Iceland Airwaves Festival 2016 – Was kostet das?

· 22.06.2016 · 2 Kommentare

Anfang November findet das Iceland Airwaves Festival im isländischen Hauptstädtchen Reykjavík statt. Neben zahlreichen, schon für gut befundenen isländischen Acts wie Agent Fresco, Hermigervill und Emmsjé Gauti, stehen auch Warpaint, Kate Tempest und PJ Harvey auf dem bisher veröffentlichten Programm sowie hoffentlich viele entdeckenswerte Newcomer.

Iceland Airwaves 2016Nachdem ich beim Lieblingsfestival in den letzten beiden Jahren wegen finanzieller und anderer Gründe entschuldigt gefehlt habe, wird dieses Jahr erst recht etwas Besonderes für mich, denn Reykjavík wird mein Zwischenstopp auf dem Weg in eine Work & Travel Auszeit in Kanada.

Für eine Freundin, die noch überlegt ob sie mich zum Iceland Airwaves begleitet, habe ich kürzlich eine kleine Kostenaufstellung für die Reise nach Reykjavík zusammenrecherchiert. Vielleicht interessiert das ja auch andere Unentschlossene.

An- und Abreise

Roadtrip, 2012Die günstigsten Direktflüge ab Berlin und Frankfurt bietet die isländische Billigfluggesellschaft WOW Air an. Ab Berlin zahlt ihr für Hin- und Rückflug (1.11. – 07.11.) knapp 170 € (Frankfurt 150 €), wenn ihr eine Woche mit Handgepäck auskommt. Für Aufgabegepäck kommen nochmal saftige 64 € drauf.

Etwas gediegener ist man mit dem Aiwaves-Gründungssponsor Icelandair ab München oder Frankfurt unterwegs. Das Package aus Flug und Festivalticket kostet allerdings auch 439 € (Flug ab/bis Frankfurt, 1.11., 6 Nächte)

Der Flughafen Keflavik befindet sich etwa 50 km westlich von Reykjavik, mit dem Flybus kostet der Transfer für An- und Abreise bis/ab Busterminal in Reykjavík etwa 30 €, bis/ab gebuchtes Hotel, ca. 35 €. Bucht man das Ticket direkt zum Flug bei Wow Air, lassen sich noch einmal ein paar Euro sparen.

Das Festivalticket

Rich Aucoin @Iceland Airwaves 2011, NasaDas Ticket für alle fünf Festivaltage kostet knapp 145 €. Buchen kann man es über diese Website und die Bestellung lässt sich ausschließlich in isländischer Sprache abwickeln. Also Google Translate danebenlegen oder wild spekulieren, welche Information in welches Feld passen könnte.

Ihr habt übrigens noch ein bisschen Zeit zum Überlegen, letztes Jahr meldete das Iceland Airwaves erst am 30. Oktober: Ausverkauft.

Die Unterkunft

Harpa 2011Reykjavík ist so schön wie teurer, das gilt auch für die Unterkunft. Für ein (einfaches) Einzelzimmer in guter Lage, mit Gemeinschaftsbad und ohne Frühstück sollte man für 6 Übernachtungen mindestens 350 – 400 € einplanen. Günstiger wohnt man natürlich wenn man sich ein Zimmer teilen kann. Ein Zweibettzimmer findet man teilweise schon ab einem ähnlichen Preis wie ein Einzelzimmer.
Ich habe in den letzten Jahren im Hotel Cabin gewohnt, im 101 Guesthouse, Hotel Orkin und Hotel Capital-Inn. Wirklich empfehlen würde ich davon nur das Orkin. Cabin und Capital-Inn sind zu weit weg vom Geschehen. Wenn man, so wie ich, am liebsten alles zu Fuß erreichen will, nervt das spätestens ab dem zweiten Festivaltag. Das 101 Guesthouse mit seinem eher uncharmanten Hostelflair ist zwar gut gelegen, sieht aber schon sehr ausgebucht aus.
Selbst für ein Bett im Schlafsaal muss man in Reykjavík einiges hinlegen – im kultigen Kex Hostel kostet eine Nacht im 4- oder 6-Bettzimmer etwa 50 happige €, im 16er mit eigenem Schlafsack knapp 30 €, jeweils ohne Frühstück. Mit etwa 36 € pro Bett und Nacht inklusive Frühstück ist das Loft Hostel etwas günstiger, liegt sogar noch ein kleines bisschen zentraler als das Kex und lädt ebenfalls zu nachmittäglichen Off-Venue Konzerten ein.

