Immer mit der Ruhe! Social Media ist auch nichts anderes als eine digitale Kundenzeitung

sebastian · 30.03.2010 · 1 Kommentar

Aus einem Brief an einen Bekannten, der mich um Stellungnahme zum Thema „web2.0“ gebeten hat. Individuelle Tipps (konzeptionell) habe ich entfernt. Dennoch ist nicht alles auf jede Branche, jede Marke, jedes Unternehmen übertragbar. Aber vieles, wie ich finde! Vor allem meine Kernaussage, Gelassenheit zu bewahren…

Lieber ******,

heute will ich endlich Deiner Bitte nachkommen, Dir in einfachen (!) Worten die potentielle Bedeutung des „web2.0“ für Unternehmen wie Deines aus meiner Sicht zu schildern.

Ein Hype sorgt bekanntlich immer neben aller Begeisterung auch für Panik! Vor allem bei denen, die Angst haben, einen Trend zu verschlafen oder ihn (noch schlimmer) nicht zu verstehen und aktuell ist Social Media (oder Web 2.0) wohl einer der größten Hypes und ich kann verstehen, welche Sorgen Dich umtreiben! Du bist damit weiß Gott nicht allein!

Muss ich dabei sein? Soll ich mitmachen? Mit einem Partner oder ohne und wenn ja, mit welchem? Wie? Was bringt mir das? Wer ist im Unternehmen verantwortlich? Welche Kosten entstehen? Was zum Henker soll mir ein Kauderwelsch wie „Deine Tweets retweeted“ bloß sagen. Ich habe noch nicht einmal eine Facebookseite und täglich werden schon Artikel veröffentlicht, welche Fehler die Unternehmen im web2.0 machen. Aber ich kenne keine einzigen, der selber twittert…

Ich freue mich, daß Du selbst eben nicht gleich mit der „alles nur überflüssiges Gemache“ Schiene kommst, sondern Bereitschaft signalisierst, „mitmachen“ zu wollen. Aber: Mitmachen klingt nach Aufspringen auf einen „Trend“. Und das ist Unsinn. Ich hoffe, daß ich Dir das deutlich machen kann.

Ich sage also: Hol mal kurz tief Luft, setz Dich gemütlich hin, druck die Mail hier ausnahmsweise aus, macht den Laptop aus und geh mal kurz in Dich. Das darf man auch im Zeitalter des web2.0. Ohne Scheiß! Im Grunde ist die Nutzung von Social Media auch nichts anderes als ein Mix aus digitaler Kundenzeitung mit integriertem Kundenservice.

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Vrienden van Dresden

sebastian · 26.03.2010 · Keine Kommentare

Verrückte Welt2.0

Heute erreichte mich eine E-Mail aus Nijmegen und sorgte neben dem herrlichen Sonnenschein draußen für angenehme Erheiterung! Nicht nur meine Cousine Vivika und meine ehemaliger Millerntorcompadre Ulf wohnen nämlich in diesem schönen holländischen Städtchen sondern auch eine kleine Gruppe überzeugter Dresdenfans. Nicht Dynamofans – wovon es ja weltweit welche gibt – sondern tatsächlich Freunde der Stadt!
Die Vrienden van Dresden betreiben ein abwechslungsreiches kleines Blog (ich lasse gerade einige Artikel von meiner Schwester übersetzen) und wollen „die (in den Niederlanden) eher unbekannten Seiten von Dresden beleuchten“, was ich natürlich total genial finde!

Noch genialer finde ich (räusper, räusper), daß sie meine „statt Marketing“ Kolumnen auf banq entdeckt haben, welche ihnen so gut gefallen, daß sie sie in ihrem Blog vorstellen wollen :-)

Das Blog erscheint übrigens auf der Website der Tageszeitung de Volkskrant, die auf eine sehr bewegte Geschichte zurückblickt. Früher katholisch konservatives Tagesblatt ist die Zeitung heute das Sprachrohr junger, progressiver Niederländer. Bereits seit 2005 können Leser (wie die Vrienden van Dresden) dort ihre Blogs veröffentlichen! Ob der Sächsische Zeitung mehr Onlinekompetenz nachgesagt würde, wenn z.B. Stadtteilblogs, Presseclubblog oder ähnliches dort angegliedert wären? Müßig drüber nachzudenken…

Ich frage mich gerade, ob ich wohl den Kultur Aktiv eV davon überzeugen kann, daß auch und gerade solch eine „virtuelle Gemeinde“ einen tollen Partner zur BRN abgeben würde im Rahmen des geplanten Projekts zur BRN 2010? Dann könnte man die Vrienden van Dresden einladen, bei uns im BRN MUSEUM eine kleine Botschaft zu errichten und interessierten Besuchern etwas über Nijmegen zu erzählen und gleichzeitig etwas über Dresden zu lernen!

