Brolin – Soundtrack für die Geschichte des goldenen Jungen?

· 01.10.2012 · Keine Kommentare

„We believe there aren’t many better things in life than discovering awesome new music. Music discovery is and always will be something that makes our lives worth living. Alongside holidays, sex, food, socialising and a handful of other human activities, it’s just one of those magical things that alleviates the brain from the usual stresses of life…“

…sagt Mike Bradford in seinem Artikel über den britischen Solo-Künstler Brolin und spricht mir damit sowas von aus der Seele. Wie gerne erinnere ich mich an meine myspace-Nächte der ersten Stunde, als die Bandsuche noch funktionierte und man nach chilenischen Bands suchen konnte, die von Kraftwerk beeinflusst wurden. Oder türkischen Bands, die von sich selbst behaupteten, sie klängen wir The Cure. Als Bands ihre Profile noch nicht unter SEO-Aspekten füllten und den Spam-Grundkurs für mittellose Kelleracts nicht nicht besucht hatten. Damals konnte es einem passieren, dass man einen Act wie Brolin entdeckte und (zumindest als Fußballfan) alleine wegen des Names hängen blieb und dann die vorhandenen zwei Songs im Dauerloop abspielte. Mike verweist auf Soundcloud-hopping und ‘Bandcamp-ing’. Passiert mir aber eher selten…

Brolin – um zum Thema zurück zu kommen – kombiniert Stil-Elemente aus Alt-J und The Neighbourhood, um mal zwei Bands zu nennen, die bei uns gerade ganz oben in der Playlist festhängen. Treffend aber durchaus auch der Vergleich „James Blake covering Numb by U2“, den Mike ins Spiel bringt. Musik, die Deine Zugfahrt mit dem Eurocity durch den Brandenburger Schneeregen zu einem Kinofilm werden lässt. Hinter jedem kahlen Baum, der vorbei rauscht, wartet eine neue Geschichte. Die Debut Single erschien Mitte September auf National Anthem, die gerade einen guten Lauf zu haben scheinen bei ihren Veröffentlichungen! Brolin über sich selbst:

„I am a bedroom producer, self-taught, self-analysing, into beats, space and melody,“


Traurig schön wie die Karriere des schwedischen Fußballers Thomas Brolin, den ich zu seiner Zeit sehr bewundert habe und der durchaus als Namenspate in Frage kommt, da Brolin eine ganze Weile in England (Leeds United) aktiv war.

Der „goldene Junge“ begann seine Karriere 1984, als er im Alter von 14 Jahren (!!) sein erstes Match beim damaligen Viertligisten Näsvikens IK spielte. Die Profikarriere folgte auf dem Fuß. Mit 23 Jahren wurde er mit dem AC Parma Pokalsieger der Pokalsieger. Es war sowohl Brolins, als auch Parmas erster internationale Titelgewinn. Später wurde er wegen Gewichtsproblemen und verunglückter Aprilscherze bekannt. Zusammen mit Dr. Alban, Mattias Frisk und Björn Borg nahm Brolin 1999 als Gruppe Friends in Need den extrem schlechten Titel Alla Vi auf.

Eine Karriere, die nach einer Biografie schreit und zu dem Brolin ohne mit der Wimper zu tränen den Soundtrack für die tragischen Momente liefern könnte. Um es mit den Worten eines Youtube-Kommentators zu sagen: „Tomas Brolin!!! what a good player!!!“

Gilt für beide!

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