White Birch – The Weight Of Spring

sebastian · 27.02.2015 · Keine Kommentare

Mit „Star Is Just A Sun“ veröffentlichen The White Birch 2002 ihr wichtigstes Album. Das war kurz nach meiner Zeit als Praktikant und studentischer Hilfskraft bei Glitterhouse und ist dennoch eins der Alben, die ich am meisten mit dieser Zeit verbinde (neben Savoy Grands “Dirty Pillow”, Ramsay Midwoods “Shoot Out At The OK Chinese Restaurant” und dem Gesamtwerk von Steve Westfield). Das Album war mystisch, je nach eigener Stimmungslage bedrohlich ruhig oder tröstlich und war bestens geeignet, um mich an meine tolle Zeit im gottverlassenen aber hinreißenden Beverungen zu erinnern.

Schnell wurde White Birch in einem Atemzug mit Drake und Godspeed You Black Emperor genannt und aus „The Norwegian Sigur Ros“ wurde “The White Birch”. Ich verlor den Anschluss und rasselte in eine dreckige Soulphase und bekam das Ende der Band 2006 gar nicht richtig mit. Wikipedia machte aus “are a band” ein “was a band” und ich hab in all den Jahren vielleicht zwei verregnete Nachmittage gefunden, um das Album zu hören.

Ola Floettum komponierte unterdessen vor allem Filmmusiken. Er lernte, wie man Bilder verstärkt und erzählte Geschichten. „Neun Jahren lang. Ich verlor meine Mutter, ich gründete meine Familie mit zwei Kindern. Wir fanden ein Haus in Oslo. Und dort, im Keller, nahm ich ein Großteil des Albums auf“, sagt Ola Floettum über die Entstehung von „The Weight Of Spring“.

Sold Dirt ist ein wunderbarer Song aus dem neuen Album, der Lust macht auf mehr. Augen zu und schnell weit weg. Irgendwohin, wo es kein Pegida und keine Staus gibt. Aber hier ningelt gerade ein kleiner Rotzer, es steht ein Wochenende voller Fußball an und somit muss ich auf die nächste Zugfahrt warten, um es durchzuhören. Ich hoffe, es regnet dann draußen und ich habe dran gedacht, die Thermoskanne mit gutem Tee und ein paar Plätzchen einzupacken.

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Als wären sie nie weg gewesen: Built to Spill mit erster Single vom neuen Album

sebastian · 25.02.2015 · Keine Kommentare

Sechs Jahre lang war es ziemlich still um Built to Spill, aber nachdem es zunächst nur Gerüchte gab, steht jetzt fest, dass das neue Album am 21. April bei Warner erscheinen wird und mit “Living Zoo” ist jetzt auch die erste Single draußen. Die Gitarren schrammeln wie eh und je und versetzen einen Mann meines Alters sofort in nostalgische Gefühle. Wo sind mein Kassettendeck und das Holzfällerhemd?

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Soundcheck: Everything Everything – Distant Pass

sebastian · 25.02.2015 · Keine Kommentare

Manchesters Everything Everything experimentieren auch bei “Distant Pass”, dem ersten mir bekannten Song des kommenden Albums “Get To Heaven” auf fast unverschämte Art und Weise mit Elementen aus britischem Disco-Funk, Elektropop (80er und 90er) und traumverlorenen Gitarren-Indie. Eine krude Mischung, aber dennoch eingängig und tanzbar.

Das Video ist dann auch eher so.. äääh? Leider geil!

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Team Me im Beatpol: Orchestrale Pophymnen voller Überraschungen

sebastian · 20.02.2015 · Keine Kommentare
27. Februar 2015
21:00 Uhr
Beatpol, Dresden

Es gibt nicht viele Bands, denen es gelingt, orchestral arrangierte Popsongs zu schreiben, die weder verkopft sind, noch im kitschigen Pathos versinken. Motorpsycho und Arcade Fire und die leider mega unter Wert verkauften Grand Island gehören ganz klar dazu. Und – wie ich viel zu spät erkannt habe – auch Team Me. Schon wieder Norwegen (Motorpsycho, Grand Island): Das kann doch kein Zufall sein?!

Am 27.02. präsentiert das Sextett den Nachfolger ihres gefeierten Debuts “To The Treetops” im Beatpol. “Blind As Night” steckt voller großer und kleiner Überraschungen und ist ein verdammt geiles Kopfhörer-Album, bei dem es immer wieder etwas zu entdecken gibt, was man beim letzten Hören nicht bemerkt hat, weil man seine Gedanken auf die Reise in norwegische Weiten geschickt hatte.

Wenn sie es schaffen, diese Qualität auch live abzurufen, wird das ein ganz, ganz großes Konzert.

Persönlicher Lieblingstrack des Albums, nicht nur wegen des großartigen Titels ist “Riding My Bicycle from Feddersensgate 5A to Møllerveien 31″. Hier werden alle Facetten der Band aufgefahren: Laut, leise, zärtlich, grantig, kernig..