Schlafkapsel @Galaxy Pod Hostel (Quelle www.galaxypodhostel.is)

Schlafkapsel @Galaxy Pod Hostel (Foto: www.galaxypodhostel.is)

Ich bin ja nicht so der Mehrbettzimmerfan, aber wenn es sich gar nicht hätte vermeiden lassen, hätte ich mich wohl für eine geräuschisolierte Schlafkapsel im ganz neuen Galaxy Pod Hostel entschieden, mit der ich für 6 Nächte auf etwas über 200 € gekommen wäre (gefunden bei booking.com).
Zum ungefähr gleichen Preis habe ich jedoch bei Airbnb ein kleines, sehr zentrales Zimmer gefunden. Das scheint allerdings eher ein Glückstreffer gewesen zu sein, die meisten Airbnb-Zimmer in zentraler Lage fangen bei etwa 45 € pro Nacht an.

Verpflegung

Kaffee in Reykjavík, 2012Für die Verpflegung mit Lebensnotwendigkeiten wie Essen und Bier in Reykjavík habe ich zwei Tipps:
1. Nicht umrechnen!!!
2. Wenn zum Zimmer ein Frühstücksbuffet zum einigermaßen vernünftigen Preis (nicht umrechnen!!!) buchbar ist, buchen! Daran kann man sich so sattessen, dass man sich erst abends wieder mit dem Thema Essen auseinandersetzen muss.
Wer auf meinen ersten Tipp nicht hört, wird herausfinden, dass ein Burger im Laundromat Café knapp 20 € kostet, genauso wie ein Würstchen mit Pilzen und Kartoffelpüree im Pub des Kex Hostels. Das Chili Con Carne im Hressó bekommt ihr für 12 € und ’ne mittlere Pommes im von Ólafur Arnalds und Freunden eröffneten Reykjavíc Chips für knapp 8 €. Das beste Hotdog der Stadt gibt’s schon für etwa 3,50 € und zwei davon machen auch satt.

Für Bierpreise halte ich mich strikt an meinen Tipp Nr. 1, das ist wirklich das Einzige was hilft, wenn ein Bier ab 7 € aufwärts kostet.

Wann?

Ich persönlich mochte immer ganz besonders die Stimmung am ersten Festivaltag, wenn sich ab Mittag alles ganz langsam losschwingt und später eingroovt. Deswegen versuche ich immer mindestens einen Tag vor Festivalbeginn da zu sein. Im letzten Jahr, in dem ich da war, hat sich der Sonntag nicht besonders gelohnt, man könnte also auch schon am letzten Festivaltag nach Hause fliegen. Allerdings spielt in diesem Jahr PJ Harvey am Sonntag und das Konzert ist im Festivalpass enthalten.
Wen Zeit und Budget nicht drängen, der kann natürlich vor oder nach dem Festival noch ein paar Tage dranhängen und zum Beispiel mit dem Mietwagen einen kleinen Roadtrip unternehmen. Ja, das lohnt sich auch im November!

Winter-Roadtrip, 2013

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  • Jens Klettenheimer

    …danke für den netten Artikel und die Tipps! Ein kleiner Hinweis: die Seite der Ticketbestellung lässt sich auch mit englischem Text aufrufen – oben rechts gibt es eine entsprechende Schaltfläche zum Umschalten.

    Vielleicht sehen wir uns ja im November!

    • Ah! Danke für den Hinweis, Augen-auf nützt ja eigentlich immer ;) – Artikel ist angepasst.
      Und ja, vielleicht. Gerne auch auf ein (nicht umgerechnetes) Bier.