Warten wir doch mal, ob sich hier nicht eine gute kameraadschap entwickelt……

PS: Gerade kam noch eine Antwort auf meine E-Mail Rückfragen:

Wir sind eine kleine Truppe Personen verschiedener Provenienz. Unser Blog ist relativ neu und steht noch in den Kinderschuhen. Es ist nicht einfach die richtigen Leute zu finden, die beitragen können und wollen.

Wir wollen wirklich hauptsächlich das ‚andere Dresden‘ zeigen, wenn wir auch die Highlights nicht auslassen können, damit wir auch gelesen werden.

Vielleicht kennen Sie diese(n) oder jene(n), der/die bereit wäre in kurzen Beiträgen seine/ihre Ansichten zu Ereignissen in Dresden zu formulieren, ohne Geschrei.

Die BRN ist uns natürlich ein Begriff. Wir lassen uns gerne einladen, aber für dieses Jahr ist das nicht mehr drin.

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Harbig-Stadion #1 – Wer ist hier eigentlich der Böse?

sebastian · 25.03.2010 · 1 Kommentar

Liebe Kritiker, die Sie sich zur Zeit gar nicht mehr halten können, wenn es auf die Themen DYNAMO und RUDOLF HARBIG STADION kommt und die Sie partourt nicht davon ablassen wollen, von mutwilliger Verschwendung von Steuergeldern zu reden, da die Stadt Dresden den Verein finanziell dabei unterstützt, seine Stadionmiete zu bezahlen.

Wohlgemerkt – und das ist der Kern: Es geht hier nicht darum, daß Dynamo von dem Geld einen neuen Trainer verpflichten will oder ein Trainingszentrum in Dubai durchführen möchte! Es geht darum, daß man eine Spielstätte bezahlen kann, die so mehrheitlich vom Stadtrat gewollt wurde und die auf städtischem Grund und Boden steht!

Sie, liebe Kritiker, die Sie sich so vehement dafür einsetzen, daß das Geld doch viel besser bei Sportarenen aufgehoben sei, die ALLEN zu gute kämen, Sie möchte ich ein wenig erinnern an die Ausgangssituation!
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Oberbürgermeister2.0

sebastian · 19.03.2010 · 4 Kommentare

Über Dresden im sozialen Netz und Oberbürgermeister auf Facebook!

Dresden2Null10: Die Diskussion darüber entbrandet, ob die Stadt (und deren Markteingstrategen) Internet (gar nicht erst zu reden von der „Version 2Punkt0“) verpennt haben, da weder Twitter noch Facebook noch sonst ein soziales Netzwerk für Tourismus- und/oder Stadtmarketing genutzt werden. Außer neuerdings Youtube. Aber die Chancen der hier gezeigten Filme, sich im (sozialen wie asozialen) Web zu verbreiten, die beschreibe ich ein anderes Mal. Jedenfalls: Bei der Diskussion bin ich natürlich immer mitten drin statt nur dabei.

Ich gebe zu, es bedurfte einer öffentlichen Schelte des FDP Kreisvorsitzenden Johannes Lohmeyer, um das Thema wirklich hoffähig zu machen. Wir „verrückten“ aus der Halbwelt hätten wahrscheinlich noch 2 Jahre rumlästern können, ohne daß Presseclub & Co das Thema aufgegriffen hätten.

Heute ging es dann auch in der Dresden XING Gruppe mal wieder um das Thema und im speziellen auch um Facebook.

Und nachdem dort einige Plakathardliner (rein symbolisch) meinten, daß der Hype um die sozialen Netzwerke wie Facebook ja wohl vollkommen überbewertet werde, ist mir doch der „i really don´t like“ button hochgegangen. Beziehungsweise runter!

Denn immerhin gibt es bereits eine Dresden Fanpage
(wer auch immer die ins Leben gerufen hat) und auf der finden sich heute dezente 10.600 Fans und…… das sind wirklich Fans!

Ich meine, man stelle sich das vor: 10.000 Fans, von denen fast 5% überschwenglich Kommentare und Fotos gepostet haben, obwohl von Seiten des Admins seit einem Jahr nichts wesentlichs mehr passiert ist. Kann einem als Marke etwas besseres passieren? Ich denke sofort an Applikationen zur Buchung von Hotels, News zu anstehenden großen Festivals, Meinungsforschung, Merchandiseverkauf und und und..

