ab heute wohl Staub absetzen. Sollte mein Blick nochmals darüber schweifen, wird es lediglich Erinnerungen an einen Dublin-Trip hervorrufen, die Geschichte selbst haben die Poeten der Nacht bzw. Autor Barry McCrea ohne Nachhall verfasst.

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Als wir unsterblich waren

andrea · 15.05.2011 · Keine Kommentare

Jede Woche ein Buch. Die Erfahrung lehrt: Eine Woche hat hier 14 Tage. (Ich hole mit der verbalen Rückschau langsam auf!) Rückblick #6

24 Stunden auf 341 Seiten auszubreiten, muss man erstmal hinkriegen. Tony Parsons schafft das in Stories We Could Tell problemlos und beschreibt darin die Erlebnisse von drei Halbstarken namens Terry, Leon und Ray im wilden London der Siebziger. Die Jungs, kaum volljährig, sind Redakteure beim Musikmagazin The Paper, treffen die Stars und Wracks der Zeit, es geht um Sex, Rock’n’Roll, Elvis, Hausbesetzungen, Frauenrechte, Neonazis, John Lennon, Emanzipation, Gewalt und einiges mehr. Ganz schön viel in 24 Stunden. Kein Wunder, dass scheinbar alle ununterbrochen auf irgendwelchen Trips sind. Durchaus ein Wunder, dass alle drei in einer Nacht die temporäre Liebe ihres Lebens treffen (Fotografin, verheiratete Managerfrau, Discogirl) und weitreichende Entscheidungen fällen (Auszug aus dem Elternhaus, Rückkehr ins Elternhaus, Gründung einer eigenen Familie). Es ist der Tag, an dem Elvis stirbt, John Lennon von Ray interviewt wird und die Jungs quasi über Nacht erwachsen werden.
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Auf wilder Schafsjagd

andrea · 10.05.2011 · Keine Kommentare

Jede Woche ein Buch. Die Erfahrung lehrt: Eine Woche hat hier 14 Tage. (Und ich hänge mit der verbalen Rückschau immer noch ganz schön hinterher.) Rückblick #5

1982 schrieb Haruki Murakami Wilde Schafsjagd, 1991 wurde das Buch ins Deutsche übersetzt, zwanzig Jahre später wird es aus einer Entrümpelungsaktion gerettet und ich beginne, zu lesen. Schnell zu lesen.

Wer mit Murakamis Schaffen halbwegs vertraut ist, kennt die Komponenten Jazz, Bars, schöne Mädchen und stumme, melancholische Gedanken über ziemlich durchschnittliches Dasein. Nicht jeder erhält in Murakamis Geschichten auch einen Namen. Es regnet viel und ausdauernd ins Grau der Zivilisation. Mit wenigen Sätzen zeichnet der Autor die Stimmung eines Landes zwischen Tradition und Anonymität der Moderne.

„Fahrgäste, verbunden durch dicke Bande aus Desinteresse und Langeweile. // Sein Gesicht war so ausdruckslos, dass er jederzeit unmaskiert einen Bankraub hätte begehen können. // Werbetafeln am Straßenrand verkünden ohne Unterlass Nachrichten an nichts und niemanden.“

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Tino Hanekamp gibt eine Party

kristin · 02.05.2011 · Keine Kommentare
13. Mai 2011
20:30 Uhr
scheune, Dresden
VVK 5 € / AK 7€

Es folgen Rückblick und Ankündigung in einem, denn Mitbegründer, Miteigentümer und Programmchef des Hamburger Clubs Uebel & Gefährlich, Tino Hanekamp, hat ein Buch geschrieben, seine Lesereise führt ihn auch nach Dresden und ich habe So was von da schon mal gelesen:
Oskar Wrobel, Clubbetreiber – jung, beliebt, verschuldet, erpresst und verkatert sucht nach dem, was wichtig ist. Sein Club wird abgerissen, in der Silvesternacht (ausgerechnet!) steigt die große Abschiedsparty. Und Oskar denkt immer nur an seine erste, einzige und große Liebe – Mathilda. Wie langweilig! Tausendmal gelesen. Dachte ich. Aber sieht eben verdammt gut aus … (der schwarze Buchschnitt!) weiterlesen…

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