Dresdner Fußball: Herrlich schräge Fans im Kleingartenblock

sebastian · 09.03.2015 · Keine Kommentare

Kleingartenblock (Erlebnis Stadion)

Kleingartenblock (Erlebnis Stadion)


Abseits der übermächtigen SG Dynamo und dem übergebliebenen Haufen treuer DSC-Supporter, geht in Sachen Fanwesen im Dresdner Fußball eher wenig. Zu viele Vereine streiten sich um zu wenige Zuschauer, finden so zu wenig Sponsoren, um durch sportliche Attraktivität mehr Fans zu gewinnen. Die sportliche Nummer 2 der Stadt ist aktuell die “Post”. Auf dem Platz an der Hebbelstraße hat sich der Sonntag Vormittag als Anstoßzeit etabliert und lockt immerhin die halbe Nachbarschaft zu einem gemütlichen Frühschoppen. Zwischen 100 und 200 Besucher finden sich je nach Wetterlage ein, heißt der Gegner Chemie Leipzig kommen inklusive Gästefans auch mal 550. Handfeste Sportplatzatmo mit Bratwurst und Besuchern aller Altersklassen. Ähnlich sieht es bei den anderen “Großen” wie der SG Weixdorf oder in Laubegast aus. Beim SC Borea, lange Jahre die sportliche Nummer 2 bis 3 in der Stadt, finden sich gleich die zwei wahrscheinlich kleinsten Fangruppen. Ein unverwüstliches Rentner-Trio mit eigener Leistungsfußballvergangenheit und Robert und sein Plus Eins aka “Die Edelfans”.

Den skurrilsten Fanblock findet man bei der SpVgg Dresden-Löbtau 1893. Dort feiert eine Handvoll positiv verrückter Zeitgenossen im “Kleingartenblock” das Team (und sich selbst), dass es eine wahre Freude ist.

YouTube Preview Image

Sogar auswärts:
weiterlesen…

twitter share buttonFacebook Share

Son Little: Neue Single “O Mother”

sebastian · 06.03.2015 · Keine Kommentare

Vor etwas über einem Jahr habe ich Son Little das erste Mal hier erwähnt und drauf gewettet, dass der Kerl garantiert bald bekannt ist wie ein bunter Hund. Zwar hat er längst nicht mehr nur die 159 Facebook-Fans, die er damals aufwies, aber noch sind es unter 5.000. Dabei hat er zwischendurch mit “Your Love Will Blow Me Away When My Heart Aches” eine der großartigsten Soul-Nummern der letzten Jahre veröffentlicht.

YouTube Preview Image

Nun also seine neue Single “O Mother”, ein Beweis mehr, dass die oft gezogenen Vergleiche mit Marvin Gaye keineswegs übertrieben sind. Das sehr, sehr, sehr deep!

twitter share buttonFacebook Share

Soundcheck: Chastity Belt

sebastian · 06.03.2015 · Keine Kommentare
chastitybelt

chastitybelt

Rock is a man´s world… Das Klischee verdichtet sich, wenn man sich diese Serie bearbeiteter Festivalplakate ansieht, auf der nur noch die Bands genannt werden, in denen mindestens ein Bandmitglied weiblich ist. Die Diskussion darüber will ich hier aber gar nicht führen. Stattdessen gibt es heute die neuste MP3-Single der All-Girl-Band Chastity Belt.

Für die großen Festivalbühnen ist der an frühe Subpop-Bands erinnernde Indiepop sicher nicht geeignet, aber für die Frühlingsplaylist auf jeden Fall. Dass eines der Bandmitglieder auf den Namen “Gretchen Grimm” hört, schiebe ich nicht zuletzt wegen der vielen literarischen Verweise im Werk der Mädels mal eher in die Kategorie “Coole Künstlernamen” ;-)
weiterlesen…

twitter share buttonFacebook Share

White Birch – The Weight Of Spring

sebastian · 27.02.2015 · Keine Kommentare

Mit „Star Is Just A Sun“ veröffentlichen The White Birch 2002 ihr wichtigstes Album. Das war kurz nach meiner Zeit als Praktikant und studentischer Hilfskraft bei Glitterhouse und ist dennoch eins der Alben, die ich am meisten mit dieser Zeit verbinde (neben Savoy Grands “Dirty Pillow”, Ramsay Midwoods “Shoot Out At The OK Chinese Restaurant” und dem Gesamtwerk von Steve Westfield). Das Album war mystisch, je nach eigener Stimmungslage bedrohlich ruhig oder tröstlich und war bestens geeignet, um mich an meine tolle Zeit im gottverlassenen aber hinreißenden Beverungen zu erinnern.

Schnell wurde White Birch in einem Atemzug mit Drake und Godspeed You Black Emperor genannt und aus „The Norwegian Sigur Ros“ wurde “The White Birch”. Ich verlor den Anschluss und rasselte in eine dreckige Soulphase und bekam das Ende der Band 2006 gar nicht richtig mit. Wikipedia machte aus “are a band” ein “was a band” und ich hab in all den Jahren vielleicht zwei verregnete Nachmittage gefunden, um das Album zu hören.

