Kristins Empfehlungen für das SPOT Festival 2018

· 06.05.2018 · Keine Kommentare
9. Mai 2018 bis 13. Mai 2018
Location siehe Text, auswärts
Tickets ab ca. 41€ (Tag) / 78€ (Festival)

Nach einem Jahr (Zwangs-)Pause, in dem ich mir in Vancouver das Aarhus-schwere Herz mit dänischem Dosenbier ein kleines bisschen leichter getrunken habe, geht es dieses Jahr – juhu! – endlich wieder zum heißgeliebten SPOT Festival.
Beinahe wäre daraus gar nichts geworden, denn anders als in den vergangenen Jahren sponsert der dänische Musikexport diesmal keine Busse zur Anreise der internationalen Delegierten. In Verbindung mit den knackigen Zug- und Flugpreisen um den Himmelfahrtstag soll das so manchen davon abgehalten haben, sich das SPOT Festival 2018 in den Kalender zu schreiben. Mich beinahe auch. Aber nun bin ich doch gespannt, ob so ein SPOT Festival ohne Bus-Networking und Klassenfahrtambiente auch nur der halbe Spaß ist.

SPOT Logo 2018Eine weitere Neuerung ist die Unterteilung des Festival-Lineups in Haupt- und Partnerprogramm. Diese Unterscheidung leuchtet mir bisher nicht ein. Ich habe mich also durch beide Programme gehört – jeweils in alphabetischer Reihenfolge und spätestens ab dem Buchstaben ‚H‘ im Hauptprogramm war meine Aufmerksamkeitspanne für R’n’B-Stimmen und Autotune-Effekte aufgebraucht. Sorry Kaliyah, Omar, Shoko etc.

Dennoch ist es mir gelungen, ein paar Highlights für meinen Geschmack als Alben, EPs und Singles in eine Spotify-Playliste zu packen, die mir auf der 12 stündigen Flixbusfahrt von Dresden nach Aarhus bestimmt beistehen wird.

Die Neuentdeckungen

Hôy La
Freitag, 16:00 – Viu (akustisches In-Store Konzert) & Freitag, 23:30 – A-Huset

Als Hôy La bastelt die norwegische Künstlerin Ingri Høyland Kvamstad aus Loops einen langsam groovenden Trip-Hop Sound, der im Zusammenspiel mit ihrer entrückten Stimme wohlige Erinnerungen an Massive Attack und Portishead triggert.

 
Ellis May
Freitag, 21:45 – Rytmisk Sal

Über die Sängerin und Produzentin Sophia Maj liest man, dass sie im Wald aufgewachsen und daher sehr naturverbunden sei und an der dänischen Filmschule Sound Design studiert hat. Unter ihrem Künstlernamen Ellis May hat sie bisher drei Songs veröffentlicht, die sehr einnehmend, düster und ja, auch ein bisschen nach Portishead klingen.

 
Khalil
Samstag, 0:00 – Radar

Oder heißen sie nun Khalil H2OP? Man weiß es nicht, kann hier aber das außerirdische Falsett von Nikolaj Vonsild (When Saints Go Machine, Cancer) hören, was mir eigentlich schon vollkommen ausreicht. Zusammen mit Simon Formann und Villas Klingt spannt Vonsild mit seinem neuen Projekt ein experimentell-elektronisches, düsteres Sounduniversum auf. Das ist erwartbar sperrig und hört sich kaum nebenbei weg, aber hier gehen ausnahmsweise sogar Autotune-Effekte in Ordnung. Das Debütalbum „The Water We Drink“ erschien im August letzten Jahres.

 
Motorique
Samstag, 18:10 – Aarhus Volume

Viel lässt sich über das Trio aus Kopenhagen nicht herausfinden, außer dass sie sich für ihren Sound aus den Genres Synth Pop, Krautrock und 70er Funk bedienen. Aber das kann man ja auch hören. Mich erinnern sie gelegentlich an Sports aus Oklahoma. Das könnte Spaß machen, mit Motorique in den Samstagabend zu surfen.

 
Marshall Cecil
Samstag, 20:30 – Voxhall

Über ihre Musik sagen die drei Jungs aus Kopenhagen selbst, dass sie auf der Suche nach der persönlichen Errettung des Geistes auf Hip-Hop-getriebenem Synthie-Beat durch die verwirrenden Konflikte und politischen Absurditäten der Welt navigieren. Nun gut. Ja, auch das tönt einigermaßen düster.

 
Nelson Can
Sonntag, 0:45 – Scandinavian

Eigentlich nicht neu, aber der Garagenrock des Kopenhagener Damentrios war mir bisher immer zu krachig. Mit ihrer Single „Break Down Your Walls“ haben sie mich nun aber doch gekriegt.

 

Die Wiedersehensfreuden

Naked mit Lydmor
Freitag/Samstag, 19:15 – Rytmisk Sal

Für das Format Naked präsentieren jedes Jahr anlässlich des SPOT Festivals dänische Künstler einige ihrer Songs in Begleitung des Pianisten Gustaf Ljunggren. In diesem Jahr wird das neben Soleima, Kjartan Arngrim (Folkeklubben), Simon Olsen (Baest) auch Lydmor sein. Für mich schon deswegen ein Pflichttermin.

 
Go Go Berlin
Freitag, 21:30 – Scandinavian

Der klischeeüberladene Glam-Rock dieses Mädchenschwarm-Quintetts hat es noch nie in meine Kopfhörer geschafft, aber die Live-Show der Jungs ist unterhaltsam und macht ein riesen Spaß. Immer wieder.

 
When Saints Go Machine
Samstag, 22:30 – Store Sal

Lieblingsband. Und eine der besten, wenn es um Live-Auftritte geht. Nach ihrem 2013er Album „Infinity Pool“ hat das Quartett um Nikolaj Vonsild (siehe ↑ Khalil) vor einigen Tagen die neue EP „It’s A Mad Love“ veröffentlicht. Mad, mad love dafür!!

 
View
Samstag, 23:15 Aarhus – Volume

Mit seinem tiefdunklen Sound hat sich der finnische Rapper schon zwei Mal einen vorderen Platz in meiner imaginären beste Konzerte-Liste erspielt, ehm er-rappt. Klappt bestimmt auch beim aller guten usw. dritten Mal.

 
Asbjørn
Samstag, 13:00 – SPOT Royal (mit Who Killed Bambi) & 23:20 – Voxhall

2012 war der damals 19jährige Asbjørn gewissermaßen eine meiner Einstiegsdrogen in die glitzernde Newcomer-Welt des SPOT Festivals. Über die Jahre habe ich seinen Weg als Musiker weiterverfolgt und einige seiner Konzerte mitgenommen. Das letzte dürfte wohl Ende 2015 in Hamburg gewesen sein. Ich bin gespannt, was es inzwischen alles Neues gibt. Neben seiner regulären Show wird Asbjørn am Samstagmittag in Begleitung des Streicher-Ensembles Who Killed Bambi auftreten.

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