Iceland Airwaves 2016 – Freitag wird’s spät

· 25.10.2016 · Keine Kommentare
4. November 2016
Location siehe Text, auswärts

Nachdem der Donnerstag seinen entspannten Ausklang genommen hat, lässt sich der Iceland Airwaves Freitag ein bisschen Zeit, bis er so richtig in die Gänge kommt und getanzt werden wird, wie sich das eben für einen Freitagabend gehört. Vorher ist beispielsweise genug Zeit, mittags für PJ Harvey-Tickets in der Harpa anzusitzen, Reykjavík für einen kleinen Ausflug zu verlassen oder bei einem der zahlreichen Off-Venue Konzerte ein Frühschoppenbier zu genießen.
Eine Playlist zu den nachfolgenden Empfehlungen gibt es bei Spotify.

20:00 • Múm & Kronos Quartet • Harpa Eldborg
Múm, die schon seit fast zehn Jahren in verschiedenen Konstellationen miteinander Musik machen und in unterschiedlichen Projekten immer wieder an den Genregrenzen elektronischer Popmusik herumexperimentieren, sind mit ihrer klingelnden, klickernden Electronica in Kombination mit klassischen Instrumenten und flirrendem Gesang für mich der Inbegriff isländischer Elfenmusik. Zuletzt haben Múm den Stummfilm „Menschen am Sonntag“ in improvisierten Liveshows vertont. Auf dem Iceland Airwaves werden sie gemeinsam mit den Streichern des Kronos Quartet auftreten. Für diese Show im großen Saal der Harpa ist mal wieder ein extra Ticket erforderlich – dieses wird ohne Zusatzkosten ab Mittwoch im Media Centre in der Harpa ausgegeben.


 
21:00 • Mugison • Fríkirkjan
Mugison ist in den meisten Fällen der isländische Musiker und Sänger Örn Elías Guðmundsson, manchmal tritt er unter seinem Künstlernamen auch mit einer Band auf. Auf meine Iceland Airwaves Liste hat er es vor allem deswegen geschafft, weil er in der schönen Freikirche Fríkirkjan spielt, in der ich mir gern ein Konzert anschauen möchte. Falls mir nicht zu zappelig ist.

 
21:40 • Axel Flóvent • Gamla Bíó
Als isländisches Wunderkind wurde Axel Flóvent in diesem Jahr auf Showcasefestivals wie dem Great Escape, Eurosonic Noorderslag, dem Spot und dem Reeperbahn Festival gehandelt. Ich habe beim Spot Festival schon mal kurz reingeschaut, mich aber noch nicht entschieden, ob ich von den ruhigen, leichten Songs mit der Wunderjungenstimme hingerissen oder ein bisschen gelangweilt bin.

 
22:30 • Warpaint (US) • Harpa Silfurberg
Den düster verschwommenen Sound auf Warpaints ersten beiden Alben The Fool und Warpaint habe ich geliebt und er hat sich für mich bis heute nicht abgenutzt. Nun hat der Damenvierer aus Kalifornien mit Heads Up gerade das dritte Album vorgelegt und an eben diesem Sound herumgeschraubt. „fokussierter, weniger verwaschen, tanzbarer“ klingen sie jetzt, meint die Intro und dass das „langfristig ein breiteres Publikum ansprechen kann.“ Ich bin mit Heads Up bisher noch nicht warm geworden, vielleicht klappt das ja im eisigen Reykjavík.

 
00:10 • Samaris • Reykjavík Art Museum
Samaris stehen seit dem Airwaves 2011 unter meiner mal mehr, mal weniger interessierten Beobachtung. Zuletzt konnten sie mich mit ihrer immer noch zappelig wirkenden Bühnenpräsenz beim Spot Festival im letzten Jahr nicht mehr so recht begeistern. Gespannt aufhorchen ließ mich nun, dass Samaris auf ihrem neuen Album Black Lights einigen ihrer elektronischen Klarinettensongs englische Lyrics spendierten. Das hat was!

 
01:10 • Kiasmos • Harpa Silfurberg
Endlich Tanzen! Ólafur Arnalds und Janus Rasmussen spielen auf dem diesjährigen Airwaves nur eine Show als Kiasmos. Darum besteht unbedingt Anwesenheitspflicht.

 
02:30 • Hermigervill • Harpa Norðurljós
Ich bin und bleibe riesen Fan vom liebenswert-verschrobenen Hermigervill, der zum Glück vier Shows auf dem Airwaves spielen wird, sodass es fast ausgeschlossen ist, ihn trotz zu müde zu verpassen. Gerade erst hat Hermigervill als Support auf der Abschiedstour von Retro Stefson vorgemacht, wie viel Spaß und hin und wieder auch herzrührigen Inhalt elektronische Musik ohne Lyrics vermitteln kann. Ich meine, was soll man dazu noch groß sagen:

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