Ola Floettum komponierte unterdessen vor allem Filmmusiken. Er lernte, wie man Bilder verstärkt und erzählte Geschichten. „Neun Jahren lang. Ich verlor meine Mutter, ich gründete meine Familie mit zwei Kindern. Wir fanden ein Haus in Oslo. Und dort, im Keller, nahm ich ein Großteil des Albums auf“, sagt Ola Floettum über die Entstehung von „The Weight Of Spring“.

Sold Dirt ist ein wunderbarer Song aus dem neuen Album, der Lust macht auf mehr. Augen zu und schnell weit weg. Irgendwohin, wo es kein Pegida und keine Staus gibt. Aber hier ningelt gerade ein kleiner Rotzer, es steht ein Wochenende voller Fußball an und somit muss ich auf die nächste Zugfahrt warten, um es durchzuhören. Ich hoffe, es regnet dann draußen und ich habe dran gedacht, die Thermoskanne mit gutem Tee und ein paar Plätzchen einzupacken.

twitter share buttonFacebook Share

Als wären sie nie weg gewesen: Built to Spill mit erster Single vom neuen Album

sebastian · 25.02.2015 · Keine Kommentare

Sechs Jahre lang war es ziemlich still um Built to Spill, aber nachdem es zunächst nur Gerüchte gab, steht jetzt fest, dass das neue Album am 21. April bei Warner erscheinen wird und mit “Living Zoo” ist jetzt auch die erste Single draußen. Die Gitarren schrammeln wie eh und je und versetzen einen Mann meines Alters sofort in nostalgische Gefühle. Wo sind mein Kassettendeck und das Holzfällerhemd?

twitter share buttonFacebook Share

Soundcheck: Everything Everything – Distant Pass

sebastian · 25.02.2015 · Keine Kommentare

Manchesters Everything Everything experimentieren auch bei “Distant Pass”, dem ersten mir bekannten Song des kommenden Albums “Get To Heaven” auf fast unverschämte Art und Weise mit Elementen aus britischem Disco-Funk, Elektropop (80er und 90er) und traumverlorenen Gitarren-Indie. Eine krude Mischung, aber dennoch eingängig und tanzbar.

Das Video ist dann auch eher so.. äääh? Leider geil!

YouTube Preview Image
twitter share buttonFacebook Share

Team Me im Beatpol: Orchestrale Pophymnen voller Überraschungen

sebastian · 20.02.2015 · Keine Kommentare
27. Februar 2015
21:00 Uhr
Beatpol, Dresden

Es gibt nicht viele Bands, denen es gelingt, orchestral arrangierte Popsongs zu schreiben, die weder verkopft sind, noch im kitschigen Pathos versinken. Motorpsycho und Arcade Fire und die leider mega unter Wert verkauften Grand Island gehören ganz klar dazu. Und – wie ich viel zu spät erkannt habe – auch Team Me. Schon wieder Norwegen (Motorpsycho, Grand Island): Das kann doch kein Zufall sein?!

Am 27.02. präsentiert das Sextett den Nachfolger ihres gefeierten Debuts “To The Treetops” im Beatpol. “Blind As Night” steckt voller großer und kleiner Überraschungen und ist ein verdammt geiles Kopfhörer-Album, bei dem es immer wieder etwas zu entdecken gibt, was man beim letzten Hören nicht bemerkt hat, weil man seine Gedanken auf die Reise in norwegische Weiten geschickt hatte.

Wenn sie es schaffen, diese Qualität auch live abzurufen, wird das ein ganz, ganz großes Konzert.

Persönlicher Lieblingstrack des Albums, nicht nur wegen des großartigen Titels ist “Riding My Bicycle from Feddersensgate 5A to Møllerveien 31″. Hier werden alle Facetten der Band aufgefahren: Laut, leise, zärtlich, grantig, kernig..

YouTube Preview Image
twitter share buttonFacebook Share

Dynamo auf dem Weg zum englischen Teammanager-Modell? Why not!

sebastian · 18.02.2015 · Keine Kommentare

Man darf davon ausgehen, dass Stefan Böger bei Dynamo Dresden nicht wegen der Tabellensituation gehen musste und die über die Medien kolportierte fehlende individuelle Entwicklung der Spieler allein kann und wird es auch nicht sein. Wir reden über ein halbes Jahr Arbeit mit viel Verletzungspech und Spielern, die durch die Bank weg nicht vom Dorf kommen, sondern bereits in der Jugend auf höchstem Niveau ausgebildet wurden und bereits Erfahrungen in Männerbereich gesammelt haben. Riesige Entwicklungssprünge sind da in sechs Monaten nicht zu erwarten. Im Fokus stehen vielmehr wachsende Erfahrung und größeres Selbstbewusstsein durch Spielpraxis und die Arbeit an individuellen Schwäche.

Also wird es im Wesentlichen um Vertrauensverhältnisse und Arbeitsabläufe gehen und die sind gerade bei einem Club wie Dynamo Dresden extrem wichtig. Mittlerweile bestätigt Aufsichtsrat Dr. Jürg Kasper sehr sachlich, dass Böger die Punkte Leistungsdiagnostik, Psychologie, Spielvorbereitung und Trainingsgestaltung grundsätzlich anders umgesetzt hat, als im sportlichen Konzept geplant.

