Soundcheck: Bottled In England – Boy / Lost

· 02.12.2014 · Keine Kommentare
6. Dezember 2014
20:00 Uhr
Sektor Evolution, Dresden
11. Dezember 2014
19:00 Uhr
Kleiner Donner, Hamburg
VVK ab 11 €
Verlosung

Mit hier und da veröffentlichten Songhäppchen mussten Bottled In England Fans in den letzten zwei Jahren die Zeit zwischen den (gefühlt ebenso seltenen) Konzerten der Band überbrücken. Das ist nun vorbei, seit dem 21. November steht mit Boy / Lost der erste Longplayer der Dänen auch in Deutschland im digitalen Plattenregal.

Bottled In England - Boy / LostNachdem die einzeln oder höchstens im Doppelpack veröffentlichten Songs bislang weitgehend für sich standen und häufig angeheuerte Gastvokalisten den handgespielten Drum’n’Bass’n’Dubstep-Sound des Duos in verschiedene Richtungen interpretierten, war es gewiss eine besondere Herausforderung ein ganzes Album zum Funktionieren zu bringen. Auf Boy / Lost blieben Schlagzeuger August Dyrborg und Bassist, Keyboarder und Elektroniker Daniel Vognstrup weitgehend unter sich und bis auf eine Ausnahme übernahm Vognstrup alle Vocalparts selbst. Das klingt im Ergebnis viel weniger nach lustiger Party mit möglichst vielen Freunden und hat der Suche nach einem albumfähigen Sound sicher gut getan. Und doch meint man sie hören zu können, die mutmaßliche Anstrengung, beides zusammenkriegen zu wollen: Die so oft begeistert besprochene Energie der Live-Shows von Bottled In England in einer Aufnahme einzufangen und trotzdem ein im Alltag hörbares Stück Musik zu schaffen.

Bottled In England haben sich mit Boy / Lost dazu an einer Geschichte entlang gearbeitet. Sie beginnt auf dem Cover, das den ›verlorenen Jungen‹ zeigt, »ein gestörter junger Mann, der verängstigt, betäubt von Drogen und allein ist«, erklärt mir Daniel Vognstrup.
Sowohl auf dem Cover und dem Video zu Queen Acid, der ersten Single aus Boy / Lost, verkörpert August Dyrborgs jüngerer Bruder Zacharias die Hauptfigur des Albums:

Die Geschichte setzt sich im Innenteil des Vinyl-Covers fort: »es offenbart ein düsteres, schmieriges Bild unseres Hauptdarstellers, wie er sich auf einem dreckigen Dachboden vor seinen Dämonen versteckt.«

In der dunklen, unterkühlten Atmosphäre von Boy / Lost gibt sich der Sound mal schmutzig und hart (Queen Acid), fährt an anderer Stelle zurück, klingt fast schon housig entspannt (A Lonely Mind), strapaziert hier die Nerven (Party Of Destitutes) und blinzelt dort vorsichtig in Richtung Pop (Never Be Apart). Auch wenn das Album mit jedem Durchlauf dazugewinnt, so richtig tief reichen die Songs nicht und schaffen es nur selten, zu fesseln. Vielleicht ist Drum’n’Bass kein guter Geschichtenerzähler, vielleicht ist Bottled In England die Umsetzung nicht gänzlich gelungen – meine Bemühungen, Konzept und Geschichte von Boy / Lost aus Musik und Texten herauszuhören, scheitern. Auch deswegen habe ich bei Daniel Vognstrup zu Inhalt und Inspiration nachgefragt:
»Das Album erzählt eine sehr konkrete Geschichte über das Leben als Abwärtsspirale. Unser Hauptcharakter stammt aus einer wohlhabenden Familie, ihm stehen alle Möglichkeiten offen. Aber anstatt die zu nutzen, beginnt er in einem Rausch aus Wut, Zorn und Drogen sich selbst zu zerstören. Am Ende nimmt er sich das Leben, um sich davon zu erlösen.

Die Inspiration für den Hauptcharakter kam im Wesentlichen durch Freunde und Verwandte, mit denen wir aufgewachsen sind. Wir alle hatten den gleichen Ausgangspunkt, die sicheren, ruhigen Vororte [von Kopenhagen] und obwohl wir alle nach verschiedenen Dingen in unseren Leben strebten, fällt es uns immer noch schwer, zu verstehen, warum einige sich für die dunkelsten Wege entschieden haben … manch einer von ihnen ist sogar so weit gegangen, dass er nicht mehr zurück kam.

Wir wollten halt dieses Mal eine Geschichte erzählen und das ist dabei herausgekommen. Unsere nächste EP, die Anfang nächsten Jahres kommt, wird wieder einen anderen Fokus haben. Wäre möglich, dass das eingängiger wird.«

Vorher kommen Bottled In England aber für drei Termine nach Deutschland (Dresden 6.12., Passau 9.12. und Hamburg 11.12). Was ihr erwarten dürft, weiß Daniel:
»Das wird die wahre BIE-Erfahrung, denn wir kommen als Duo. Und mit einem hard pumped Set.«

Und so in etwa könnte das aussehen:


Mittelstern präsentiert:

das Konzert in Hamburg, am 11.12. im Kleinen Donner und deshalb verlosen wir 2×2 Tickets dafür. Um an der Verlosung teilzunehmen, schreibt bis 9.12., 13:42 Uhr eine E-Mail mit dem Betreff „Bottled In England“ an redaktion[at]mittelstern[.]de und vergesst nicht, euren vollständigen Namen für die Gästeliste anzugeben!

twitter share buttonFacebook Share