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Dynamo auf dem Weg zum englischen Teammanager-Modell? Why not!

sebastian · 18.02.2015 · Keine Kommentare

Man darf davon ausgehen, dass Stefan Böger bei Dynamo Dresden nicht wegen der Tabellensituation gehen musste und die über die Medien kolportierte fehlende individuelle Entwicklung der Spieler allein kann und wird es auch nicht sein. Wir reden über ein halbes Jahr Arbeit mit viel Verletzungspech und Spielern, die durch die Bank weg nicht vom Dorf kommen, sondern bereits in der Jugend auf höchstem Niveau ausgebildet wurden und bereits Erfahrungen in Männerbereich gesammelt haben. Riesige Entwicklungssprünge sind da in sechs Monaten nicht zu erwarten. Im Fokus stehen vielmehr wachsende Erfahrung und größeres Selbstbewusstsein durch Spielpraxis und die Arbeit an individuellen Schwäche.

Also wird es im Wesentlichen um Vertrauensverhältnisse und Arbeitsabläufe gehen und die sind gerade bei einem Club wie Dynamo Dresden extrem wichtig. Mittlerweile bestätigt Aufsichtsrat Dr. Jürg Kasper sehr sachlich, dass Böger die Punkte Leistungsdiagnostik, Psychologie, Spielvorbereitung und Trainingsgestaltung grundsätzlich anders umgesetzt hat, als im sportlichen Konzept geplant.

Die entscheidende Frage ist, ob ein Chef-Trainer im (deutschen) Profifußball nicht die 100%ige Hoheit bei diesen Punkten haben sollte oder ob er sich wirklich an einem Konzept der sportlichen Leitung entlang hangeln muss.

Vielleicht wäre es daher nur allzu logisch, wenn bei Dynamo Dresden offen über ein englisches Modell nachgedacht würde, bei dem Ralf Minge nicht die klassische deutsche Rolle des Sportdirektors einnimmt, sondern die Rolle des englischen Teammanagers. Der sogenannte Teammanager (wie z.B. Sir Alex Ferguson) leitet zwar nur selten das Mannschaftstraining, hat aber zumindest bei der Mannschaftsaufstellung das letzte Wort. Das Training leiten meistens Co-Trainer, sodass sich der Manager seinen Managementaufgaben widmen kann. Die Einführung dieses Modells (Babbel, Magath) ist zwar in Deutschland eher erfolglos geblieben, aber das lag nicht zuletzt an ziemlich machtgeilen Personen in der eigentlichen Vereinsführung. Natürlich verlangt so ein Modell nach einen großen Stab. Und nach viel Vertrauen im Team. Aber das ist die Aufgabe des Teammanagers.

Ralf Minge wäre – so denke ich – ziemlich perfekt geeignet, um diese Rolle bei Dynamo Dresden einzunehmen. Extrem viel Sachverstand, hohe emotionale Bindung zum Verein, ein gutes Netzwerk, ein Auge für Talente: Beste Vorraussetzungen für eine kontinuierliche Arbeit. Alex Ferguson war bei ManU über 25 Jahre Teammanager. Er hat den Verein geprägt wie kein zweiter. Ralf Minge könnte der Alex Ferguson von Dynamo werden. Wenn man ihn lässt. Wenn er wirklich will. Logisch wär´s und ohne jemanden vorzuverurteilen: Die Verpflichtung von Peter Nemeth als Trainer spricht eher für dieses Modell als dagegen.

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Soundcheck: Bottled In England – Boy / Lost

kristin · 02.12.2014 · Keine Kommentare
6. Dezember 2014
20:00 Uhr
Sektor Evolution, Dresden
11. Dezember 2014
19:00 Uhr
Kleiner Donner, Hamburg
VVK ab 11 €
Verlosung

Mit hier und da veröffentlichten Songhäppchen mussten Bottled In England Fans in den letzten zwei Jahren die Zeit zwischen den (gefühlt ebenso seltenen) Konzerten der Band überbrücken. Das ist nun vorbei, seit dem 21. November steht mit Boy / Lost der erste Longplayer der Dänen auch in Deutschland im digitalen Plattenregal.

Bottled In England - Boy / LostNachdem die einzeln oder höchstens im Doppelpack veröffentlichten Songs bislang weitgehend für sich standen und häufig angeheuerte Gastvokalisten den handgespielten Drum’n'Bass’n'Dubstep-Sound des Duos in verschiedene Richtungen interpretierten, war es gewiss eine besondere Herausforderung ein ganzes Album zum Funktionieren zu bringen. Auf Boy / Lost blieben Schlagzeuger August Dyrborg und Bassist, Keyboarder und Elektroniker Daniel Vognstrup weitgehend unter sich und bis auf eine Ausnahme übernahm Vognstrup alle Vocalparts selbst. Das klingt im Ergebnis viel weniger nach lustiger Party mit möglichst vielen Freunden und hat der Suche nach einem albumfähigen Sound sicher gut getan. Und doch meint man sie hören zu können, die mutmaßliche Anstrengung, beides zusammenkriegen zu wollen: Die so oft begeistert besprochene Energie der Live-Shows von Bottled In England in einer Aufnahme einzufangen und trotzdem ein im Alltag hörbares Stück Musik zu schaffen.