Die entscheidende Frage ist, ob ein Chef-Trainer im (deutschen) Profifußball nicht die 100%ige Hoheit bei diesen Punkten haben sollte oder ob er sich wirklich an einem Konzept der sportlichen Leitung entlang hangeln muss.

Vielleicht wäre es daher nur allzu logisch, wenn bei Dynamo Dresden offen über ein englisches Modell nachgedacht würde, bei dem Ralf Minge nicht die klassische deutsche Rolle des Sportdirektors einnimmt, sondern die Rolle des englischen Teammanagers. Der sogenannte Teammanager (wie z.B. Sir Alex Ferguson) leitet zwar nur selten das Mannschaftstraining, hat aber zumindest bei der Mannschaftsaufstellung das letzte Wort. Das Training leiten meistens Co-Trainer, sodass sich der Manager seinen Managementaufgaben widmen kann. Die Einführung dieses Modells (Babbel, Magath) ist zwar in Deutschland eher erfolglos geblieben, aber das lag nicht zuletzt an ziemlich machtgeilen Personen in der eigentlichen Vereinsführung. Natürlich verlangt so ein Modell nach einen großen Stab. Und nach viel Vertrauen im Team. Aber das ist die Aufgabe des Teammanagers.

Ralf Minge wäre – so denke ich – ziemlich perfekt geeignet, um diese Rolle bei Dynamo Dresden einzunehmen. Extrem viel Sachverstand, hohe emotionale Bindung zum Verein, ein gutes Netzwerk, ein Auge für Talente: Beste Vorraussetzungen für eine kontinuierliche Arbeit. Alex Ferguson war bei ManU über 25 Jahre Teammanager. Er hat den Verein geprägt wie kein zweiter. Ralf Minge könnte der Alex Ferguson von Dynamo werden. Wenn man ihn lässt. Wenn er wirklich will. Logisch wär´s und ohne jemanden vorzuverurteilen: Die Verpflichtung von Peter Nemeth als Trainer spricht eher für dieses Modell als dagegen.

twitter share buttonFacebook Share

Soundcheck: Bottled In England – Boy / Lost

kristin · 02.12.2014 · Keine Kommentare
6. Dezember 2014
20:00 Uhr
Sektor Evolution, Dresden
11. Dezember 2014
19:00 Uhr
Kleiner Donner, Hamburg
VVK ab 11 €
Verlosung

Mit hier und da veröffentlichten Songhäppchen mussten Bottled In England Fans in den letzten zwei Jahren die Zeit zwischen den (gefühlt ebenso seltenen) Konzerten der Band überbrücken. Das ist nun vorbei, seit dem 21. November steht mit Boy / Lost der erste Longplayer der Dänen auch in Deutschland im digitalen Plattenregal.

Bottled In England - Boy / LostNachdem die einzeln oder höchstens im Doppelpack veröffentlichten Songs bislang weitgehend für sich standen und häufig angeheuerte Gastvokalisten den handgespielten Drum’n'Bass’n'Dubstep-Sound des Duos in verschiedene Richtungen interpretierten, war es gewiss eine besondere Herausforderung ein ganzes Album zum Funktionieren zu bringen. Auf Boy / Lost blieben Schlagzeuger August Dyrborg und Bassist, Keyboarder und Elektroniker Daniel Vognstrup weitgehend unter sich und bis auf eine Ausnahme übernahm Vognstrup alle Vocalparts selbst. Das klingt im Ergebnis viel weniger nach lustiger Party mit möglichst vielen Freunden und hat der Suche nach einem albumfähigen Sound sicher gut getan. Und doch meint man sie hören zu können, die mutmaßliche Anstrengung, beides zusammenkriegen zu wollen: Die so oft begeistert besprochene Energie der Live-Shows von Bottled In England in einer Aufnahme einzufangen und trotzdem ein im Alltag hörbares Stück Musik zu schaffen.

Bottled In England haben sich mit Boy / Lost dazu an einer Geschichte entlang gearbeitet. Sie beginnt auf dem Cover, das den ›verlorenen Jungen‹ zeigt, »ein gestörter junger Mann, der verängstigt, betäubt von Drogen und allein ist«, erklärt mir Daniel Vognstrup. weiterlesen…

twitter share buttonFacebook Share

Soundcheck: The Lovers Key

sebastian · 26.09.2014 · Keine Kommentare

Songwriter und Producer Christopher Moll (The Postmarks) and Sänger Maco Monthervil sind The Lovers Key und haben just ihr Debut-Album “Here Today Gone Tomorrow” veröffentlicht. Eine wohltuende Mischung aus Garage-Soul und Vintage-Pop, die schnell ins Ohr und in die Beine geht. Club-Booker mit erwachsener Zielgruppe sollten sich rechtzeitig ein Book(ing)Mark setzen.

YouTube Preview Image YouTube Preview Image
twitter share buttonFacebook Share
 | 1 | 2 | 3 | 4 |  | 118 |