Lost Between Borders: Künstler zeigen im Hole Of Fame Schicksale der Flucht

· 28.01.2016 · Keine Kommentare

Auch wenn ich garantiert niemals nie in die Lügenpresse-Rufe der verbitterten Pegidafront einstimmen werde: Das Gefühl, gut informiert zu sein, hab auch ich nur noch selten. Der Kampf um Leser ist für die Medien dermaßen zum Überlebenskampf geworden, dass sich die Hysterie um Gerüchte, Vorverurteilungen und Pauschalisierungen in jede Reportage schleichen will. Umso wichtiger, dass sich Künstler ohne kommerzielles Interesse den Schicksalen von Flüchtlingen widmen. Das Hole of Fame zeigt zusammen mit Amnesty International Dresden in den kommenden Wochen zwei künstlerische Projekte, die sehr persönliche Geschichten hinter den Nachrichten der letzten Monate erzählen.

Ausstellung „Lost Between Borders“

In ihrer Ausstellung „Lost Between Borders“ zeigen Hannah Pool und Felix Volkmar Bilder und Geschichten ihrer vier Wochen langen Reise: Die beiden haben Menschen auf der Flucht begleitet und den Weg nach Deutschland dokumentiert. Die ersten zwei Wochen haben sie auf der griechischen Insel Kos verbracht und dort die Ankunft der Geflüchteten in Europa mitverfolgt. Anschließend sind sie zusammen mit geflüchteten Menschen über die Balkanroute nach Deutschland gekommen.

Hannah Pool hat als Übersetzerin für Persisch den Geschichten der iranischen und afghanischen Geflüchteten zugehört und sie aufgeschrieben. Als Fotograf hat Felix Volkmar den Lebensabschnitt der Menschen künstlerisch festgehalten. Die dabei entstandenen Bilder portraitieren einzelne Geflüchtete, zeigen die Lebensumstände auf der Fluchtroute und geben einen Einblick in das Leben auf der Flucht.

Zur Vernissage am 28.1. ist Felix vor Ort, um seine Eindrücke zu schildern. Beim Kultur-Tweetup am 9.2. führt die Besucher per Videokonferenz durch die Ausstellung:

Vernissage: 28.1.16 um 20:00 Uhr im Hole of Fame
Kultur-Tweetup: 9.2.16 um 19:00 Uhr im Hole of Fame

Film „Wohin ich gehe“

Der Dresdner Künstler Dirk Großer hat mit den Menschen gesprochen, die es nach Sachsen geschafft haben. In seinem Film „Wohin ich gehe“ lässt er sie ihre Geschichten erzählen. Dabei spricht er nicht über Menschen, sondern mit ihnen, er fragt nicht woher, sondern wohin, er gibt Raum für ihre eigenen Erzählungen, Wünsche, Vorstellungen und Träume – das macht den Film besonders. Beim Filmabend lädt Dirk Großer zum Austausch und zur Diskussion ein.

Filmabend „Wohin ich gehe“: 12.2. um 20:00 Uhr im Hole of Fame

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