3. Mai 2013 bis 4. Mai 2013 Location siehe Text, auswärts Aarhus (DK)
|
Das SPOT Festival im dänischen Städtchen Aarhus ist mir als eines der schönsten und – speziell für mich – wichtigsten Festivals des letzten Jahres in Erinnerung geblieben. »Große Chancen lauern überall«, schrieb ich kurz vor dem allerersten Festival, das ich als akkreditierter Medienvertreter besuchen durfte. Und manchmal werden aus kleinen Ideen und Hoffnungen große und wichtige Entscheidungen. Ich habe mich auf dem SPOT Festival 2012 nicht nur in Bottled In England, Asbjørn und einmal mehr in Nils Frahm verliebt, sondern ich habe auch neue Freunde und Kollegen kennengelernt – und einen neuen Job gefunden. Ein reichliches halbes Jahr darauf habe ich mich von Dresden verabschiedet, um in die schönste Stadt Deutschlands zu ziehen. Für eine Arbeit, die jeden Tag mit Musik zu tun hat und hin und wieder auch mit Bottled In England.
Nächste Woche ist es endlich wieder soweit: Das SPOT Festival lädt nach Aarhus. Die Akkreditierung ist ausgedruckt, der Platz im Bus reserviert, Bottled In England spielen einen geheimen Gig und neben den bereits gefundenen musikalischen Leckerbissen gilt es wieder jede Menge Newcomer zu probieren. Auf meiner Must-See Liste in diesem Jahr:
Artificial Brothers – Seit einem Jahr habe ich die bis jetzt noch immer und überall verpasst.
Ásgeir Trausti – Hat die Aufgabe, gute Erinnerungen ans Iceland Airwaves 2012 aufzufrischen. Wie der isländische Superstar wohl in Dänemark ankommt?
Bloodgroup – Das neue Album Tracing Echos ist so überraschend anders (gut!) geworden, als ich es nach den letzten beiden erwartet hätte. weiterlesen…
Buke and Gase sind Arone Dyer an der Buke (eine umgebaute ehemalige Bariton-Ukulele, Eigenbau aus Autoteilen) und Aron Sanchez an der Gase (ein selbst gebauter Gitarre/Bass-Hybrid), gegründet 2008 in New York City. Beide spielen mit allen Extremitäten ihre Instrumente auf der Bühne, die Füße bedienen dabei Perkussionsinstrumente. Doch zwischen Instrument und verstärktem Klang steht eine Armada an Effektenpedalen und Erfindungen aus ihrem Bastelkeller. So entsteht ihr typischer Sound, den nachzumachen nahezu unmöglich ist. Ihre Liveshows sind daher stets eine visuelle und klangliche Offenbarung, über die sich Dyer’s supermelodische Gesangslinien schlängeln.
Mit ihrer jüngsten EP Function Falls im Rücken, einer ausgedehnten UK- & US-Tour mit Deerhoof, weiteren Showcases mit Flying Lotus und Death Grips und gleich zwei Einladungen zum legendären ATP-Festival (von Shellac und ihren guten Freunden The National), kommen Buke and Gase mit General Dome zurück. Ihre erste Single-Auskopplung Hiccup wurde bereits ausgiebig bei Noisey gefeiert und steht dort zum kostenlosen Download bereit.
General Dome erscheint im Februar 2013 bei den Dresdner Labels Discorporate Records und Altin Village – und wird von einer Headliner-Tour in Nordamerika, Australien und Europa begleitet.
Hamburg: (Infos)
Fang Island, Buke and Gase, No Spill Blood
Dresden:
Special Show! Tickets gibts nur an der Abendkasse zum Preis von 5 Euro.
Support: Tarantatec
»Uzala, der Kirgise ist ein sowjetischer Spielfilm des japanischen Regisseurs Akira Kurosawa aus dem Jahr 1975. [...] Der Film vermittelt durchgehend eine melancholische Grundstimmung.« (wikipedia, weitergeleitet von Dersu Uzala)
Ebenjenen Film über die Freundschaft und das Leben liebten die Brüder Griff und Bryn Burnell als Kinder so sehr, dass sie es für eine gute Idee hielten, den Titel als Bandnamen zu verwenden. Dersu Uzala kommen nicht aus der ehemaligen Sowjetunion und auch nicht aus Japan, sondern aus Australien.