Also (natürlich) hat „Lohmy“ recht: Trend verpennt! Denn natürlich ist es fraglich, ob man diese 10.000 dafür gewinnen kann, irgendwann noch einmal einer „offiziellen“ Dresden Seite beizutreten (sollte es die jemals geben).

Aber es gibt ja auch Fälle, in denen Fansites vom Admin übertragen wurden (Danke an @hobbes84 für die nette Zuarbeit auf meine Twitterfrage) und ich frage mich, ob man sich nicht darum mal bemühen sollte. OK, vielleicht will der Seitenbetreiber haufenweise Kohle, dann läßt man es halt und startet neu. Aber am Ende ist er mit einem jährlichen Luxuswochenende in Dresden zufrieden? Die Bloggergemeinde jedenfalls mag solche Deals bestimmt, PR-technisch kann es schlechtere Geschäfte geben :-)

Ich für meinen teil hatte direkt heute Nachmittag die „Vision“ der Dresdner Oberbürgermeisterin Helma Orosz auf Facebook, die dort mit ihrem Charme wahrscheinlich sogar tatsächlich in der Lage wäre, sich vom Seitenbetreiber zum Co-Admin einsetzen zu lassen. Der Gedanke gefiel mir nun wirklich gut und als PR-Mensch fiel mir auch sofort auf, daß ich auch von anderen Oberbürgermeistern auf Facebook auch noch nicht so viel gehört hatte und habe mal recherchiert.
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5 Gründe, warum #SocialMedia Hype den um #MobileMarketing übersteigt (to be continued)

sebastian · 06.03.2010 · 1 Kommentar

Gründe, warum #SocialMedia Hype den um #MobileMarketing übersteigt: I. Jeder hält sich nach 2 Tagen für einen Experten

Gründe, warum #SocialMedia Hype den um #MobileMarketing übersteigt II: 1.000 Tweets kosten nur die Nerven der Follower, 1.000 SMS 70,- Euro

Gründe, warum #SocialMedia Hype den um #MobileMarketing übersteigt III: Keine Provider, die internationale Kampagnen verhindern!

Gründe, warum #SocialMedia Hype den um #MobileMarketing übersteigt IV: User reagieren auf plumpe Werbung nich mit Anzeige sondern Entfolgen

Gründe, warum #SocialMedia Hype den um #MobileMarketing übersteigt V: Mobile Marketing ist Bestandteil von Social Media! Und nicht umgekehrt!

Mobile-Marketing ist tasächlich keine eigene Sparte (mehr)! „Mobile“ meint vielmehr die mobile Kommunikationstechnologie für Dialogmarketing, Social Media oder zum Beispiel auch Ambient Media!

Was glaubt ihr, was realsitischer ist? Das sich eine autarke „Mobile Couponing“ Lösung durchsetzt oder das die eh bei Payback & Co agemeldeten User deren App nutzen werden? Ich finde es immer erstaunlich, wie viele Projekte denken, daß sie sich als „Mobile Stand alone“ durchsetzen können.

Dermaßen viele junge Start Ups bewegen sich im Bereich „Location based Comunity“, aber am Ende wird es doch nur deren Technologie sein, die einen Wert darstellt, denn klar wird es ein paar Firstmover geben, die alles nutzen, aber die Mehrheit wird warten, bis Facebook & Co diesen Service anbieten…… :-)

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statt Marketing: Ideen für Dresden Teil 7- Entscheidungsspiel in Dresden

sebastian · 15.02.2010 · 6 Kommentare

Manchmal berichte ich in meinem Blog über Fußball! Außerdem veröffentliche ich die Kolumnen zum Thema Stadtmarketing in Dresden, die für das Subkulturportal banq.de entstehen. Heute widmet sich eine solche mit Fußball. Toll, oder?

Genauer gesagt geht es um das Dresdner Stadion; Und Dresden und sein Stadion, das ist eine unendliche Geschichte, bei der man eigentlich mal darauf wetten sollte, dass das Ding zusammen bricht oder abfackelt, bevor es abbezahlt ist. In England soll so was möglich sein.

Alleine die Eigentumsfrage! Wem das Stadion nun wirklich gehört, wer an wen wie viel Miete bezahlt, wer welche Vermarktungsrechte besitzt: So richtig blicken da ja offenbar nicht mal die Stadträte und Vereinsverantwortlichen durch, die an der ganzen Chose entscheidend beteiligt waren. Aber am Ende geht es ja auch nur um ein Bauwerk mit dezenten 40 Mio. Euro Baukosten, da kann man schon mal abwinken, was „Profis“ und der „Mob“ für notwendig halten.

