Conor Oberst und der stimmungsvolle Kampf ums Glücklichsein

· 05.08.2014 · Keine Kommentare
11. August 2014
21:00 Uhr
Fabrik, Hamburg
Einlass: 20:00 Uhr
VVK: 27,30 €
Verlosung

Conor Oberst (Foto: Presse/Butch Hogan)Ein sympathischer Mann, dieser Conor Mullen Oberst. Verbunden fühle ich mich ihm schon alleine deshalb, weil er am selben Tag wie ich auf diese Welt kam. Dass die nie fair war und für dich, mich und ihn auch dunkle Stunden bereithält, damit hadert der Conor Oberst, den man meint, in seinen Texten und hinter seiner Musik zu erkennen. Er tut das mit unverwechselbarer, vibrierender Stimme, die in ihren schönsten Momenten bricht.

Wer, wie Conor Oberst in vielen seiner Songs, bei den traurigen Gefühlen bewusst ganz genau hinschaut, der verfügt meistens auch über die Fähigkeit, die leichten Momente besonders wertschätzen zu können, weiß aber gleichwohl um deren unaufhaltsame Vergänglichkeit, die es wiederum zu beklagen gilt.

Dieser Kreislauf der Stimmungen lässt sich mit Upside Down Mountain, dem aktuellen, zweiten Soloalbum von Oberst durchleben. Es gibt auf diesem Album fast schon Lebensmunteres zu hören, wie das beinahe beschwingte Zigzagging Toward The Light oder den Mutmacher Hundreds Of Ways

http://www.youtube.com/watch?v=4nNXIOqevUk

— das kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass besonders in Obersts Texten, die man zeilenweise zitieren möchte, ein permanenter Kampf ums Glücklichsein ausgetragen wird. Der etwas staubige (Akustik-) Gitarrenfolk schwingt all die poetischen Regungen mit und das schwedische Schwestern-Duo First Aid Kit umsäuselt hier und da den Hauptakteur. Irgendwie geht sich das weniger kitschig als befürchtet aus und schafft es selbst dann noch anzurühren, wenn der Sound nach Country und Jazz ausrutscht.

»Oh, how the circumstances change«! Kurz vor der Veröffentlichung von Upside Down Mountain im Mai dieses Jahres, hatte sich Connor Oberst mit schweren Vorwürfen auseinanderzusetzen: Eine Frau beschuldigte ihn in einem Internetforum, sie vor zehn Jahren vergewaltigt zu haben. Im Juli gab sie zu, dass sie sich alles nur ausgedacht hatte, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Oberst nahm ihre Entschuldigung an und zog seine Klage wegen Verleumdung zurück.

»Most anything can be forgiven / with what is left we’ll have to live« heißt es im Song Night At Lake Unknown auf dem aktuellen Werk. Mit welchem Ausmaß an Vertrauensverlust in seiner Familie, im Business und unter seinen Fans Conor Oberst nach dieser Geschichte trotz ihres positiven Ausgangs erst einmal leben muss, davon kann Connor Oberst uns ja vielleicht auf seinem nächsten Album erzählen.

Zuvor kommt der Bright Eyes-Frontmann für einige Termine nach Deutschland. Am 11. August spielt er mit Dawes, die auch den Support stellen, in der Fabrik in Hamburg Für dieses Konzert verlosen wir 1×2 Tickets unter allen, die ihren Verlosungsteilnahmewunsch bis 8. August, 15:02 Uhr per E-Mail an redaktion[at]mittelstern[.]de schicken. Bitte vergesst nicht, euren vollständigen Namen für die Gästeliste anzugeben!

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