Es dauerte drei Jahre, bis Griff und Bryn ihre jeweils sehr unterschiedlichen musikalischen Einflüsse zum Debütalbum Tempus Fugit (2013, Buxton Records) zusammengefriemelt haben. Für verstörende Lyrics und den Gesang holten sie sich einen Schotten namens Malky Taylor hinzu.
Die durchgehend melancholische Grundstimmung aus obenstehenden Wikipedia-Auszug passt auch als Beschreibung für Tempus Fugit, das bedeutet aber nicht, dass Dersu Uzala den Hörer mit ihrem Sound in völlige Verzweiflung auflösen. Trip-Hop-schwere Downbeats schleppen feine Jazzeinflüsse herbei und Spielzeug-Xylophone, gezupfte Gitarren, ja sogar eine Brise Funk setzen hoffnungsleichte Akzente. Mit jedem Ton auf dem rechten Fleck lassen sich mit Tempus Fugit eisgraue Tage träge wegträumen.
»All is not lost, there is time in this world…«
Dieser Moment, wenn Musik Dir den totalen Kick gibt. Wenn Du das Fenster Deiner Karre aufreissen willst und Deine Begeisterung in die Welt schleudern wie in den letzten Minuten einmaliger Champions League Spiele (oder nach Treffern von Marcus Marin). Wenn Du wieder nackt mit den Kumpels in den Kanal springen willst, in beiden Händen eine Karlsquell-Dose. Luftgitarren. BMX-Räder. Dead Kennedys. Yuppicide. Rock.
Die letzte Band, der das gelungen ist, sind Honningbarna. Astreine Jungs aus der tiefsten norwegischen Provinz. Kristiansand. Weiß der Geier, wo das ist. Wen interessiert´s? Es wird nicht anders sein als in Löbau oder Rodenkirchen (Wesermarsch). Mit treibenden Stakkato-Gitarrenriffs á la Hives, dem originellen Einsatz von Cello-Attacken und den leidenschaftlichen Singalongs in ihrer seltsamen mystischen Heimatsprache legt sich die Band um Frontmann Edvard Valberg mit Politik, Establishment und Langeweile an. Immer wieder überraschen sie mit ganz besonderen Momenten und heben sich damit vom Punkrockallerei mächtig ab. Dafür sorgt auch Produzent Pelle Gunnerfeldt (The Hives, Refused), der da sagt ‘Honningbarna is a great – maybe the only – rock n’ roll band in a dying genre. The blazing guitars, furious boy choir, it truly is bliss to take in. Loud.’ Full Ack, Pelle!
Honningbarna haben Norwegen im Sturm erobert und werden auch Deutschland überfahren. Am 25.05. ist Dresden fällig. Der Beatpol wird beben.
Im Gepäck haben sie dann ihr neues Album “Verden er Enkel”, welches in Deutschland vom umtriebig leidenschaftlichen Label Sound of Subterrania veröffentlicht wird. Hier eine Kostprobe daraus, die wir ja bereits gebührend gefeiert haben:
Aber auch schon vor der Zusammenarbeit mit Pelle Gunnerfeldt hat das schon ordentlich geknallt, wie dieses Fanvideo eines älteren Titels zeigt:
weiterlesen…
Nicht nur weil sich hier gerade einiges um die richtigen Strampler für künftige Fußballprofis dreht, mag ich “Baby´s first Steps” total gerne. Young Hunting mixen süßen Dream Pop mit bitterem Folk, den man so eher in nördlichen und einsamen Regionen verorten würde als in L.A.
Das Video zur Single “Oh Sailor” der hochbegabten Mr Little Jeans trudelt ausgerechnet 10 Minuten in meinen Player, nachdem ich einen alten Seemann zu meinem Facebook-Profilbild gemacht habe. Das zum guten Zeichen. Dass ich hinterher einen Ohrwurm von Lykke Li hatte, kann man jetzt so oder so auslegen. Sagen wir mal so: Einflüsse sind deutlich zu spüren, aber das Potenzial ist dennoch gigantisch!
Aus meiner aktuellen Lieblings-LP “Victim of Love” stammen Song und Video der Woche! Aber zu Charles in Kürze mehr, denn er kommt ja bald nach Dresden Soul City und ich rate euch: Kauft Tickets und übt softe Moves, sonst guckt Euch hinterher keine der anwesenden Damen auch nur mit der Gesäßtasche an.
Ja, es ist ein wunderbares Lied: Mountains Crave von Anna von Hausswolff. Orgel und Stimme schieben sich widerstandslos ins Ohr, alles, wirklich alles passt.