Das vorneweg: Ich bezeichne mich nicht nur tatsächlich als Fan, ich fühle mich auch als einer!
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statt Marketing: Ideen für Dresden Teil 6 „sonntags zu – aber weltoffen“

sebastian · 15.02.2010 · Keine Kommentare

Dresden buhlt um Ausländer, schrieb neulich die Sächsische Zeitung. Mir kommt es weiter so vor, als würde Dresden eher um Ausländer bowlen. Finger in die Kugel, Augen zu und voll auf die Zehn! Wumms! Aber zur Sache: Mit einem neuen Marketingkonzept und dem Leitmotiv „Weltoffenheit“ will das Marketingteam der Stadt seit diesem Jahr ein Signal gegen Fremdenfeindlichkeit setzen, was natürlich – aus Sicht des Marketeers – schon in sich ein riesiger Fehler ist! Denn erstens gesteht man somit öffentlich ein, dass man dieses Problem überhaupt hat UND will gleichzeitig auch noch vorgeben, dass man es aber eigentlich wieder nicht hat! Na aua!
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Wollen wir Spielen? Idee für Browser und iPhone Game zur WM

sebastian · 04.02.2010 · 3 Kommentare

Seit Langem träume ich von einer Mastermind-Version zur Fußball WM! Leider hab ich noch keinen gefunden, der mir eine ordentliche Demo oder sogar das ganze Spiel gestaltet und baut und mit mir zusammen vermarket. Also geht´s jetzt in den öffentlichen Bereich!

Hat jemand von Euch bock darauf?

Arbeitstitel des Spiels ist „Viererkette“! Vierkette ist Browsergame und iPhone App und funktioniert wie folgt:

Ich wähle aus 16 vorgegebenen Abwehspielern zunächst einmal 6 aus, die später mein/e Bekannte/r zu sehen bekommt. Aus diesen 6 baue ich dann meine Wunschviererkette.

Das kann dann genauso viermal Franz Beckenbauer sein, aber auch eine Kette mit Nesta, Lucio, Beckenbauer und Brehme…

Ich verschicke dann eine Einladung an einen Freund (per SMS oder E-Mail), der dann nach dem gleichen Prinzip wie beim klassischen Mastermind versuchen muss, meine Abwehrreihe zu knacken!

Mastermind-Apps fürs iPhone gibt es schon, aber wie die aussehen beschreibe ich lieber nicht…

Wer sich berufen fühlt, die Idee mit mir umzusetzen oder weiter zu verfolgen, der melde sich gerne! Let´s do it!

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Ich trink (auf) DYNAMO

sebastian · 30.01.2010 · 15 Kommentare

Ich machs mal ausnahmsweise kurz und veröffentliche diesen „Artikel“ nahezu in der Form, in der die Gedanken auf dem Schmierzettel vom November 2009 stehen, denn ich komm doch eh nie dazu, daraus mal einen richtigen Artikel zu machen….

Ausgangslage:

1. Die Energydrinkmarke RED BULL kauft sich in einen Verein (Markkleeberg) in Sachsen ein, der zuvor keine Sau interessiert hatte und plant, dort ein zweites Hoffenheim aufzubauen. Extrem viel Geld wird in einen Oberligaverin gepumpt, den man auch noch unbenannt hat in „Rasenball Leipzig“, weil die Bezeichnung „Red Bull Leipzig“ laut DFB Statuten nicht zulässig ist.

Dieser Vorgang natürlich auch als Angriff an die bestehenden Traditionsvereine in Sachsen gewertet, um die es durch die Bank finanziell und sportlich gerade nicht zum Besten gestellt ist.

2. Dynamo Dresden spielt noch immer im „Rudolf Harbig Stadion„, denn ein zahlungskräftiger Käufer für die Namensrechte wurde bisher nicht gefunden. Bei Fans heißt das Stadion gerne auch einfach nur DYNAMO-STADION

3. Sollte zum Beispiel der VW Konzern die Namensrechte für die Marke SKODA erwerben (oder irgendein anderes Unternehmen), dann dürfte das Stadion zur Frauen Fußball WM 2011 nicht SKODA PARK heißen, da SKODA kein Sponsor der Frauen WM ist.

