Chantal Acda – Let Your Hands Be My Guide

· 02.04.2014 · Keine Kommentare
8. April 2014
20:00 Uhr
Societaetstheater, Dresden
VVK 8 € | AK 10 €
Verlosung

Ihren musikalischen Weg bestritt die Belgierin Chantal Acda bislang als Teil verschiedener Formationen wie Sleepingdog, Isbells und True Bypass, als sie im letzten Jahr beschloss, dass es an der Zeit für ein Solo-Album ist. Anders, als man das Wort solo im ersten Moment auslegen möchte, suchte sich Chantal für die Umsetzung ihres Projekts prominente Unterstützung.

Ganz passend zum Titel Let Your Hands Be My Guide spielt sich Nils Frahm mit unverkennbarer pianistischer Handschrift durch das Album; Er übernahm für die Aufnahmen, die in seinem Berliner Durton Studio stattfanden, außerdem die Rolle des Produzenten.
Chantals gesanglichen Gegenpart besetzt Peter Broderick, dessen Stimme durch seine Solowerke ebenso vertraut sein dürfte, wie durch die Kooperation mit Nils Frahm im Projekt Oliveray, und dessen Name kaum ohne den Hinweis auf seine frühere Zusammenarbeit mit der dänischen Institution Efterklang genannt werden kann.


Zu den Aufnahmen gesellte sich neben den beiden namhaften Musikern die Isländerin Gyða Valtýsdóttir (Múm, Sleepingdog) mit ihrem Cello. Der in den USA als Sohn pakistanischer Immigranten geborene Shahzad Ismaily spielte Synthesizer und Gitarre ein und für Chantal persönlich und emotional eine der wichtigsten Rollen: »Er hat es geschafft, mich in einer Weise zu öffnen, wie es sonst noch keiner konnte.«

Entstanden ist in multinationaler Besetzung mit Let Your Hands Be My Guide ein Stück Musik, das natürlich stark von der Präsenz der Musiker lebt, die einen wesentlichen Anteil an der Umsetzung der Songs hatten.

Die Gesangsstimme der Hauptakteurin erstrahlt in einer angenehme Klangfarbe ohne Nerv-Potential und kommt mit einer inneren Ruhe daher, als ginge da eine völlig in ihrer bzw. in der Mitte ihrer Kompagnons auf. Let Your Hands Be My Guide hat es nicht nötig, lautstark um die Aufmerksamkeit zu buhlen, die es ohne Zweifel verdient. Dieses Album wirkt so gelassen, dass es sich zwar schnell nebenbei weghört, aber auch gerne immer wieder herzugeholt wird. Es ist ein Gewinn für jene Mußedreiviertelstunde, in der sich die Seele an behagliche Töne anschmiegen möchte, um auszuruhen.

Was für das Album gilt, muss für die Umsetzung auf der Bühne neu ausgelotet werden. Es liegt auf der Hand, dass viel gefragte Musiker wie Peter Broderick und Nils Frahm auch gut beschäftigt und nicht jederzeit verfügbar sind und Chantal Acda live mit anderen Musikern zusammenarbeitet. Dieser Tatsache begegnete sie zunächst mit einiger Angst, die sich auflöste, als sie versuchte nicht einfach nur passende Session-Musiker zu finden, sondern Menschen, die es auch verstehen, was sie mit ihrer Musik ausdrücken will.

In der jetzigen Live-Konstellation, bestehend aus Gaetan Vandewoude (Isbells – Gitarre, Percussions, Gesang), dem belgischen Perkussionisten Eric Thielemans (Percussions, Marimba) und Alan Gevaert (dEUS, Trixie Whitley – Bass) fühlt sich Chantal so wohl, dass es ihr gelingt sich ihren persönlichen Anspruch an ihre Konzerte zu erfüllen: »Ich möchte das Level erreichen, wo ich nicht mehr wirklich im Raum bin, und mich sicher genug fühlen kann, um meine Gedanken komplett auszuschalten und einfach nur zu singen.«

Und obwohl sie Peter in diesem Setting vermisst, betont Chantal, dass sie auch mit ihren Live-Musikern einen engen Kreis um sich schließt. Es zeigte ihr, dass sich der Zauber, der bei Aufnahmen passiert, manchmal von dem auf der Bühne unterscheidet und sich durchaus auch im Zusammenspiel mit anderen Musikern ergeben kann.

Wer jetzt immer noch nicht gänzlich überzeugt ist, sich für das kommende Dienstagskonzert im Societaetstheater ein Ticket zu sichern, wo Chantal Acda und ihre Band im Rahmen des Festivals szene: FLANDERN auf der Bühne stehen werden, der schreibt bis 4. April, 12:03 Uhr eine E-Mail an redaktion[at]mittelstern[.]de, gibt eine persönliche Musikempfehlung zum Seele baumeln lassen ab und gewinnt mit ein wenig Glück 1×2 Tickets für das Konzert.

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