Bottled In England haben sich mit Boy / Lost dazu an einer Geschichte entlang gearbeitet. Sie beginnt auf dem Cover, das den ›verlorenen Jungen‹ zeigt, »ein gestörter junger Mann, der verängstigt, betäubt von Drogen und allein ist«, erklärt mir Daniel Vognstrup. weiterlesen…

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Soundcheck: The Lovers Key

sebastian · 26.09.2014 · Keine Kommentare

Songwriter und Producer Christopher Moll (The Postmarks) and Sänger Maco Monthervil sind The Lovers Key und haben just ihr Debut-Album “Here Today Gone Tomorrow” veröffentlicht. Eine wohltuende Mischung aus Garage-Soul und Vintage-Pop, die schnell ins Ohr und in die Beine geht. Club-Booker mit erwachsener Zielgruppe sollten sich rechtzeitig ein Book(ing)Mark setzen.

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Am Ende war mehr Berlin als Music Week!

sebastian · 18.09.2014 · Keine Kommentare

So richtig leicht fällt mir der Einstieg in den Rückblick nicht. Zu kurz war meine diesjährige Berlin Music Week und zu wenig wirklich Erinnerungswürdiges blieb auf der Hirnplatine hängen.
Das Ziel des Ausflugs war nicht, neue Musik zu entdecken, sondern neue Trends des Business aufzuschnappen. Das ist mir eher nicht so gut gelungen. Ob das an mir lag, weil ich in den falschen Panels saß und die „falschen“ Leute in der Raucherecke getroffen habe oder ob es einfach nicht so viel Neues gab, wird sich wohl erst zeigen. Grundsätzlich überdeckte der schwammige Nebel der öffentlichen Kreativwirtschaftsförderung (mal wieder) das kreative Schaffen der Basis. Der Musikbranche fehlen einfach die durchgeknallten Indie-Macher frührerer Tage. Und die verbleibenden strömen nicht gerade zahlreich zur Berlin Music Week.
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I’m Hungry For You, My Love! A Hidden Ohrwurm And it´s Remix

sebastian · 09.09.2014 · Keine Kommentare

Das Original ist an mir vorbeigegangen (AscheHaupt)

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Dem Remix kann sicher grad keiner entziehen…

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Niklas Ibach macht einen geheimen Supersong zu einem Sommerhit. Das ist Musikbusiness. Und so wird es immer sein. Come out and rescue me.

it up the bottom, hearts will melt like ice
as the lights keep falling, makes you feel so small again
as we walk in circles, the blind leading the blight
no way of hiding, our heart is all we’ve got
I’m hungry for you, my love, so come out and rescue me
love is just not enough, out in this war of needs

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MALKY: Kleiner Junge, Großer Indiesoul

sebastian · 26.08.2014 · 1 Kommentar
16. September 2014
21:00 Uhr
scheune, Dresden
Verlosung

Malky ist bulgarisch und heißt so viel wie „kleiner Junge“. Ein schwer sympathischer Bandname, denn in Sachen Songwriting, Produktion und Stimme braucht sich Malky international vor niemandem zu verstecken. Umso überraschter war ich, als ich las, dass Malky in Leipzig beheimatet sind.

So muss Soul heute klingen. Ohne Kitsch und ohne Pathos, die technischen Möglichkeiten ausnutzend und offen für Einflüsse aus Elektro und Indiepop. Viel undeutscher geht kaum. Das mag an der bulgarischen Herkunft von Daniel Stoyanov liegen, dessen außergewöhnliche Stimme den melancholischen, aber nicht schwermütigen Sound des Duos prägt, kann aber auch einfach großes Talent sein :-)

Nach der ersten EP „Diamonds“ vom Oktober 2013 erschien am 27. Juni das Debütalbum „Soon“. Neben dem sanften Gänsehaut-Hit “Soon”, gefällt mir vor allem der Track “History Of Broken Hearts”. Wunderbare Melodie, toller Text, verspielte Background-Schleife. Läuft.

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Wir verlosen 2*2 Karten für den Tourneestart in der scheune am 16.09.2014 unter allen Kommentaren und E-Mail Einsendungen (bitte mit vollständigem Namen an redaktion[at]mittelstern[.]de) mit dem Betreff “History Of Broken Hearts”, die uns bis 14.09., 18:00 Uhr erreichen.

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