4. Diese Tatsache ist offenbar für viele potentielle Käufer der Namensrechte ein Negativgrund.

DIE LÖSUNG – DYNAMO, DER ENERGYDRINK
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statt Marketing Ideen für Dresden Teil 5: Stadtschreiber

sebastian · 28.01.2010 · 2 Kommentare

Jedes Jahr im Sommer katapultiert sich Dresden auf die Titelseiten keines einzigen Literaturmagazins, wenn wieder ein deutschsprachiger Autor die Auszeichnung „Dresdner Stadtschreiber“ erhalten hat! Als Belohnung winken sechs Monate lang ein monatliches Salär von 900,- Euro sowie eine kostenfreie Wohnung, spendiert von der Stiftung für Kunst und Kultur der Ostsächsischen Sparkasse. Ob der Titel den Autoren letzten Endes wirklich etwas bringt, weiß ich nicht zu sagen, ob er der Stadt etwas bringt, ist mir ebenso wenig klar. Ehrlich gesagt, ich habe noch nicht einen einzigen Text der bisherigen Stadtschreiber in die Hände bekommen. Dr. Google hilft mir zwar, die Ausschreibung als solche zu finden und Wikipedia hält sogar eine Liste aller bisherigen Ausgezeichneten bereit, aber einen Text, der in dieser Phase entstanden ist, finde ich nicht auf die Schnelle. Vielleicht muss ich dazu mal ins Stadtarchiv? Oder treibe ich mich vielleicht einfach zu oft im Internet rum statt bei literarischen Treffen?

In jedem Fall frage ich mich, ob diese Art der Auszeichnung nicht vielleicht auch ein wenig zeitgemäßer in Szene gesetzt werden könnte.

Wäre es nicht heutzutage irgendwie logisch, an diese Auszeichnung die Pflege eines Blogs zu knüpfen, bei dem sich Dresdner und Dresdnerinnen (und Sparkassenkunden und –kundinnen) sowie Auswärtige ein Bild davon machen können, wie es sich für die berufenen Autoren in Dresden anfühlt? Ich meine, davon hätte man auch mehr, oder? Klar, der Titel „Stadtschreiber“ ist eher Kunstpreis als Marketinginstrument, aber warum das nicht koppeln?

Oder aber, man führt besser gleich ein ganz neues Projekt ein: Die Stadtschreiber-WG!

Hier kommen nicht unbedingt deutschsprachige Autoren zu Ehren, sondern 4 Blogger/Innen aus der ganzen Welt, die für ein „Semester“ nach Dresden kommen, um hier auf Kosten der Stadt oder einer Stiftung kostenlos in eine große Wohnung in der Innenstadt (Platte of course) ziehen und neben einer finanziellen Unterstützung (sagen wir mal 500,- Euro / Monat) auch Praktika bei Dresdner Unternehmen machen können, Seminare an der Uni besuchen oder anderweitig Hilfe bekommen, Kontakte zu denen zu erhalten, die ihre Interessen teilen.

Verpflichtet sind sie im Gegenzug nur, in ihrer Landessprache (und eventuell in Englisch) Blogbeiträge über ihre Erfahrungen in und mit Dresden zu verfassen, welche von Nachwuchsübersetzern (als praktische Übung „Vermeidung von Peinlichkeiten„) auch ins Deutsche übertragen werden. Bewerben kann man sich für eine der vier Kategorien „Kunst und Fotografie“, „Literatur“, „Multimedia“ und „Musik“, also Dinge, für die Dresden weltweit bekannt ist und die man in einem Blog auch hervorragend widerspiegeln kann.

Eine solche Stadtschreiber-WG wäre ein idealer Aufhänger für Social Media Maßnahmen (Facebook, Twitter & Co), die bereits beim „Casting“ der neuen Kandidaten beginnen und im ständigen Fluss sind mit den Ergebnissen der aktuellen Stadtschreiber-WG.

Die Auflagen an die Bewerber könnten so aussehen:

• Englisch oder Deutsch in Schrift und Wort
• Know-how in einer der vier genannten Kategorien
• Erfahrungen mit einem eigenen Internetblog
• Lust auf Dresden!

Das Ziel: Eindrücke vom Leben in unserer Stadt für die Welt zugänglich machen und Dresdnern ein Gefühl dafür geben, wie auswärtige Besucher, die nicht Touristen sind, auf unsere Stadt reagieren. Ich denke, wir würden sehr viel Input bekommen…..

Die jährlichen Kosten dafür?

Miete im Jahr: ca. 12.000 Euro
Kosten für Stipendien: ca. 24.000 Euro
Budget für die betreuende Social Media Agentur: ca. 12.000 Euro
Gesamtsumme: ca. 48.000 Euro!

Zum Vergleich:

Jährliche Ausgaben der Stadt Dresden für 28 öffentliche Hundetoiletten im Jahr: 35.200 Euro

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