E. Lockhart – We Were Liars

· 29.01.2017 · Keine Kommentare

In den letzten Monaten habe ich mir nach langer Durststrecke endlich endlich endlich das Lesen wieder angewöhnt und meine Eindrücke zwischen Empfehlung und Verriss möchte ich Euch nicht vorenthalten.

We Were Liars

Ein unvorhersehbares Ende und eine damit einhergehende Einordnung in eine gewisse Sparte, die von mir ziemlich konsequent ignoriert wird – beinahe hätte ich mich selbst um ein kurzes, aber intensives Leseerlebnis gebracht, doch zum Glück weiß man ja eher selten, wie ein Buch ausgeht. ;-)

Im Zentrum der Erzählung We Were Liars stehen die vier ältesten Sprösslinge einer altehrwürdigen, reichen und durchaus klischeebehafteten amerikanischen Familie, die gemeinsam mit den Großeltern, Tanten, Cousins und Cousinen die Sommer auf einer Privatinsel verbringen.

„We are liars. We are beautiful and privileged. We are cracked and broken.“

Cadence „Cady“ Sinclair, die nach einem Unfall auf der Insel an Gedächtnisschwund leidet, versucht zwei Jahre später ebenda die Erinnerungslücken zu schließen, was ihr schlußendlich auch gelingt. Das Ende kann an dieser Stelle natürlich nicht verraten werden, aber ich empfehle als mittelalte Erwachsene We Were Liars, ein Teenagerbuch von 2014, vorbehaltslos auch dem Teenie-Alter entwachsenen Lesern, die eine unkitschige Liebesgeschichte, ein Drama um Macht und Status und das Lüften eines Geheimnisses zum knapp 200-Seiten-Schmöker vereint wissen wollen. Ich habe das Buch auf Englisch gelesen und kann nur hoffen, dass die deutsche Übersetzung auch nur annähernd so starke Bilder hervorruft (das deutsche Buchcover und der Titel „Solange wir lügen“ hätten mich jedenfalls schon mal vom Kauf abgehalten).

E. Lockhart hat ein leicht lesbares und doch dramatisches Buch geschrieben, schafft eindringliche Bilder von alltäglichen Situationen, fokussiert, zoomt und erfasst dabei das große Ganze. Mein Lieblingsbuch im Dezember 2016. Tipp!

„I looked at her. My lovely, tall mother with her pretty coil of hair and her hard, bitter mouth. Her veins were never open. Her heart never leapt out to flop helplessly on the lawn. She never melted into puddles. She was normal. Always. At any cost.“

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