Iceland Airwaves 2016 – Verträumter Donnerstag

· 22.10.2016 · Keine Kommentare
3. November 2016
Location siehe Text, auswärts

Wer sich am Mittwoch schon mal gut warmgehüpft hat, darf es am Donnerstag etwas ruhiger angehen und zu besinnlicheren Klängen durchs offizielle Iceland Airwaves Programm schwelgen und träumen. Zur Spotify-Playlist geht es hier.

Übrigens wurde in der Zwischenzeit auch das Off-Venue Programm veröffentlicht und das lässt bei einem ersten kurzen Blick ausgewachsene Überforderungsgefühle aufkommen.

19:00 & 21:00 • Sóley • Mengi
An der zauberhaften Sóley kommt man kaum vorbei, wenn man sich mit isländischer Musik auseinandersetzt. Ihren gewinnenden Charme versprüht die Isländerin über ihre sozialen Kanäle genauso wie auf der Bühne, wo sie ihre feinen Songs mit dem latenten Hang zur Melancholie unterstützt von ihrer kleinen Band und der Loopstation zusammenbaut.
Auf dem Airwaves verspricht Sóley zwei intime Shows auf denen sie ihr neues Album, an dem sie gerade arbeitet – „an album of hope and endless summer“ – vorstellen wird.

 
20:00 • Bedroom Community Whale Watching Tour • Harpa Eldborg
Das isländische Label Bedroom Community lädt am Donnerstag anlässlich seines zehnjährigen Bestehens zu einem besonderen Event in den größten Saal der Harpa. Unter dem Banner „Whale Watching Tour“ wird ein Kollektiv internationaler Musiker aus dem Label-Roster gemeinsam mit dem Iceland Symphony Orchestra auf der Bühne stehen bzw. sitzen und das zu erwartende Ergebnis wird als „eher musikalische Konversation denn normales Konzert“ beschrieben. Angekündigt sind die Musiker Valgeir, Nico, Ben and the ISO, Daníel Bjarnason, Sam Amidon, Nadia Sirota, Puzzle Muteson, Paul Corley, James McVinnie, Emily Hall, Jodie Landau und Crash Ensemble. Für die Show wird ein extra Ticket benötigt, das man sich ab Mittwoch im Media Center in der Harpa abholen kann.

 
20:40 • Doomhound (D) • Gaukurinn
Hinter dem seltsamen Pseudonym Doomhound steht Philipp Hülsenbeck (manchen vielleicht auch noch bekannt als P-Money), der aktuell in Leipzig lebt, wo er die Pause seiner Band Sizarr nutzt, um an seinem Soloalbum zu werkeln. Und das klingt voraussichtlich recht exotisch, experimentell. Spannend.

 
21:30 • This Is The Kit (UK) • Iðnó
Die britische Musikerin Kate Stables wurde mir schon 2012 von einer Freundin ans Herz gelegt. Damals fand ich keinen Zugang zu den zurückhaltenden Songs von This Is The Kit. Letztens riss mich aber der Song „Missunderstanding“ aus einem dämmrigen Serienschlummer. Die sofort eingeleitete Recherche führte – Überraschung! – zu This Is The Kit und weckte endlich mein Interesse.

 
21:40 • Johanan (SE) • Harpa Norðurljós
Johanan aus Schweden? Nie gehört. Googelt sich auch äußerst schwierig, dieser Name. Schließlich doch irgendwie gefunden, hatte mich der Song „All At Once“ dann allerdings sofort, ohne dass ich genau sagen kann, was es ist. Die Stimme? Der Sound? Schweden? Mal sehen was das live kann.

 
23:30 • Throws (UK) • Gamla Bíó
Throws sind die beiden Freunde Mike Lindsay und Sam Genders, die bereits in der britischen Folkband Tunng gemeinsam Musik gemacht haben. Nachdem sich ihre Wege trennten und beide wohl sehr unterschiedliche Richtungen einschlugen, trafen sie kürzlich in Reykjavík wieder zusammen, versuchten es erneut mit dem gemeinsamen Musizieren und veröffentlichten im Juni ihr Debütalbum „Throws“. Und das klingt wirklich hübsch:

 
00:20 • Sin Fang • Gamla Bíó
Huch! DAS ist Sin Fang? Wirklich? Mit seinem vierten Album „Spaceland“ schlägt der Isländer Sindri Már Sigfússon in Zusammenarbeit mit zahlreichen Gastmusikern (darunter Jófríður Ákadóttir von Samaris, Jónsi von Sigur Rós und Sóley) eine völlig andere, viel elektronischere und eingängigere Richtung an, als ich es nach seinen anderen Alben je erwartet hätte. In den Texten verarbeitet Sindri auf „Spaceland“ seine persönlichen Erfahrungen zum düsteren Thema Panikattacken. Musikalisch stehen Sin Fang die Veränderungen verdammt gut.

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