Bad Monkeys – Matt Ruff

· 17.03.2013 · Keine Kommentare

Eine mutmaßliche Mörderin wird in der psychiatrischen Abteilung einer Strafvollzugsanstalt in Las Vegas verhört; Jane Charlotte erzählt dem Gefängnispsychiater ihre wahnsinnige Geschichte. Diese ist, denn sie ist ja von Matt Ruff verfasst, so abgedreht, dass man Bad Monkeys nur widerwillig aus der Hand legt. Selbst dann, wenn die Geschichte lange zu Ende erzählt ist.

Das Ziel einer geheimen, in Kalifornien operierenden, Organisation ist es, unter dem Motto ›wir alle machen die Welt‹, eben jene Welt zu einem besseren Ort zu machen, indem sie das Böse bekämpft. Die Agenten der Organisation setzen alles daran, schlechte Affen, also wirklich böse Menschen, auszuschalten. Doch welcher seiner Gedanken bzw. welche seiner Taten macht einen schlechten Affen schlecht genug, dass es legitim ist, ihn zu töten?

Eines Tages rekrutiert die Organisation Jane Charlotte für ihre Exekutivabteilung Bad Monkeys. Natürlich nicht ohne dass die Protagonistin vorbereitende Stationen nebst rätselhaften Ungereimtheiten in ihrem Lebenslauf vorweisen kann. Ihre eigenen dunklen Seiten weiß Jane so abgeklärt und reflektiert zu artikulieren, dass sie kaum eine andere Wahl lässt, als ihr zu glauben und sich in den Bann ihrer phantastischen Welt ziehen zu lassen.

Wie in allen seinen Romanen beschäftigen Matt Ruff auch in Bad Monkeys die psychischen Besonderheiten und Abgründe seiner Protagonisten, Pädophiler, Mörder, traumatisierter Opfer. Realität und Illusion werden durcheinandergewirbelt und mit einer kräftigen Prise Science Fiction beschleunigt, bis sich scheinbar keiner mehr auskennt. Ist Jane Charlotte vielleicht nur auf einem ihrer zahlreichen Drogentrips hängen geblieben? Was verheimlicht sie? Wie gruselig sind Grusel-Clowns? Was ist mit Jane Charlottes Bruder geschehen? Was passiert hier tatsächlich? Und warum?

Immer wieder lässt Ruff seinen schroffen Humor und eindringliche sprachliche Bilder aufleuchten, beides jedoch so unaufdringlich, dass die fesselnde Geschwindigkeit der Handlung nicht ausgebremst wird.

Das große Kino für den bzw. im Kopf hat ein ernüchterndes Ende.

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