Die Tochter eines Komponisten, die mit vollständigem Namen auch noch Anna Michaela Ebba Electra von Hausswolff heißt, ist Mitte 20 und mit ihrem zweiten Album Ceremony erst kürzlich bei City Slang untergekommen. Die Schwedin macht entgegen der Mehrheit ihrer Landsleute keinen düdelnden (Electro-)Pop, sondern wuchtige, sakrale, düstere Musik zwischen Klassik und Post Rock, auf die man sich einlassen muss – nicht unbedingt alltagstauglich, aber live sicherlich ein Erlebnis. Morgen in der scheune.

weiterlesen…
Der Vondelpark ist eine grüne Oase im Herzen Amsterdams und scheint die Londoner Band gleichen Namens irgendwann einmal sehr beruhigt zu haben. Samples, schleppende Beats, sanfte Stimmen passen hervorragend vor innere Bilder wie Enten füttern, auf der Wiese liegen, Menschen beobachten, Nichtstun, Grüntöne definieren und den Gedanken nachhängen. Fans von The XX und James Blake könnten hier fündig werden, das morgen erscheinende Album Seabed ist weniger melancholisch als die Musik der genannten großen Namen und doch zerbrechlich – atmosphärisch – dicht. Eine Platte zum Entschleunigen, für bedächtiges Lauschen und bei 3voor12 noch ein paar Tage zu hören. Tipp!
Offene Fenster, Spaziergänge, Frischluft… kaum ist die gelbe Kuller da oben wieder aktiv, möchte man ein Liedchen pfeifen. Schwung in einen müden Sonntag bringt auch dieses Lied:
Zumindest auf Facebook bin ich schon seit Eeeewigkeiten Fan von Villagers. Eigentlich hab ich mir auch eingebildet, das Video zu Cecelia & Her Selfhood vor längerer Zeit hier im Blog gepostet zu haben.. leider wurde es dabei offensichtlich bescheiden getaggt. Nun lässt sich Villagers’ aktuelles zweites Album {Awayland} in den nächsten Tagen auf NPR First Listen anhören, worüber Conor O’Brien selbst sagt:
It’s a diverse album. It takes you on a trip through a musical landscape, as a tribute to your sense of wonder. It travels through space and time and leaves you back for dinner. It might take a few gobbles. Maybe try it on headphones first, without interruption.
Weg von “der Junge mit der Gitarre”-Attitüde ist Awayland üppig instrumentiert, abwechslungsreich und mitreißend, allein mir reicht, dass es das fantastische The Waves enthält.
15. April 2013 bis 20. April 2013 MS DOCKVILLE Kunstcamp, Hamburg Eintritt frei
Infos: @Facebook
|
Das dänische Roskilde Festival (29.6. – 7.7.2013) wird gern als die Mutter aller Festivals bezeichnet und ist mit etwa 115.000 Besuchern eines der größten in Europa. Ich war noch nie dort, darf mich aber seit kurzem zu den bis zu 25.000 unbezahlten Freiwilligen zählen, die jedes Jahr mithelfen, das Festival auf die Beine zu stellen und durchzuführen.
Damit Leute wie ich die alljährlichen begeisterten Schilderungen treuer Roskilde-Anhänger vom sagenhaften »Orange Feeling« vorab schon einmal persönlich erahnen können, schickt das Roskilde Festival seinen kleinen Bruder, den Roskilde Road Trip vom 15. bis 20. April in fünf nordeuropäische Städte, zu denen in diesem Jahr auch meine neue Heimatstadt Hamburg gehört. Dazu kooperiert das Roskilde Festival mit dem hier ansässigen MS Dockville Kunstcamp, das im Vorfeld zum MS Dockville Festival (16. – 18.8.) für mehrere Wochen ein kreatives Umfeld für künstlerische Arbeiten und Projekte schafft, die in die Gestaltung des MS Dockville Festivals einfließen. Dass die Beteiligten in diesem kreativen Umfeld bzw. einem alten Laborgebäude nicht nur gemeinsam arbeiten, sondern auch leben, schlafen und essen, klingt ganz schön hippie, ist Kreativität und Gemeinschaftsgefühl aber bestimmt zuträglich.
Für den Roskilde Road Trip jedenfalls ist eine ganze Woche lang ein vollgepacktes Programm aus Workshops, Kunst, Performances und Konzerten geplant. weiterlesen…